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Die Flops in der IT in den vergangenen 25 Jahren sind nicht an einer Hand abzuzählen, sie sind vielmehr Legion. Als erstes fallen einem dabei natürlich am Bedarf vorbei entwickelte oder technisch nicht ausgereifte Produkte oder „Lösungen“ ein. Ein Beispiel: Das große Thema Tablet-PC und Handschriftenerkennung, das Microsoft ab 2002 massiv vorangetrieben hat. Doch auch trotz immensem Entwicklungsaufwand ließ die Qualität bei der Handschrifterkennung immer noch zu wünschen übrig. Ich kann das nach ausführlichsten Tests aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Und auch auf die Killerapplikationen, die nach Microsoft zum flächendeckenden Durchbruch der Geräte führen sollten, wartete man vergeblich.

Doch am Produkt liegt es nicht immer. Auch völlig verfehlte oder „unglückliche“ Vertriebsansätze können für das Scheitern verantwortlich sein. Ein Beispiel hierfür ist das Engagement von IT-Herstellern hierzulande im Consumer-Electronics (CE)-Segment. Sie dachten, in der IT etablierte und erfolgreiche Channel-Konzepte 1:1 auf den CE-Bereich übertragen zu können. Das war allerdings ein Trugschluss und von Anfang an zum Scheitern verurteilt, angesichts einer gänzlich anders strukturierten Fachhandelslandschaft und auch unterschiedlichen Erwartungshaltungen des einzelnen Fachhändlers, der natürlich eine direkte Betreuung durch den Hersteller gewohnt war. Hier haben viele IT-Hersteller Federn gelassen und sich dann gänzlich aus diesem Geschäft zurückgezogen – man denke nur an Acer.

Doch was sind die Gründe für die häufigen Flops? Abgesehen davon, dass auch viele Unternehmen bei Produkteinführungen ohne vorhergehende Marktforschung anscheinend nur nach dem Trial-and-Error-Verfahren vorgehen, liegen die Dinge vielfach einfacher, als man denkt: Oft wird schlicht und ergreifend die Basis-Arbeit nicht geleistet, und das fängt schon damit an, dass der Marketing-Mix mit den klassischen vier Säulen Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik nicht ausreichend im Auge behalten wird.

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Seit ihrer Gründung 1998 stand die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die für die Vergabe und Koordination internationaler Top-Level-Domains wie .com, .biz oder .mobi zuständig ist, unter der Aufsicht des US-Handelsministeriums.

Mehrfach wurde bereits eine Neuregelung der Verantwortlichkeit gefordert, etwa im Jahr 2012 von Russland und China. Oder vor Kurzem auch von der EU-Kommission. Jetzt endlich kommt auch die US-Regierung dieser Forderung nach. Das gab das US-Handelsministerium am Freitag bekannt. Die Aufsicht soll künftig in die Hände der „Global Multistakeholder Community“ gegeben werden. Ein Schritt in die richtige Richtung. Denn einzusehen ist es nicht, dass gerade die USA in Zeiten des NSA-Skandals die Oberaufsicht über die Internet-Verwaltung ICANN führen. Vielleicht ist das auch ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die USA nicht gänzlich resistent gegen internationalen Druck sind.

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Auch in diesem Jahr sind sie wieder ein Thema auf der CES: der vernetzte Kühlschrank oder die aus der Ferne gesteuerte Waschmaschine.

Neu ist das allerdings alles nicht. Schon seit Jahren werden solche Lösungen wiederholt auf Messen wie der CES oder IFA vorgestellt, etwa von Samsung, LG oder Bosch. Und „Hallo, hier spricht der Kühlschrank“ titelte die Zeit bereits im Jahr 1998. Wie sieht heute aber die Wirklichkeit im deutschen Haushalt aus? Kennt jemand jemanden mit dem vernetzten Kühlschrank? Sicher nur die wenigsten.

Und woran liegt das? Sicherlich nicht daran, dass es keine Lösungen gibt. Nein, sondern vielmehr eher daran, dass nicht alles, was technisch machbar ist, auch sinnvoll ist. Es mag schön sein, die Waschmaschine komfortabel aus der Ferne per Smartphone steuern zu können. Doch wofür? Muss die Wäsche nicht nach wie vor händisch in die Trommel gebracht werden. Und ist das erst einmal erledigt, können bei einem halbwegs zeitgemäßen Gerät wohl auch der Start des Wasch- und Trocknungsvorgangs programmiert werden. Was bringt dann noch die Fernsteuerung? Vielleicht die Info, dass der Waschvorgang ordnungsgemäß in-time zu Ende gebracht wurde? Nun ja, der Nutzen bleibt fraglich.

Nicht in Abrede gestellt werden soll natürlich, dass es sich bei den Themen Heimvernetzung und Smart Home mit Sicherheit um zentrale Zukunftsmärkte handelt. Allerdings ist zu differenzieren zwischen sinnvollen Anwendungen und Gadgets, die keinen erkennbaren Mehrwert bieten. Zu den Ersteren zählen auf jeden Fall Applikationen für die Gebäudesicherung, Überwachung und Zugangskontrolle, Klimatisierung und Heizungssteuerung oder Lichtregulierung. Zu den Letzteren aber sicher Geräte wie Herd, Mikrowelle, Kühlschrank oder Waschmaschine mit Internetanbindung. 

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Anscheinend sind auch die Verhandlungspartner bei den Koalitionsgesprächen in der Gegenwart angekommen. Immerhin wird dort der Breitbandausbau thematisiert. Erstaunlich in einer Zeit, in der laut der Kanzlerin „das Internet für uns alle Neuland ist“. Der Ausbau solle in den nächsten Jahren mit jährlich einer Milliarde Euro zusätzlich unterstützt werden. Ziel ist es, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit Internetanschlüssen von 50 Mbit/s zu erreichen.

Mit dieser Investition ist das aber natürlich nicht machbar. Und das wissen die Verhandlungspartner auch ganz genau. Schließlich hat eine Studie des TÜV Rheinland, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellt wurde, ergeben, dass ein solcher flächendeckender Ausbau rund 20 Milliarden Euro kosten würde. Wer steuert also das fehlende Geld bei. Die Netzbetreiber? Wohl kaum! Aber man ist ja kreativ. So hat die Koalitionsarbeitsgruppe Wirtschaft „Breitband-Bürgerfonds“ ins Spiel gebracht. Der Steuerzahler soll also den Ausbau mit Geldanlagen, die eine „entsprechende“ Rendite bieten, unterstützen. Dass das der große Renner wird, darf doch mehr als bezweifelt werden – angesichts der Minizinsen und -renditen von Bundeswertpapieren.

Zudem bleibt die Frage erlaubt, ob man mit diesen Leistungswerten überhaupt für die Zukunft gerüstet ist. Viele Experten vertreten die Meinung, dass 50 Mbit/s nicht ausreichend sind. In einer Umfrage von TNS Infratest unter IT-Fachleuten sahen 75 Prozent der befragten Experten Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s für die nächsten fünf bis zehn Jahre als notwendig an, und 48 Prozent halten sogar Bandbreiten von mindestens 300 Mbit/s für erforderlich.

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Die Nutzung von Smartphones und mobilen Endgeräten nimmt auf breiter Front zu. IDC prognostiziert für dieses Jahr mehr als eine Milliarde verkaufte Smartphones – das entspricht einem Wachstum von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2017 rechnen die Marktforscher sogar mit einem Absatz in Höhe von rund 1,7 Milliarden Geräten.

Auch in Deutschland spiegelt sich diese Entwicklung wider: Die Verwendung von Smartphones hat in den vergangenen beiden Jahren erheblich zugenommen. Surften im Jahr nur 18,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mobil, so waren es im ersten Quartal 2013 bereits fast 40 Prozent.

Das heißt: Das Smartphone ist für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es wird genutzt, um eine Firmeninformation aufzurufen, eine Hotelübernachtung oder einen Restauranttisch zu reservieren oder eine Teetime bei einem Golfclub zu buchen. Dabei wollen die Anwender natürlich keine Abstriche hinsichtlich Ladezeit der Webseite oder Übersichtlichkeit machen – und eine Qualität vorfinden, wie sie es bei ihrem Desktop-PC oder Notebook gewohnt sind.

Doch genau das ist leider immer noch nicht der Fall. Dass hier auf Unternehmensseite noch Vieles im Argen liegt, zeigt auch eine kürzlich vom Bundesverband Digitale Wirtschaft, Google und TNS Infratest durchgeführte Untersuchung.

In der Studie „Deutschland wird Mobile – Sind die Unternehmen vorbereitet?“ wurden rund 1.000 Nutzer des mobilen Internets zu Branchen-Webseiten befragt, zum Beispiel in den Bereichen Medien, Versandhandel, Banken, Sparkassen und Versicherungen, Computer und Telekommunikation, Automobil-Industrie oder Supermärkte und Discounter.

Schockierendes Ergebnis dabei: Über die Hälfte der Smartphone-Nutzer geben dabei mindestens einer Branche im Hinblick auf ihre mobilen Webseiten eine negative Bewertung. Die Gründe hierfür waren vor allem Unübersichtlichkeit, keine Benutzerfreundlichkeit, hoher Scroll-Aufwand, geringer Informationsgehalt, keine optimale Anpassung an die Bildschirmgröße sowie lange Ladezeit der Seiten.

Die Konsequenz für Unternehmen sollte klar sein: Es besteht dringender Handlungsbedarf bei der Bereitstellung von Webseiten, die für die mobile Nutzung optimiert sind. Und beileibe ist das heute für die meisten Webseiten-Betreiber kein Hexenwerk mehr. Komplexe Implementierungsprojekte sind vielleicht für extrem umfangreiche Unternehmensseiten vonnöten, der Restaurant- oder Golfclub-Betreiber kann das aber schon mit einer einfachen Software-Applikation realisieren – und zwar ohne tief greifendes technisches Know-how unter Nutzung anwenderfreundlicher Einrichtungsassistenten und vorgegebener Templates.

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Schon seit längerem und in letzter Zeit verstärkt geistert sie durch die Gazetten: die Smartwatch. Internetkonzerne und Elektronikhersteller wie Google, Apple, Samsung oder LG arbeiten an der Entwicklung solcher intelligenter, vernetzter Computeruhren. So hat Google bereits vor geraumer Zeit einen Patentantrag eingereicht. Und jetzt ist anscheinend Samsung weiter vorgeprescht. Man hat sich die US-Markenrechte für „Samsung Galaxy Gear“ gesichert. Laut Antrag soll es sich dabei um „tragbare digitale elektronische Geräte in Form einer Armbanduhr, eines Armbands oder eines Armreifes“ handeln

Im Hinblick auf die Funktionalität der Geräte bleibt Samsung im Antrag allerdings relativ unbestimmt: genannt werden unter anderem Internetzugriff, Führen von Telefongesprächen, drahtloser Empfang, Speicherung und Übermittlung von Daten sowie Nachrichten. Gerüchte besagen, dass Samsung die Smart-Uhr Anfang September vorstellt.

Die Vorfreude und Begeisterung für das neue Accessoire bei vielen Techbloggern ist bereits groß. Eines darf man dabei aber nicht vergessen: Smartwatches sind kein neues Thema. So hat beispielsweise Microsoft schon im Jahr 2003 auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas Armbanduhren mit sogenannter „Smart Personal Objects Technology (SPOT)“ vorgestellt. Der Erfolg blieb allerdings aus und 2008 wurden Entwicklung und Vertrieb der SPOT-Uhren wieder eingestellt. Ein weiteres Beispiel: Von Sony gibt es bereits seit vergangenem Jahr eine Smartwatch für rund 80 Euro. Auch hier ist der Erfolg überschaubar, mehr als ein Nischenprodukt ist sie nicht geworden.

Ein Erfolg wie beim iPhone oder bei Tablets dürfte allein schon aus technischen Gründen ausbleiben. Denn Computeruhren können vermutlich immer nur ein „Ergänzungsprodukt“ sein, denn Platz für einen Akku, der rechenintensive Prozesse unterstützt, dürfte wohl kaum vorhanden sein, das heißt, sie werden eher eine Ergänzung eines Smartphones sein. Und dann bleibt der Nutzen doch mehr als fraglich. Es sei denn, man legt Wert darauf, dass der Eingang einer E-Mail oder SMS auf dem Display der Armbanduhr angezeigt wird.

Andererseits sind durchaus auch sinnvolle Anwendungsszenarien denkbar, unter anderem im Bereich der Telemedizin. Die mit Sensorik ausgestatteten Uhren können hier zum Beispiel zum Erkennen von Anomalien eingesetzt werden. Aktuell haben beispielsweise Forscher vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD eine Software für Smartwatches vorgestellt, mit der diese Uhren auch in der Schlafforschung genutzt werden können.

Diese Spezialanwendungen haben sicher ihre Berechtigung. Doch daraus zu schließen, dass Smartwatches eine neue Ära einleiten, darf doch bezweifelt werden. Es wäre beileibe nicht die erste neue IT-Errungenschaft, die sich nicht durchsetzt, zumindest nicht in der vielfach prognostizierten Dimension. Und eines sollte man auch nicht außer Acht lassen: Klassische Armbanduhren sind für viele ein – auch unter Design-Aspekten – sehr wichtiges Accessoire. Und zwei Uhren wird vermutlich niemand am Handgelenk tragen wollen.

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