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Nachdem zum Thema Digitale Transformation schon fast alles von fast allen gesagt wurde (siehe auch Hannas Blog dazu), reiht sich jetzt auch der Veranstalter der Hamburger IT-Strategietage mit einem gänzlich neuen Aspekt ein, der wohl zum Ziel hat, die mittlerweile gelangweilte Leserschaft wieder etwas wachzurütteln: „It’s all about speed – Strategien für die Digitale Transformation“, heißt tatsächlich das Motto des Events.

Als jemand, der sich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigt, gehe ich davon aus, dass Geschwindigkeit die letzte aller Sorgen der IT-Abteilungen ist. Es geht zunächst einmal um gigantische Hürden, die genommen werden müssen – und die meisten Unternehmen haben sie eben noch nicht genommen. Da wären: erstens, das Bewusstsein entwickeln, um eine IT-Landschaft umzukrempeln und neue Businesswege zu gehen. Wir wissen alle, wie schwierig es ist, alte Denkpfade zu verlassen und jahrzehntelange Routinen in Frage zu stellen (in den Chefetagen sowieso!); zweitens, große Budgets in die Hand nehmen; drittens, Organisationsstrukturen verändern, und zwar völlig unabhängig von Positionen und Abteilungen. Virtuelle Teams spielen plötzlich eine Rolle, bei denen jeder einzelne gegebenenfalls Verantwortung abgeben muss: auch hier wird es Widerstände geben ... Dann viertens endlich, die Umsetzung. Hier lässt sich über Speed reden: IT der zwei Geschwindigkeiten, Time-to-Market und so weiter, genauso, wie es die Hamburger IT-Strategietage möchten.

Speed ist also OK, markante Sprüche sicher auch, aber bei der Digitalen Transformation gibt es noch ganz andere Baustellen, bevor man sich über Einzelheiten auseinandersetzen kann.

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Als Mitarbeiter in einer Kommunikationsagentur machen wir in unserem Job vor allem eins: kommunizieren. Und das tun wir überwiegend digital. Geschichten aus Zeiten, in denen Pressemitteilungen per Post verschickt wurden, können in unserer Agentur nur noch wenige erzählen. Der zentrale Vorteil digitaler Kommunikation liegt auf der Hand: Effizienz. Aber manchmal müssen wir angesichts der Gepflogenheiten in der digitalen Kommunikation einfach nur den Kopf schütteln.  

Ein Beispiel: die tägliche E-Mail-Schreiberei. Mal ehrlich: Wie oft haben wir schon eine E-Mail formuliert, nur um sie dann doch wieder zu löschen? Wie oft haben wir einen Kollegen gebeten, eine erhaltene E-Mail ebenfalls zu lesen, nur um sich anschließend über den implizierten Subtext austauschen zu können (ja, ja, da haben sich die Vorlesungen zu Textanalysen und Gedichtinterpretationen nämlich doch noch gelohnt)?

Während man die tägliche Knobelei, was jetzt genau mit dem Inhalt einer E-Mail gemeint sein könnte, noch als Denksport verbuchen kann, ist der Verlust der Umgangsformen ein weit größeres Ärgernis. Denn in der neuen Kommunikationslogik werden Anreden und Abbinder häufig vernachlässigt. Klar, wenn die zwölfte Ein-Satz-E-Mail geschrieben ist, fehlt die Geduld für langes Vorgeplänkel. Von einem Mindestmaß an Umgangsformen sollte man allerdings dennoch ausgehen können – nicht ohne Grund wurde uns schon in unserer Kindheit der heiß begehrte Keks mit einem langgezogenen „Wie heißt das Zauberwort?“ verwehrt.  

Ein weiterer Nebeneffekt der Digitalisierung unserer Kommunikation begegnet uns durch den inflationären Einsatz von Emojis im täglichen E-Mail-Verkehr. Ja, manchmal hat man Grund zur Freude und wie sollten wir unsere Gefühle in einem emotionslosen Tool wie einer E-Mail sonst darstellen? Trotzdem sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass Smileys insbesondere im professionellen Kontext häufig fehl am Platz sind. Spätestens in journalistischen Texten haben sie schlicht nichts mehr zu suchen.

Digitalisierung hin oder her: Vielleicht ist es an der Zeit, doch mal wieder zum guten alten Telefonhörer zu greifen. Am besten mit Schnur.

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Trump tut es (klar, wer sonst), auf der Plattform Facebook treiben es die Nutzer ganz wild und jawohl, auch klassische Medien, wie etwa die Bild-Zeitung, tun es: Fake News verbreiten! Dabei geht es im Kern um die Verbreitung von Gerüchten, die Überspitzung von Nachrichten (mit einem wahren Kern), bis hin zu Lügen und falschen Fakten über Personen, Gruppen und Sachverhalte. Der Grat zwischen freier Meinungsäußerung und Fall für den Anwalt ist mitunter schmal.

Aber warum ist die Aufregung jetzt so groß? Das Phänomen der Fake News, um im Fachjargon zu bleiben, ist nicht neu. Seit jeher verfolgen Menschen in ihren unterschiedlichsten Rollen ihre Interessen. Die Streuung von Gerüchten, die Interpretation von Fakten oder gar der gezielte Einsatz von Lügen waren schon immer Teil des Spiels. Und die Adressaten solcher Nachrichten haben sie auch bereitwillig gestreut, ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt. Das passierte lange in der realen Welt, seit ein paar Jahren eben auch in der virtuellen Welt.

Neu ist jetzt sicherlich die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der sich Fake News über das Internet verbreiten (können). Auch aufgrund sogenannter Social Bots, die kleinen Software-Programme, die auf bestimmte Schlagwörter in Beiträgen anderer Nutzer reagieren und diese automatisiert kommentieren und teilen.

Letztlich gilt aber auch in der virtuellen Welt: jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Einen entscheidenden Unterschied (zur realen Welt) gibt es dann doch: das Internet vergisst nie. Von daher ist durchaus Vorsicht geboten, was veröffentlicht, geliked und geshared wird.

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Das neue Jahr hat gerade angefangen und was ist das, was man so in den Medien lesen kann? Genau! Trends! Trends für das vor uns liegende Jahr 2017. Trends in jeglichen Variationen: Ernährungs-Trends, Mode-Trends, Rohstoff-Trends, HR-Trends, Marketing-Trends, Tech-Trends, Mega-Trends, Top-Trends, coole Trends für den Finanzsektor, den Publicsektor, den Healthcare-Bereich, die Automobilbranche, die Welt der Biomasse oder der Tulpenlandschaft.

Nichts, was es nicht gibt.

Das alte Jahr hat noch nicht einmal aufgehört, da kommen alle Experten aus ihren Löchern gekrochen und verkünden uns, was heuer so alles angesagt ist. Man könnte fast meinen, wer etwas auf sich hält, der zeigt, was er orakeltechnisch so drauf hat.

Apropos technisch: Gerade auch im Bereich ITK überschlagen sich die Trends für dieses Jahr – dabei gibt es hier bei den Aussagen vieler Unternehmen oft keine Unterschiede. Rar sind die Trends – oft sind es sehr spezielle – wo man das Gefühl hat, da hat jemand wirklich Ahnung und weiß, wovon er spricht und springt nicht einfach auf den fahrenden Trend-Zug mit auf.

Und jetzt dürft ihr raten: Was ist einer der Ultra-Hyper-Mega-Top-Trends in der IT im Jahr 2017? Richtig: die Digitale Transformation! Niemand kommt an dem Thema vorbei. Schon gar nicht die Unternehmen selber. Wer sich nicht mit dem Thema beschäftigt, gilt als rückwärtsgerichtet, nicht auf der Höhe der Zeit, als untrendig. Deswegen macht jetzt jeder in „DT“. Studien zu dem Thema schießen wie Pilze aus dem Transformationsdschungel: über Digitalisierungsgefühle, Digitalisierungs-Scheinriesen, Digitalisierungsdruck, Digitaler-Transformations-Mut oder digitale Transformations-Bremsen.

Ein bisschen erinnert mich das Ganze an den Hype vor einigen Jahren: Cloud Computing. Das war auch so ein Ding. Jeder sprach davon, keiner wusste, was eigentlich gemeint ist, kaum ein Unternehmen, das es aktiv nutzte. Anwendungsbeispiele konnte man sowieso an einer Hand abzählen. Geschweige denn, dass es einheitliche Begriffsdefinitionen dazu gab. Jeder legte es halt nach seinen Bedürfnissen aus, um den Trend nicht zu verpassen. Mittlerweile benutzen viele Unternehmen, die sich damals als große Cloud-Computing-Experten dargestellt hatten, den Begriff gar nicht mehr, da man sich wieder auf seine eigentlichen Kernkompetenzen konzentriert hat.

Irgendwann später unterschied man dann zwischen Private, Public und Hybrid Cloud: klarere Definitionen setzten sich durch. Wenn wir nun von Cloud Computing sprechen, meinen wir das Gleiche.

Ich denke, dass wir im Moment hier mit der Digitalen Transformation an einem vergleichbaren Punkt angekommen sind. Ein Thema, was noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Begriff, der noch nicht eindeutig definiert ist. Ein Thema, was erst noch seine wahren Experten finden muss. Und auch ein Trend, der uns die nächsten Jahre noch begleiten wird.

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Networking war noch nie so einfach: Ein Klick und die Xing-Freundschaft steht. Bei LinkedIn muss lediglich noch ausgewählt werden, aus welchem Job man sich kennt. Bei Twitter wird einfach gefolgt. Und so wächst und wächst die persönliche Kontaktdatenbank – je mehr, je internationaler, je einflussreicher, desto besser. Weltweite und lokale Social Networks von Facebook bis LinkedIn machen es möglich.

Doch ist das Profil bei den bekannten Big Playern angelegt, die Zahl der Kontakte nach oben getrieben und die Follower-Liste lang und breit gefächert, überrollt uns auch schon die Flut an News, Posts, Kommentaren, Trends, geteilten Inhalten. Und dann ‚muss’ man auch noch selbst aktiv werden oder zumindest teilen, liken, retweeten. So manch einer handelt und filtert das Ganze souverän. Andere sind ganz gut im Ignorieren, Wegklicken und Durchscrollen. Und dann sind da auch noch die, die ihren Abgang mit „Ich lösche mein Profil!“ verkünden. Doch ganz ohne Netzwerken geht es eben auch nicht. Gerade wir als PR-Experten müssen und wollen auf dem Laufenden bleiben und im großen Social-Media-Dschungel mitmischen. Da kommen sie gerade recht, die sogenannten Tribes, geschützte Austauschplattformen für engere Zusammenschlüsse kleinerer Gruppen, exklusive Kreise abseits des Mainstreams, wenn man so will. Dass es bis dato nur das eine große Social Web, die eine große Plattform gegeben hätte, auf denen sich alle User treffen und austauschen, ist ohnehin eine Illusion.

Und wir Menschen neigen nun einmal dazu, uns in geschützten Räumen und abgegrenzten Zirkeln mit gemeinsamen Identifikationsmerkmalen zusammenzufinden und wohler zu fühlen, als im großen, wilden, anonymen Getümmel. Nicht selten, weil das Gefühl der Exklusivität dem Ego schmeichelt.

Von Nett-werk bis Spiceworks Alternativen zu LinkedIn, Facebook & Co.

Taucht man so richtig in seine(n) Beruf(ung) ein, ist auch das passende Netzwerk fernab von Facebook und Co. oder zumindest eine passende Community schnell gefunden.

Ein Beispiel für ein erfolgreiches „Nischen-Netzwerk“ ist Spiceworks. Das „LinkedIn für IT-Professionals“ ist eine weltweite Online-Community für IT-Fachleute. Dort tauschen sie sich über ihre neuesten Ideen und Entwicklungen aus, diskutieren Fragen aus dem Joballtag oder holen sich eine Einschätzung zu einem neuen Produkt, was auch für Hersteller spannend sein kann – quasi eine Spielwiese für Innovationen, zum Aufspüren von Trends und Bedürfnissen. Aber auch hilfreiche Tools für IT-Verantwortliche sind hier zu finden. Ein rund-um-sorglos-Paket also?

So ähnlich funktionieren auch „Frauen-Netzwerke“: lokal wie nett-werk oder die Digital Media Women mit ihren Regionalgruppen oder auch international wie beim Dell Women Entrepreneur Network. Hier tauschen sich Frauen, Unternehmerinnen, Managerinnen und Gründerinnen über Karrierethemen aus, sammeln Ideen, initiieren neue Projekte und pushen sich gegenseitig. Und das nicht nur online, sondern auch bei Meet-ups, Themenabenden, Konferenzen etc. Also auch hier: Ein Rückzug in den geschützten Rahmen.

Bleibt noch zu beachten: Überall dort, wo Menschen sich besonders geschützt und exklusiv fühlen, verhalten sie sich anders als auf einer großen virtuellen Plattform: Sie geben mehr von sich preis, sie entwickeln Vertrauen und damit eine engere Bindung an die Gruppe und einzelne Gleichgesinnte als an die breite Masse. Das erhöht die Glaubwürdigkeit von Empfehlungen, macht es aber zugleich für Firmen schwieriger, solche gezielt zu erwirken.

Also: Augen auf und je nach Ziel der nächsten PR-Kampagne auch einen Blick in die kleinen, die speziellen „Nischen“-Netzwerke werfen. Dort findet sich auch sicher die ein oder andere Influencer-Perle. Denn ein spezielles Publikum organisiert sich auch über alternative Wege im Netz.

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Vor kurzem bin ich auf den englischen Begriff Astroturfing gestoßen und habe erst einmal gestutzt. Nein, hierunter ist kein Astrologieprojekt zu verstehen, sondern eine Form von Propaganda, mit der versucht wird, unterschwellig die öffentliche Meinung zu beeinflussen, indem gezielt eine bestimmte polarisierende Anschauung vervielfältigt und an verschiedenen Stellen veröffentlicht wird. Vor einigen Jahren funktionierte das beispielsweise noch in Form von Leserbriefen, die an lokale Redaktionen geschickt und somit punktuell regional verbreitet wurden. Diese Statements, die strikt eine vorgefertigte Meinung vertreten oder sogar falsche Tatsachen als Fakten verkaufen, gelangen mittlerweile ohne zeitliche Verzögerung oder langwieriges Einreichungsprozedere wie auch ohne Überprüfung ins Internet und können vor allem in Sozialen Medien ganz simpel verbreitet werden.

Jetzt würde man denken, das wäre an sich nicht schlimm, wenn auf manchen Plattformen im Internet eine Meinung vermehrt aufpoppt, aber zwischenzeitlich hat diese Verbreitung eine neue Dimension erreicht: Durch sogenannte Social Bots – also Programme, die in den Sozialen Medien als Akteure fungieren – werden Meinungen oder falsche Tatsachen jetzt in einer Masse verbreitet, wie man es nicht zu träumen gewagt hätte. Mittels vorprogrammierter Algorithmen reagieren die Bots auf bestimmte Schlagworte und geben dann automatisiert unter dem Deckmantel eines gefakten Accounts – gleich einem realen Menschen – ihren einprogrammierten, aber individuell variablen Kommentar ab. Die Masse, in der das Ganze stattfindet, ist das Gefährliche daran. Untersuchungen haben ergeben, dass in der jüngeren Historie viele öffentliche Debatten wie auch der Brexit oder der US-Wahlkampf, wie die CNN berichtete, dadurch enorm beeinflusst wurden.

Natürlich arbeiten die Roboter mit dem Ziel, möglichst große Reichweite, am besten mit viralem Effekt, zu erzielen. Falsche Informationen sind hierbei das wirkungsvollste Instrument, da dadurch schnell Emotionen, positiv wie negativ, provoziert werden. Erst einmal losgetreten, verbreiten sich diese Fake News wie von selbst um ein Vielfaches schneller als fundiert recherchierte und geprüfte Fakten in den traditionellen Medien. Da Otto Normalverbraucher nicht erkennt, ob menschlicher Nutzer oder Maschine in den Sozialen Medien agiert, wäre es umso mehr die Pflicht von Facebook und Twitter, hier als wachsamer Aufpasser einzugreifen, verstößt es doch im Grunde gegen die Nutzungsbedingungen der Sozialen Netzwerke, wenn Roboter sich als menschliche Individuen ausgeben. Weit gefehlt: Facebook hat zwar angekündigt, Fake News in Zukunft kenntlich machen zu wollen, es war aber keine Rede vom Verbot der Social Bots, verdient es sich doch zu gut an dem Marketing-Instrument. Sehr zum Verdruss mancher Politiker, die schon um die nächsten Wahlen fürchten müssen. Durch das sogenannte Astroturfing als politische PR- oder Werbeaktion lässt sich mithilfe der Social Bots leicht das Aufkeimen einer Graswurzelbewegung simulieren, auf die Trittbrettfahrer aufspringen und sie somit gedeihen lassen. Es braucht keinen wortgewandten Demagogen mehr, der das Volk um den Finger wickelt, es reicht ein kleiner programmierter Bot, um das politische Klima zu vergiften.

Vielleicht sieht die Utopie der Zukunft ja so aus, dass all jene mit – wie auch immer geartetem – Profilierungsdrang sich eigene kleine Armeen an Social Bots aufbauen, sodass Bot gegen Bot heiter ihre verbalen Gefechte in den Sozialen Medien austragen. Und die Menschheit kann sich zurücklehnen, wieder ihre innere Ruhe in der Realität finden und zur Raison kommen.

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Das Jahr 2016 hat gezeigt: Cyber-Attacken können jedes Unternehmen, jeder Größe, jeder Branche treffen. Keiner ist davor gefeit. Die Liste der Betroffenen ist lang: Krankenhäuser, Banken, Versicherungen, Social-Media-Kanäle und auch der Mittelstand stehen im Visier der Angreifer. Die Kriminellen werden dabei immer raffinierter, die Angriffsmethoden vielfältiger.

Bromium, Pionier bei der Micro-Virtualisierungstechnologie, hat die Methoden näher untersucht. Das sind einige der Ergebnisse:

  1. Zentraler Infektionsweg bleibt nach wie vor der Drive-by-Download, also die unbeabsichtigte Ansteckung durch Downloads von infizierten Webseiten.
     
  2. Die gängigsten Software-Kits für die Identifizierung von Software-Schwachstellen waren im ersten Halbjahr Neutrino und Rig.
     
  3. Die Ransomware-Familie wächst und wächst. Dutzende neue Typen sind 2016 hinzugekommen. Der aktuelle Marktführer scheint weiterhin „Locky“ zu sein.
     
  4. Aber auch Makro-Malware ist auf dem Vormarsch: So hat die gute, alte Spam-Mail noch lange nicht ausgedient.

Der Einfallsreichtum der Kriminellen kennt keine Grenzen, die traditionellen Lösungen halten kaum noch Schritt. Daher bleibt Endpunktsicherheit ein spannendes und heikles Thema, auch für das Jahr 2017.

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Ein letztes Mal in diesem Jahr ist Lustiger Freitag, deshalb hauen wir voll rein: 

Sollten Menschen Roboter heiraten dürfen? Warum nicht?

(Spontan hätte ich hier eher ein "Warum?" erwartet. Aber gut, warum nicht auch ein "Warum nicht?" Also weiter:)

Der "Love and Sex with Robots"-Kongress am Goldsmith College in London beschäftigt sich nicht nur mit der körperlichen Seite der Liebe. Schachmeister und KI-Experte David Levy erklärt, warum Roboter für manche Menschen gute Lebenspartner sein könnten. […]

Moralvorstellungen wandeln sich

Für Levy ist all das Teil des Entwicklungsprozesses der Gesellschaft. Als Indikator für sich rapide ändernde Moralvorstellungen erinnert er an den Wandel der Ehegesetzte in westlichen Gesellschaften seit den 1950er Jahren. Erst knapp 70 Jahre ist es her, dass in den USA das Verbot von "Mischehen" abgeschafft wurde. Gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2001 in immer mehr Ländern legal, die Niederlande legten damals vor, weitere Staaten folgten. In diesem Klima der gestiegenen Akzeptanz hält Levy auch Ehen zwischen Menschen und Robotern in naher Zukunft für möglich. […]

Zustimmung, Verständnis über das eigene Handeln und Entscheidungsfähigkeit sind Faktoren, die der Roboter vor der Ehe nachweisen müsste. Doch besteht überhaupt Bedarf nach einer solchen Diskussion? Abgesehen von der noch nicht ausgereiften Technik: Würden Menschen eine solche Ehe eingehen wollen?

Quelle: Heise online

Nun könnte dieser Blog-Beitrag hier schon zu Ende sein, denn die zitierten Passagen können eigentlich auch noch einen ganzen lustigen Samstag abdecken. Die Frage ist jedoch: Muss man, soll man, darf man auf so einen Unsinn ernsthaft eingehen? In einer Ära, in der Evolution und Kreidezeit als Theorien unter vielen gelten, vielleicht schon. Immerhin erfreut uns eine renommierte Plattform für die Fragen des Digitalen Zeitalters regelmäßig mit Nachschub für den transhumanen Themenkomplex – "Robophilosophie: Darf man Roboter mit dem Hammer schlagen?", "'Love and Sex with Robots': Menschen, Maschinen, große Gefühle" – und die rege Teilnahme an den dazugehörigen Diskussionen zeigt, dass das Publikum tatsächlich Diskussionsbedarf sieht. Wobei sich, das soll hier nicht verschwiegen werden, die Diskussion zum oben zitierten Artikel durch eine erfrischende Unsachlichkeit auszeichnet:

Wenn ich dadurch nicht mehr in Steuerklasse 1 bin...
... heirate ich von mir aus auch meine Waschmaschine.

Was passiert...
...wenn ich dahinter komme, daß meine Roboter-Frau es heimlich mit dem Kühlschrank treibt, und ich ihm den Stecker ziehe? Komme ich dann wegen Mordes vor Gericht, oder gilt das als Totschlag im Affekt?

Hat die Robo-Frau zwei zusätzliche Akkus?

Ich bin dafür, allerdings sollte man seinem Roby eine gesunde Ernährung gönnen. Da kommt für mich nur 100% Ökostrom in Frage

Ich habe eine langjährige Beziehung zu meiner Tischkante...
manchmal beiß ich zärtlich rein, manchmal klopfe ich rythmisch meinen Kopf dagegen. Ob ich sie wohl heiraten könnte, dann müsste es nicht mehr heimlich geschehen?

Manche werden allerdings auch extrem philosophisch:

Genie und Wahnsinn liegen extrem Nahe beieinander.

Ein heutiges selbstfahrendes KFZ mit "KI" ist so dumm wie Brot. […] frage ich mich allerdings, weshalb es verboten sein sollte, sein Haustier zu heiraten. Jeder Goldfisch besitzt derzeit mehr Intelligenz als unsere schlaueste KI.

Andere werden extrem praktisch:

Grundsätzlich soll jeder heiraten wen er will aber wer einen Roboter heiratet soll natürlich keine steuerlichen Vorteile bekommen, das wäre Blödsinn. Nicht die Ehe wird vom Staat gefördert sondern die Arterhaltung.

Und wieder andere sehr grundsätzlich:

Völlig überflüssige Diskussion - aber spannend !

Interessant, dass in der spannenden Diskussion die geheirateten Roboter fast immer Frauen sind, also Roboterinnen. Und es bleiben natürlich jede Menge Fragen offen: Wollen Roboter überhaupt heiraten? Und wenn ja: Wollen Sie dann Menschen heiraten? Und wenn wieder ja: Würden sie dann Menschen heiraten wollen, die allen Ernstes RoboterInnen heiraten würden?

Anders gefragt: hat die KI eigentlich noch alle Tassen im Schrank?


KI im Schnell-Check: Noch alle vollzählig?

Doch aus gegebenem Anlass zünde ich jetzt vier Kerzen an, lege einen Lebkuchen auf und werde ein wenig besinnlich: Denn die Sache ist im Grund nicht (nur) lustig. Seit mehr als 20 Jahren wird an KI herumgeforscht und außer dämlichen Autokorrekturfunktionen ist nicht so viel herausgekommen. Nun aber, im Kielwasser der Digitalen Transformation, droht die KI aus ihrer Nische herauszutreten und mit selbstlernenden Kühlschränken, intelligenten Heizkörpern und autonomen Autos in das wirkliche Leben einzugreifen. Und hier, an dieser Schnittstelle zur Zukunft, werfen die Einlassungen dieses KI-Experten ein düsteres Licht auf den Zustand dieser Disziplin – was wir sehen, ist ein intellektuelles Trauerspiel. Man kann nur hoffen, dass die KI-Experten, die beim autonomen Fahren mitmischen, besser drauf sind.

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Ausblicke und Trends sind ein äußerst beliebtes Thema zum Jahreswechsel. Für uns besonders interessant sind natürlich die Aussichten für die IT-Branche: Was bringt das Jahr 2017 für die IT?, Welche Technologien muss man 2017 auf jeden Fall auf der Agenda haben? Nicht weniger spannend sind für uns aber auch die Medientrends der Zukunft. Mit der Digitalisierung und der starken Verlagerung auf Online hat sich für unsere tägliche Arbeit und den Blick auf das große Ganze vieles verändert. Davon abgesehen, dass IT und Medien inzwischen eine ziemlich große Schnittmenge aufweisen.

Mit den Medientrends 2017 hat sich auch das internationale Marktforschungsunternehmen Kantar Millward Brown auseinandergesetzt und kürzlich veröffentlicht, worauf wir uns im neuen Jahr und darüber hinaus einstellen dürften.

Demnach werden die Trends der Zukunft von der „Generation Z“ geprägt – geboren zwischen 1997 und 2011 und auch als „Post-Millenials“ oder „Centennials“ bezeichnet. Sie gilt als genügsam, achtsam, fleißig und legt großen Wert auf Gemeinschaftlichkeit. Und was bedeutet das laut Studie für ihre Erwartungen an die Medien? Die wichtigsten Prognosen sehen zum Beispiel so aus:

  • Transparenz und Authentizität: Marken und Unternehmen werden künftig noch tiefere Einblicke und mehr Details über sich, ihre Geschichte und ihre Produkte preisgeben müssen, um den Erwartungen gerecht zu werden.
     
  • Vernetzung und Synergien: Die heutige Fülle an Informationsquellen erfordert eine immer intensivere und persönlichere Begleitung der (Medien-)Konsumenten über die einzelnen Medien hinweg – sowohl online als auch offline. Das bedeutet crossmediale, aufeinander abgestimmte Botschaften, ohne dabei die Bedeutung und Funktion jedes einzelnen Kanals aus dem Blick zu verlieren.
     
  • Visualisierung: Mobile Endgeräte bieten immer wieder neue Möglichkeiten für die Verarbeitung und Darstellung von Content. Virtual Reality, Augmented Reality, 360°-Videos – die Zukunft liegt in der Visualisierung.

Allen Kennern der aktuellen IT-Trends fällt dabei eines auf: Es lässt sich mehr als nur eine Parallele zwischen Medien und IT erkennen. Sicherheit und Vertrauen spielen in beiden Bereichen eine ganz zentrale Rolle. Anforderungen und Wünsche – sowohl von IT-Kunden als auch Medien-Konsumenten – werden auf immer individuellere und persönlichere Art und Weise bedient. Und zu guter Letzt, wie auch dieses Beispiel zeigt und vorerst weiterhin ganz großer Trend: Die immer stärkere „Vernetzung of everybody and everything“.

Spannend ist aber nicht nur der Blick in die Zukunft, sondern auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr. Mir fällt dabei als erstes das „Internet der Dinge“ ein. Und was war für Sie der Trend 2016?

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Im Internet erschließt sich mit dem berühmten "Mausklick" bekanntlich die ganze Welt: mit Mausklick zum Meldeschein, Therapie per Mausklick, Festtagsessen für Weihnachten per Mausklick,  Hauskauf per Mausklick, Deutsch lernen per Mausklick, per Mausklick in die Theatergeschichte, per Mausklick die Seele verkaufen, Brennholzbestellung per Mausklick … man könnte stundenlang so weitermachen.

Sehr erstaunlich, dass wir auf das passende Geschäftsmodell so lange warten mussten:

Einige Kunden der Soester Sparkasse, die das Online-Banking nutzen, werden für jeden Klick auf die Website ihres Kontos zur Kasse gebeten*) – und das schon seit einiger Zeit und unabhängig davon, ob sie dabei auch weitere Vorgänge tätigen. […]

„Schließlich werden schon beim bloßen Anklicken der Seite technische Prozesse im Hintergrund ausgelöst, die mit Kosten verbunden sind“, begründet Schnabel**) diese Regelung.

Quelle: Soester Anzeiger vom 15.12.2016

 … und wer Soest falsch ausspricht, zahlt gefälligst extra!

Tipp unsererseits für ein Upgrade des Geschäftsmodells im Geiste des optimieren Kundenerlebnisses: Ins Schaufenster der Soester Sparkasse schauen kostet einen Cent pro zehn Sekunden. Schließlich werden durch die Gestaltung eines Schaufensters Prozesse ausgelöst, die mit Kosten verbunden sind.

* Derzeit ein Cent pro Klick – geplant ist eine Verdopplung der Gebühren auf zwei Cent pro Klick! (Quelle: Chip online vom 16.12.2016)

** Thomas Schnabel, Sprecher der Soester Sparkasse

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Im Berufsleben eines PR-Beraters gibt es viele schöne und spannende Aspekte. Die Themenvielfalt bei den Kunden zum Beispiel oder auch die abwechslungsreichen Aufgaben. Es gibt aber auch Momente (gaaaaanz wenige freilich, aber es gibt sie), in denen der PR-Berater sich all seiner inneren Ruhe und Gelassenheit bedienen muss, um nicht durchzudrehen.

Das Paradebeispiel hierfür ist der Freigabeprozess. Zugegeben, in den meisten Fällen läuft das rund: Text geht zum Kunden – Kunde gibt Feedback – Text wird angepasst – fertig.

Aber ab und an gewinnt der Freigabeprozess eine Eigendynamik, über die man nur noch staunen kann. Vor allem dann, wenn sich der Kreis derer, die einen Text oder eine Kampagnenidee prüfen und freigeben sollen, fast wie von Zauberhand vergrößert. Und plötzlich steht man da und von drei, vier Seiten prasseln Korrekturvorschläge und neue, teils äußerst merkwürdige Anregungen auf einen ein.

Die Agentur Havas hat mal anschaulich demonstriert, wie solch eine eigendynamisierte Freigabeschleife aussehen kann. Passend zur Jahreszeit wurde die Weihnachtsgeschichte als Beispiel ausgewählt und mit fiktiven Kundenkommentaren versehen. Um die Anmerkungen zu sehen, muss man nur mit der Maus über die hervorgehobenen Textpassagen gehen. Ich wünsche eine besinnliche Lektüre: www.christmas-corrected.de

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Wer heute Früh auch im Münchner S-Bahn-Chaos auf der Stammstrecke festgesteckt ist, weiß wahrscheinlich, wovon ich gleich schreiben werde, denn die Kommunikation in solchen „Ausnahmefällen“ ist meist verwirrend bis kurios.

Man möchte meinen, dass jeder Lokführer eine Art Kommunikationsschulung bekommen hat, damit er weiß, wie die Fahrgäste in solchen Fällen angemessen zu informieren sind. Oder, dass sie zumindest ein Handbuch vorliegen haben, mit Standard-Formulierungen, unter welchen man in solchen Fällen auswählen kann.

Aber weit gefehlt. Das merkt man spätestens dann, wenn auf bayrisch eine Schimpftirade aus dem Lautsprecher dröhnt, wenn wieder einmal die Lichtschranke blockiert wird und die S-Bahn am Weiterfahren hindert. Auch wenn die Beleidigung der Fahrgäste manchmal sehr eloquent vorgetragen wird, wie ich im Herbst hören durfte: „Irgendwie traurig, wenn man in einer so hochentwickelten Gesellschaft wie der unsrigen ein derart primitives Vorgehen noch erläutern muss.“ Wo er recht hat ...

Heute Morgen zog der Triebwerksschaden einer S-Bahn jedenfalls einen ausgewachsenen Stau nach sich. Als absehbar war, dass es „in Kürze“ (an dieser Stelle darf herzlich über diesen Euphemismus gelacht werden) wieder weitergeht, war davon die Rede, dass sich „das gestörte Fahrzeug langsam in Bewegung setzt“.

Ist ein Fahrzeug mit einer Störung gestört? Wie auch immer. Für Erheiterung sorgte die Formulierung in jedem Fall bei dem einen oder anderen Mitreisenden.

Ein Bekannter von mir saß in dem „gestörten Fahrzeug“ und durfte sich anhören, dass der Fahrdienstleiter überfordert sei. Auch im Regio, in den ich in der Zwischenzeit umgestiegen bin, wurden die 13 Minuten Verspätung der „Unfähigkeit der Fahrdienstleitung“ in die Schuhe geschoben.

Genau so läuft es leider oft ab – bei kleinen Krisen wie bei großen. Da äußern sich Mitarbeiter, die nie ein Medientraining – oder wie in diesem Fall – eine wie auch immer geartete Kommunikationsschulung erhalten haben. Gut, vielleicht haben sie auch davon gehört, dass man in Krisen möglichst transparent kommunizieren sollte. Dass es aber einen Unterschied macht, ob man von einem technischen Defekt spricht und diesen genauer benennt oder gleich Kollegen Unfähigkeit unterstellt, sollte eigentlich auf der Hand liegen.

In diesem Fall hätte es gereicht, sich einfach für die Verspätung zu entschuldigen. Nebenbei: 13 Minuten sind für leidgeplagte Bahnfahrer sowieso Usus und kein Grund für das Anzetteln eines Shitstorms.

Ich habe mir schon überlegt, all diese Lautsprecherdurchsagen zu sammeln, in ein für die Bahn angemessenes Wording zu „übersetzen“ und daraus das längst überfällige Handbuch zu machen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es bereits Kommunikationsrichtlinien, die in den Augen der Lokführer aber nur aus Floskeln bestehen, die sie den leidgeprüften Fahrgästen nicht zumuten wollen, und daher lieber frei von der Leber weg ihrem eigenen Frust Luft machen?

Für uns als Pendler mögen solche Äußerungen oft amüsant sein, aber aus Unternehmenssicht ist es nicht das beste Aushängeschild, wenn man mit internen Unzulänglichkeiten so offen hausieren geht.

Gute (Krisen-)Kommunikation sieht jedenfalls anders aus. Auch im Kleinen.

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Amazon ist sehr innovativ – der klassische Online-Handel wird durch den allseits bekannten B2C-Marktplatz des globalen Players seit Jahren dominiert. Schritt für Schritt kommen neue Angebote und Services dazu, die zunächst im Heimatmarkt getestet und dann global ausgerollt werden. Jüngst etwa Services wie Prime oder den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh, der bislang nur in den USA und in London verfügbar ist. Aber bis der Service nach Deutschland kommt, ist vermutlich nur eine Frage der Zeit und der Sprung zum stationären Handel ist damit ebenfalls nur reine Formsache (siehe weiter unten).

Nägel mit Köpfen hat Amazon dagegen vor ein paar Tagen mit dem Launch seines B2B-Marktplatzes für Händler in Deutschland gemacht. Nach B2C nun also auch B2B. Gewerbliche Kunden finden auf der B2B-Plattform mehr als hundert Millionen Produkte, die jedes Unternehmen braucht: Von Laptops über Lager- und Büroeinrichtung bis hin zu Werkzeug, Klebstoffen, Befestigungsmittel und so weiter. Spezifische, auf Geschäftskunden zugeschnittene Funktionen, wie der Kauf auf Rechnung oder die Anzeige von Netto-Preisen oder Firmenkonten, bietet der Marktplatz natürlich ebenfalls. Und zu Hause bereitet das Unternehmen übrigens in der Zwischenzeit tatsächlich den Angriff auf den stationären Handel vor: mit der Eröffnung eines Lebensmittelgeschäfts. Der Clou dabei, das Geschäft funktioniert ohne Warteschlangen und Kassen. Mehr als das Smartphone und ein Amazon-Account wird zum Shoppen nicht mehr benötigt. Bäm!

Sollte sich auch dieses Konzept durchsetzen, dann wird einem angst und bange um den deutschen Einzelhandel. Nach online also auch das klassische stationäre Geschäft. Neben B2C nun also auch B2B. Verwundert scheint sich der Handel bei jeder Innovation die Augen zu reiben und zu hoffen, dass es schon nicht so schlimm werden wird. Natürlich gibt es auch die positiven Beispiele hierzulande, aber als Außenstehender fragt man sich dennoch, wann und wie die etablierten Größen im Markt ihre Strategien in Zeiten der Digitalisierung und sich verändernden Nutzergewohnheiten anpassen wollen und können? Eines ist klar: die Zeit drängt. Es braucht mutige Konzepte, das Drehen an einzelnen Stellschrauben wird nicht reichen.

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Wie jede Branche stößt leider auch die PR immer wieder auf Vorurteile oder absolute Unwissenheit. Die Ressentiments reichen von oberflächlich und faul bis zu geldgierig und manipulativ. Wer als PR-Berater im Alltag unterwegs ist, erlebt daher ständig Überraschungen. Eine sehr witzige Geschichte blieb mir dabei besonders im Gedächtnis:

Ich wollte mir ein Angebot zu einer Versicherung zuschicken lassen und habe mit einem Makler telefoniert.

Er: Okay, gut, gleich sind wir durch. Nur noch wenige Fragen und ich schicke Ihnen Ihr individuelles Angebot zu. Was arbeiten Sie denn?

Ich: Ich bin PR-Beraterin.

Es folgt Schweigen am Telefon und ich fühle mich wie ein ausgesetzter Hund.

Er: Aha. Das ist doch einer dieser neuen Berufe, oder?

Ich: Also eigentlich gibt es den Beruf schon seit einigen Jahrzehnten.

Er: Ach, Sie machen irgendwas mit Medien oder Marketing?

Ich bin etwas genervt, aber antworte höflich: Wenn Sie möchten, erkläre ich es Ihnen gern.

Er: Nein danke, ich muss nur wissen, ob es gefährlich ist.

Ich: Also ich arbeite nicht undercover als Investigativ-Journalist, wenn Sie das meinen. Ich reise oft und bin für Kunden unterwegs. Körperlich ist die Arbeit nicht anstrengend, denn Schwerpunkte trage ich ins System ein und nicht auf dem Rücken.  

Wieder Ruhe am anderen Ende der Leitung.

Er: Sie wollen mich auf den Arm nehmen. Gut, also was trage ich jetzt ein?

Ich: Ich bin PR-Beraterin.

Er: Diesen Beruf gibt es nicht in unserem System, suchen Sie sich was Vernünftiges aus, das man auch nachvollziehen kann.

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Online-PR https://de.wikipedia.org/wiki/Online-PR wird oftmals nur als die Erweiterung der klassischen Pressearbeit im Internet betrachtet. Kein Zweifel, die direkte Kommunikation mit Journalisten ist nach wie vor sehr wichtig in der PR, um ein positives Medienecho zu erzielen und somit die Bekanntheit eines Unternehmens, einer Marke oder eines Produkts zu erhöhen. Online-PR jedoch bietet viele weitere Möglichkeiten, die Zielgruppen vor allem schnell zu erreichen – also nicht nur Journalisten, sondern auch andere Multiplikatoren – dank der vielen Facetten von Social Media. Egal ob Twitter, Foren, Blogs, Communities oder andere Plattformen zum Teilen von News, Bildern, Dokumenten und Meinungen, diese Dienste ziehen viele Nutzer an. Der Mehrwert für die PR ist damit klar. Hier besteht die Möglichkeit, laufende Diskussionen mitzugestalten, Blogkommentare und Forenbeiträge zu verfassen oder Facebook-Fans zu gewinnen. Wichtig ist jedoch auch hier die Spielregeln zu kennen und zu achten. Es ist nicht damit getan, ein Profil zu erstellen und einmal zu twittern. Kontinuität ist das Zauberwort. Wie bei allen Social-Media-Aktivitäten muss man ständig "am Ball bleiben" und Beziehungsarbeit leisten, das erfordert viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit.

Also alles anders bei Online-PR? Nein, Online- und Offline-PR können, besser sollten, sich gegenseitig ergänzen. Und wenn alle Kanäle gut und effektiv genutzt werden, erreicht das Unternehmen damit eine umfassende Aufmerksamkeit. Auch in der Online-PR sind die Regeln der klassischen, analogen PR gültig: Journalisten wünschen sich zielgruppenrelevante, leicht verständliche, vollständige und doch kompakte Informationen. Unwichtiges und Unpassendes wird schnell aussortiert und landet im digitalen Mülleimer. Für beides gilt also: Wenn eine "News" keine ist oder ein Produkt nicht überzeugt, kann auch die professionellste PR kaum helfen.

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Derzeit schießen sie wieder aus allen Rohren, die Peter Piskiis und Stephan Zubarevs, die einem herrenlose Festgeldkonten, unschlagbare Kredite oder die Zusammenarbeit mit großen Firmen andienen möchten. 

Nun bestechen die Angebote, die niemand braucht oder will, ja allerdings eher durch ihren Unterhaltungswert als ihre Ernsthaftigkeit – darauf reinfallen dürfte auf die in gebrochener, teils völlig unverständlicher Sprache verfassten Anschreiben hingegen kaum jemand mehr. 

Perfider sind da die E-Mails und Websites, die den echten Anschreiben und Seiten von Amazon, Paypal & Co. täuschend ähnlich sehen und mittels derer versucht wird, an sensible Daten wie Passwörter oder PINs zu gelangen. 

Da falle ich doch nicht drauf rein, werden sich die meisten jetzt denken. Wirklich nicht? 

Einen kleinen Selbsttest bietet der Phishing-Test von SonicWall. Und wie hoch ist Ihr Phishing-IQ so?

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Heute ist wieder lustiger Freitag, und damit Zeit für eine dieser abgefahrenen, verrückten Geschichten aus der Welt zwischen Web, IT und Sonstiges. Die eingeschworenen Fans unseres Blogs wissen, was nun kommt: Genau! Es geht endlich wieder mal um Wissenschaft.

Heute im Zentrum unserer Aufmerksamkeit: das Thema Fintechs. Wir erinnern uns, das sind diese coolen Start-ups, die wahnsinnig coole Sachen mit Internet und Finanzen machen. Die haben ja vor ein paar Jahren versprochen, dass sie jetzt die Banken aus dem Markt hinausfegen, und wenn man davon in der echten Welt nicht viel merkt, dann liegt das natürlich an den schlappen Kunden – Motto: Tolles Geschäftsmodell, aber die Kunden begreifen es einfach nicht. Aber darum geht's eigentlich gar nicht, was wollten wir? Ach ja: Wissenschaft.

Die Wissenschaft hat nämlich jetzt eine Studie zu Fintechs gemacht.

Mit Smartphone-Apps, Webdiensten, Crowd-Plattformen und Programmierschnittstellen soll die staubige Finanzwelt "disruptiert" werden. Die Bundesregierung sieht offenbar großes Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland in diesen Firmen: Einer aktuellen Studie im Auftrag des Finanzministeriums zufolge könnten sie bis 2035 ein Marktvolumen von 148 Milliarden Euro erreichen. Aktuell beliefe sich das noch auf 2 Milliarden Euro.

Quelle: Heise Online

Na, zu viel versprochen? Also wenn das nicht zum Schmunzeln herausfordert, weiß ich's auch nicht. Mutig blickt die Wissenschaft (zwei echte Professoren) in die Zukunft, 20 Jahre voraus bis 2035, sie rechnet und multipliziert, bringt einen echten Faktor in Anschlag ("Hierbei wird der potenziell adressierbare Markt zunächst mit der potenziellen Marktdurchdringung und anschließend zusätzlich mit einem Faktor multipliziert" – ja, ich hab mir die Studie tatsächlich vollumfänglich reingezogen!) und kommt schließlich auf einen exakten Wert: nicht etwas wie "ungefähr 150 Milliarden Euro", wie das vielleicht der Laie meinen würde, sondern richtig genaue, exakte Milliarden.

Da könnte man nun dahinphilosophieren über die Unwägbarkeiten des Konzepts Zukunft; man könnte 20 Jahre zurückdenken und sich ausdenken, auf welche Werte damals wohl so eine Marktprognose für … ja was nehmen wir? …vielleicht für Netscape, den Telefax-Markt oder den der Analogfotografie gekommen wäre; man könnte sogar sagen, kein Mensch wisse, ob's in 20 Jahren überhaupt noch einen Euro gibt; was die Chinesen dazu sagen oder man könnte einfach anführen, dass exakte Prognosen ausgerechnet für eine Branche, die doch selber behauptet, dass alles hyperschnelllebig und total "disruptiv" sei und sie selber sowieso, irgendwie … ach was, geschenkt. Denn nun – Achtung! – nun wird's richtig vollspaßig:

Zum Gutachten aus dem Ministerium ist noch anzumerken, dass die eingangs erwähnten 148 Milliarden Euro Marktvolumen im Jahr 2035 nur das Basisszenario der Prognose bilden. Das optimistische Szenario geht sogar von 847 Milliarden Euro aus, das pessimistische hingegen nur von 5 Milliarden.

Echt wahr. Steht so da, und Heise Online hat nicht geflunkert, es steht so (aufgedröselt nach Fintech-Segmenten) auch in der Studie. Mir haben wieder diese 847 Milliarden gefallen, weil sie so schön konsequent sind: nein, nicht ungefähr 850 sondern genau 847. Wobei, die eine oder andre Kommastelle wäre schon nett gewesen, vor allem bei den doch recht schlichten 5 Milliarden.

Aber der Brummer ist natürlich die Spannweite dieser Prognose: kann 5 sein, kann aber auch 847 sein (ich biete 873!, höre ich 900 …?). Laut Taschenrechner das 169-Fache! Im Klartext: die Damen und Herren aus der Wissenschaft haben keinen blassen Dunst! Aber das, das können sie genau ausmultiplizieren, nennen es Prognose und schreiben eine Studie. Und über das WM-Orakel von Goldfisch Zaki hat man gespottet, aber der hatte natürlich kein vierseitiges Literaturverzeichnis, war also wissenschaftlich voll danebengelegen.

Na, hab ich zu viel versprochen? War das eine abgefahrene Geschichte oder doch? 

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Die Digitalisierung verändert unsere Welt in rasendem Tempo, manchmal innerhalb von nur acht (8!) Tagen:

Quellen:

heise online vom 14.11.16
heise online vom 22.11.16

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Gerade als Studienabgänger ist die Arbeitswelt im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Welt. Es scheint, als würde man die nicht allzu entfernte Welt der Wissenschaft hinter sich lassen, um voller Tatendrang zu einer neuen zu reisen. Die Landung ist jedoch härter als vermutet – nahezu alles ist neu und anders. Man fühlt sich zurückversetzt in die ersten Vorlesungen an der Universität. Die Gebäude erscheinen wie Irrgärten und die Inhalte bestehen aus Wörtern, die man nicht kennt. Plötzlich steht man wieder am Anfang und ist umgeben von fremden Begrifflichkeiten und Themenbereichen. Ein Pluspunkt: In den neuen, schönen Büroräumen von PR-COM kann man sich nicht verlaufen. Schnell zeigt sich, dass eine neue Lebensphase beginnt.

In der Arbeitswelt entfällt die Selbstorganisation des Lebens weitestgehend. Die Struktur ist vorgegeben. Den stark variierenden studentischen Feierabend, der von mittags bis nachts reichte, gibt es nicht mehr. Als Student sind Arbeitstage immer und nie. Jetzt jedoch wird das Wochenende heilig gesprochen. Die Art des Arbeitens ändert sich ebenfalls. Neben einer Flutwelle von E-Mails ist man mit vielen und vielfältigsten Aufgaben gleichzeitig konfrontiert. Man verliert leicht und häufig den Überblick. Als ehrgeizigen und engagierten Berufseinsteiger kann einen zeitweise Panik überkommen. Durch tiefes Ein- und Ausatmen klärt sich die Sicht aber schnell wieder. Für Wichtigkeit und Dringlichkeit muss man erst ein Gespür entwickeln. Ebenso für die neuen Kolleginnen und Kollegen. Die enge Zusammenarbeit ist noch ungewohnt. Der studentische Einzelkämpfer muss an der Garderobe abgegeben werden. Das schöne daran ist, dass man jederzeit um Rat fragen kann und überall auf ein offenes Ohr trifft. Neu ist auch, dass drei Sprachen gleichzeitig gesprochen werden – Deutsch, Englisch und die eigene Sprache der PR-Welt. Diese werden vermischt und im Wechsel benutzt. Die Grenzen sind fließend. Die neuen Vokabeln der eigenen PR-Sprache klingen zunächst fremd – Pitch, Pipeline, Page Impressions –, werden aber schnell vertraut. Es wird nicht lange dauern, bis sie in den eigenen Sprachgebrauch übergehen.

Der Culture Clash verstärkt sich, wenn man in der PR-Welt das großflächige, vielfältige und schnelllebige Land der ITK bereist. Wie bei jeder Reise ist eine Portion Neugierde und ein offener Blick wichtig. Unter dieser Voraussetzung lernt man neue Denk- und Sichtweisen kennen. Schnell staunt man über alle Erkenntnisse, die man sammelt. Sogar unheimliche Akronyme wie IoT, DDoS oder SDE gehören mit der Zeit zum Alltag und jagen einem keinen Schrecken mehr ein. Der anfängliche Hürdenlauf entpuppt sich als eine spannende Reise zu den Grenzen des eigenen Horizonts – und darüber hinaus. Und ja, Hürdenläufe sind anstrengend. Doch wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis.

Die ersten Reisewochen in die Arbeitswelt bestätigen, dass das Reiseziel richtig gewählt ist. Die mannigfaltige Welt der Public Relations vermittelt erstaunlich schnell, wie Erfolg durch professionelle Kommunikation beeinflusst werden kann. Ich freue mich auf tiefere Einblicke und ein besseres Verständnis mit fortschreitender Reisezeit.

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