Geschwindigkeit

Nachdem zum Thema Digitale Transformation schon fast alles von fast allen gesagt wurde (siehe auch Hannas Blog dazu), reiht sich jetzt auch der Veranstalter der Hamburger IT-Strategietage mit einem gänzlich neuen Aspekt ein, der wohl zum Ziel hat, die mittlerweile gelangweilte Leserschaft wieder etwas wachzurütteln: „It’s all about speed – Strategien für die Digitale Transformation“, heißt tatsächlich das Motto des Events.

Als jemand, der sich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigt, gehe ich davon aus, dass Geschwindigkeit die letzte aller Sorgen der IT-Abteilungen ist. Es geht zunächst einmal um gigantische Hürden, die genommen werden müssen – und die meisten Unternehmen haben sie eben noch nicht genommen. Da wären: erstens, das Bewusstsein entwickeln, um eine IT-Landschaft umzukrempeln und neue Businesswege zu gehen. Wir wissen alle, wie schwierig es ist, alte Denkpfade zu verlassen und jahrzehntelange Routinen in Frage zu stellen (in den Chefetagen sowieso!); zweitens, große Budgets in die Hand nehmen; drittens, Organisationsstrukturen verändern, und zwar völlig unabhängig von Positionen und Abteilungen. Virtuelle Teams spielen plötzlich eine Rolle, bei denen jeder einzelne gegebenenfalls Verantwortung abgeben muss: auch hier wird es Widerstände geben ... Dann viertens endlich, die Umsetzung. Hier lässt sich über Speed reden: IT der zwei Geschwindigkeiten, Time-to-Market und so weiter, genauso, wie es die Hamburger IT-Strategietage möchten.

Speed ist also OK, markante Sprüche sicher auch, aber bei der Digitalen Transformation gibt es noch ganz andere Baustellen, bevor man sich über Einzelheiten auseinandersetzen kann.

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