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Also liebe Leute von Google News, ein bisschen solltet ihr schon aufpassen, welche Snippets eure intelligente Software hintereinander auf eure Webseite klatscht. Nicht alles passt zusammen:


Quelle: Screenshot Google News vom 1. März 2017

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Wer in den letzten Wochen die Mediennachrichten ein wenig verfolgt hat, wird sich vielleicht auch gefragt haben: Hatten wir das nicht schon mal? Doch! Und nun ist es wieder in aller Munde, dieses zähe Wort „L-e-i-s-t-u-n-g-s-s-c-h-u-t-z-r-e-c-h-t“, oder einfach nur LSR.

Vor drei Jahren schwirrte der Begriff schon einmal durch die deutsche Medienlandschaft. Um was es dabei ging, ist schnell zusammengefasst: Der deutsche Gesetzgeber wollte die Online-Erzeugnisse von Verlagen schützen, indem er Suchmaschinen dazu verdonnert, für Textvorschauen auf Verlagsinhalte – sogenannte „Snippets“ – zu bezahlen. Die Sinnhaftigkeit des Vorhabens wurde schon zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes angezweifelt, mein Kollege Rainer Doh hat dazu auch einen sehr erhellenden Beitrag auf unserem Blog geschrieben.

Mittlerweile ist klar, dass das LSR in Deutschland kolossal gescheitert ist. Google, denn um den Internet-Giganten ging es in erster Linie, hatte schon vor Inkrafttreten des Gesetzes mit den meisten Verlagen eine Übereinkunft getroffen, dass Kurzvorschauen auf Artikel und Nachrichten auch weiterhin kostenlos auf Google News gelistet werden dürfen. Bis heute hat das Unternehmen nicht einen Cent an die Verlage abgeführt. Auch Gerichtsprozesse zur Durchsetzung des LSR, angestrebt von Verlegerseite, blieben bisher eher erfolglos.

Wie sinnvoll ist es also, ein Gesetz, das schon auf Länderebene an die Wand gefahren ist, auch EU-weit durchzuboxen (sogar noch in verschärfter Form)? In den Augen des baldigen Ex-EU-Digital-Kommissars Günther Oettinger ist das mehr als sinnvoll, ja es ist sogar eine unabdingbare Notwendigkeit. In einem kürzlichen Vorstoß plädierte er im Schulterschluss mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und mit einer selten gesehenen Vehemenz für ein EU-LSR. Berechtigte Einwände wischt er konsequent weg. Selbst die Kritik vieler Online-Redaktionen (darunter Zeit Online, Spiegel Online und weitere große Namen), die argumentieren, dass ein Großteil der Leser über Google zu ihren Inhalten findet, ficht ihn nicht an. Für Oettinger ist die Sache klar:

Die Zahlen von Zeitungen, die kennen Verleger. Und Chefredakteure eingeschränkt. Also ich wüsste jetzt nicht einen Chefredakteur, der Einnahmen/Ausgaben jeden Tag misst. Das ist nicht sein Job. Sein Job ist der Content.“ (Quelle: Deutschlandfunk vom 22.10.2016)

Dass gerade die Chefs von Online-Plattformen ihre Zahlen ganz genau kennen sollten, um die Inhalte entsprechend darauf abzustimmen, das scheint dem Kommissar zu entgehen. Wir dürfen gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht, zumal der Posten des EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft demnächst neu vergeben wird. Oettinger übernimmt dann das Ressort Finanzplanung und Haushalt – ein Bereich, für den dem Schwaben ausnahmsweise niemand die Kompetenz abspricht.

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Nachdem Facebook vor kurzem „Facebook at Work“ vorgestellt hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis der große Konkurrent aus Mountain View mit einem neuen Angebot für Firmen nachziehen würde. Nach Google Drive, Docs, Calendar und Co. gibt es also nun "Android for Work" – um das Potenzial, das Smartphones und Tablets für Unternehmen bieten, noch besser nutzen zu können, so Rajen Sheth, der zuständige Director of Product Management.

Zum einen sollen mit Android for Work bereits bestehende berufliche und private Apps und Daten auf mobilen Endgeräten, die mindestens mit Android 5.0 („Lollipop“) ausgestattet sind, bereits auf der Betriebssystem-Ebene getrennt verwaltet und geschützt werden können. Für Mitarbeiter, deren Telefone über Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) verfügen, bietet eine Android-for-Work-App Funktionen wie sichere E-Mail, Kalender, Adressbuch, Dokumente, und so weiter. Google Play for Work, die nach Verwaltung und App dritte von Google definierte Schlüsselfunktion, soll für eine sichere zentrale Implementierung und Verwaltung von Apps sorgen, und last but not least gibt’s dann noch die eingebauten sogenannten „Productivity Tools“: Zusätzliche Business-Apps für Mail, Adressen und Kalender, die Microsoft Exchange oder IBM Notes unterstützen und Dokumente daraus editieren können. All diesen Funktionen respektive Apps sei laut Google gemein, dass die unternehmenseigenen IT-Abteilungen immer nur auf die beruflich benötigten Profile und Apps zugreifen und installieren können. Ziel sei eine Vereinfachung der Administration in Sachen „Bring Your Own Device“ (BYOD). Zu diesem Zweck hat man sich auch Partner auf Soft- und Hardwareseite ins Boot geholt, wie SAP oder Dell.

Google unterstreicht mit Android for Work also seinen Anspruch, auch bei Unternehmens-IT-Lösungen mitmischen zu wollen. Stellt sich nur die Frage, wie man mobile Devices mit Betriebssystemen anderer Anbieter in das System integrieren möchte. Diese Antwort bleiben die Entwickler aus Mountain View bisher noch schuldig.

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