iPhone

Die großen Flops der Technikgeschichte

Die technische Entwicklung verläuft nur selten gerade aufwärts, allzu oft führt sie auch in Sackgassen, wo sich die vermeintlichen Innovationen als Flops erweisen. Wer erinnert sich heute noch an den Transrapid, an den Wankel-Motor, BTX, Laser-Disk, Cargolifter oder OS/2?

Zu den längst vergessenen "Innovationen" gehört auch Apples iPhone, das genau heute vor zehn Jahren erstmals in Deutschland verkauft wurde. Vielleicht erinnert sich daran noch der/die eine oder andere. Während damals Marketing-Fuzzies und selbsternannte Apple-Fans vor Staunen und Begeisterung tagelang den Mund nicht mehr zu bekamen, wussten andere frühzeitig Bescheid – nicht zuletzt die Schwarmintelligenz in den einschlägigen Foren. Ein paar ihrer Expertisen konnte ich noch ausgraben:

  • "Wir reden hier von einem TELFON - meinetwegen eines mit VIELEN zusätzlichen Funktionen, die natürlich jeder tolle "Businessanwender" unter euch jeden Tag braucht - ALLESAMT - aber es bleibt unterm Strich ein TELEFON - NUR EIN TELEFON - HALLO! und der "iPhone-Rivale" ebenso! Wisst Ihr was? Ich habe zum Telefonieren auch ein Handy mit dabei - ansonsten besitze ich sowas wie ein altmodisches "Filofax" - ein in wirklich nettes Leder eingebundenes Ringbuchgerät im DIN A5 Format, wo ich Anfang jeden Jahres einen neuen Kalender für kaufe und wo meine Adressen und Termine drin stehen. Das Teil ist mittlerweile 10 Jahre alt, aber es 'funktioniert' wie am ersten Tag."
  • "was ist denn so toll an einem EiPhone? Mein olles Samsung ist jetzt über 6 Jahre alt und funktioniert immer noch? Wer surft denn mit den EiPhone wirklich?"
  • "Aber was ist nicht verstehe und das meine ich total ernst – warum viele Nutzer so mit diesem Zeug prahlen und es als unglaublich gut klassifizieren, aber nicht wissen warum. […] Es ist auch keine Kunst eine Benutzerführung einfach und intuitiv zu gestalten wenn kaum Funktionalität da ist. Es ist im Gegensatz dazu sehr anspruchsvoll Benutzer durch ein Gerät (PC, Handy, Waschmaschine...) zu führen welches sehr viele Funktionen bietet und flexibel ist. Aber flexibel und funktionsvielfalt war bei Apple in den ganzen jahren noch nie gefragt."

Und nicht nur die Schwarmintelligenz wusste Bescheid, sondern auch die echten, also die von ihren Unternehmen ernannten Experten und Strategen:

  • “500 Dollar für ein Telefon mit Vertrag? Das ist das teuerste Telefon der Welt und spricht Geschäftskunden nicht an, weil es keine Tastatur hat." – So der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer (an den erinnern wir uns natürlich gerne). Ballmer weiter: "There's no chance that the iPhone is going to get any significant market share. No chance."
  • Jon Rubinstein, ehedem CEO bei Palm: "Is there a toaster that also knows how to brew coffee? There is no such combined device, because it would not make anything better than an individual toaster or coffee machine."
  • Anssi Vanjoki, damals Chefstratege bei Nokia: "Even with the Mac, Apple has attracted much attention at first, but they have still remained a niche manufacturer. That will be in mobile phones as well."

Quellen:
heise online
Business Insider

Demnächst in diesem Blog: Warum man sich den Wankel-Motor aus der modernen Welt gar nicht mehr wegdenken kann.

 

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Zum 10-jährigen Jubiläum des iPhone gibt es in diesem Jahr auch ein Jubiläumsmodell, das iPhone X, zusätzlich zu den erst vor Kurzem vorgestellten iPhones 8 und 8 Plus. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, dass ein Hersteller ein neues Produkt auf den Markt bringt, aber die Erfolgsgeschichte des iPhone ist schon sehr beeindruckend. Apple hat das Smartphone nicht erfunden, aber das iPhone war ein Meilenstein, das den Markt durcheinanderwirbelte und auch die Art der Kommunikation stark beeinflusste.

Am 9. Januar 2007 hat Steve Jobs auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco das erste iPhone vorgestellt, am 29. Juni 2007 begann der Verkauf in den USA und am 9. November 2007 kam das iPhone nach Deutschland. Zunächst wurde das Gerät nur über T-Mobile vertrieben, ich kann mich noch gut an die Werbung erinnern und war sehr beeindruckt. Ein Grund für den Erfolg des iPhone war sicherlich die einfache Nutzung des mobilen Internets, die es jedem ermöglichte, das Gerät zu bedienen. Was früher nur Nerds fertigbrachten, kann jetzt auch Otto Normalverbraucher: E-Mails abrufen, Nachrichten lesen, im Internet recherchieren, Fotos ansehen und teilen und sogar mit dem Smartphone sprechen, um nur einiges zu nennen, was heute möglich ist. Dank immer neuen Apps erweitert sich die Bandbreite der Nutzung kontinuierlich. Ein Leben ohne Smartphone ist für viele heute kaum noch vorstellbar.

Smartphones sind nicht nur im Consumer-Bereich allgegenwärtig, sondern haben auch das berufliche Umfeld erobert. Selbst in Meetings sind sie anzutreffen, manchmal zum Leid der Teilnehmer, aber oft auch als Helfer. Schnell können Fakten oder fehlende Informationen nachgeschaut oder Dokumente geteilt werden, so dass ein Meeting nicht abgebrochen werden muss. Kalendereinladungen werden gleich mit der Adresse versehen. Mit einem Klick kann diese in der digitalen Karte aufgerufen werden, man weiß also gleich wohin. Auch mobiles Arbeiten ist nicht mehr nur auf Notebooks oder Laptops beschränkt. Smartphones sind eine gute Alternative, die auch beim Thema IT-Sicherheit mithalten können. Es gibt Lösungen, die ein sicheres, mobiles Arbeiten gewährleisten und selbst bei der Nutzung von nur einem Smartphone dienstliche und private Daten trennen, so dass die IT des Unternehmens keine Kontrolle über das Gerät hat, sondern nur Zugriff auf geschäftliche Daten. In den letzten Jahren haben sich diese Geräte zu einem Allrounder entwickelt, die einem das Leben vereinfachen. Viele Anwendungen sind inzwischen verfügbar, was vor einigen Jahren als unmöglich erschien. Ich bin wirklich sehr gespannt, was da noch alles kommt.

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