Kommunikation

Als Mitarbeiter in einer Kommunikationsagentur machen wir in unserem Job vor allem eins: kommunizieren. Und das tun wir überwiegend digital. Geschichten aus Zeiten, in denen Pressemitteilungen per Post verschickt wurden, können in unserer Agentur nur noch wenige erzählen. Der zentrale Vorteil digitaler Kommunikation liegt auf der Hand: Effizienz. Aber manchmal müssen wir angesichts der Gepflogenheiten in der digitalen Kommunikation einfach nur den Kopf schütteln.  

Ein Beispiel: die tägliche E-Mail-Schreiberei. Mal ehrlich: Wie oft haben wir schon eine E-Mail formuliert, nur um sie dann doch wieder zu löschen? Wie oft haben wir einen Kollegen gebeten, eine erhaltene E-Mail ebenfalls zu lesen, nur um sich anschließend über den implizierten Subtext austauschen zu können (ja, ja, da haben sich die Vorlesungen zu Textanalysen und Gedichtinterpretationen nämlich doch noch gelohnt)?

Während man die tägliche Knobelei, was jetzt genau mit dem Inhalt einer E-Mail gemeint sein könnte, noch als Denksport verbuchen kann, ist der Verlust der Umgangsformen ein weit größeres Ärgernis. Denn in der neuen Kommunikationslogik werden Anreden und Abbinder häufig vernachlässigt. Klar, wenn die zwölfte Ein-Satz-E-Mail geschrieben ist, fehlt die Geduld für langes Vorgeplänkel. Von einem Mindestmaß an Umgangsformen sollte man allerdings dennoch ausgehen können – nicht ohne Grund wurde uns schon in unserer Kindheit der heiß begehrte Keks mit einem langgezogenen „Wie heißt das Zauberwort?“ verwehrt.  

Ein weiterer Nebeneffekt der Digitalisierung unserer Kommunikation begegnet uns durch den inflationären Einsatz von Emojis im täglichen E-Mail-Verkehr. Ja, manchmal hat man Grund zur Freude und wie sollten wir unsere Gefühle in einem emotionslosen Tool wie einer E-Mail sonst darstellen? Trotzdem sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass Smileys insbesondere im professionellen Kontext häufig fehl am Platz sind. Spätestens in journalistischen Texten haben sie schlicht nichts mehr zu suchen.

Digitalisierung hin oder her: Vielleicht ist es an der Zeit, doch mal wieder zum guten alten Telefonhörer zu greifen. Am besten mit Schnur.

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Wer heute Früh auch im Münchner S-Bahn-Chaos auf der Stammstrecke festgesteckt ist, weiß wahrscheinlich, wovon ich gleich schreiben werde, denn die Kommunikation in solchen „Ausnahmefällen“ ist meist verwirrend bis kurios.

Man möchte meinen, dass jeder Lokführer eine Art Kommunikationsschulung bekommen hat, damit er weiß, wie die Fahrgäste in solchen Fällen angemessen zu informieren sind. Oder, dass sie zumindest ein Handbuch vorliegen haben, mit Standard-Formulierungen, unter welchen man in solchen Fällen auswählen kann.

Aber weit gefehlt. Das merkt man spätestens dann, wenn auf bayrisch eine Schimpftirade aus dem Lautsprecher dröhnt, wenn wieder einmal die Lichtschranke blockiert wird und die S-Bahn am Weiterfahren hindert. Auch wenn die Beleidigung der Fahrgäste manchmal sehr eloquent vorgetragen wird, wie ich im Herbst hören durfte: „Irgendwie traurig, wenn man in einer so hochentwickelten Gesellschaft wie der unsrigen ein derart primitives Vorgehen noch erläutern muss.“ Wo er recht hat ...

Heute Morgen zog der Triebwerksschaden einer S-Bahn jedenfalls einen ausgewachsenen Stau nach sich. Als absehbar war, dass es „in Kürze“ (an dieser Stelle darf herzlich über diesen Euphemismus gelacht werden) wieder weitergeht, war davon die Rede, dass sich „das gestörte Fahrzeug langsam in Bewegung setzt“.

Ist ein Fahrzeug mit einer Störung gestört? Wie auch immer. Für Erheiterung sorgte die Formulierung in jedem Fall bei dem einen oder anderen Mitreisenden.

Ein Bekannter von mir saß in dem „gestörten Fahrzeug“ und durfte sich anhören, dass der Fahrdienstleiter überfordert sei. Auch im Regio, in den ich in der Zwischenzeit umgestiegen bin, wurden die 13 Minuten Verspätung der „Unfähigkeit der Fahrdienstleitung“ in die Schuhe geschoben.

Genau so läuft es leider oft ab – bei kleinen Krisen wie bei großen. Da äußern sich Mitarbeiter, die nie ein Medientraining – oder wie in diesem Fall – eine wie auch immer geartete Kommunikationsschulung erhalten haben. Gut, vielleicht haben sie auch davon gehört, dass man in Krisen möglichst transparent kommunizieren sollte. Dass es aber einen Unterschied macht, ob man von einem technischen Defekt spricht und diesen genauer benennt oder gleich Kollegen Unfähigkeit unterstellt, sollte eigentlich auf der Hand liegen.

In diesem Fall hätte es gereicht, sich einfach für die Verspätung zu entschuldigen. Nebenbei: 13 Minuten sind für leidgeplagte Bahnfahrer sowieso Usus und kein Grund für das Anzetteln eines Shitstorms.

Ich habe mir schon überlegt, all diese Lautsprecherdurchsagen zu sammeln, in ein für die Bahn angemessenes Wording zu „übersetzen“ und daraus das längst überfällige Handbuch zu machen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es bereits Kommunikationsrichtlinien, die in den Augen der Lokführer aber nur aus Floskeln bestehen, die sie den leidgeprüften Fahrgästen nicht zumuten wollen, und daher lieber frei von der Leber weg ihrem eigenen Frust Luft machen?

Für uns als Pendler mögen solche Äußerungen oft amüsant sein, aber aus Unternehmenssicht ist es nicht das beste Aushängeschild, wenn man mit internen Unzulänglichkeiten so offen hausieren geht.

Gute (Krisen-)Kommunikation sieht jedenfalls anders aus. Auch im Kleinen.

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Online-PR https://de.wikipedia.org/wiki/Online-PR wird oftmals nur als die Erweiterung der klassischen Pressearbeit im Internet betrachtet. Kein Zweifel, die direkte Kommunikation mit Journalisten ist nach wie vor sehr wichtig in der PR, um ein positives Medienecho zu erzielen und somit die Bekanntheit eines Unternehmens, einer Marke oder eines Produkts zu erhöhen. Online-PR jedoch bietet viele weitere Möglichkeiten, die Zielgruppen vor allem schnell zu erreichen – also nicht nur Journalisten, sondern auch andere Multiplikatoren – dank der vielen Facetten von Social Media. Egal ob Twitter, Foren, Blogs, Communities oder andere Plattformen zum Teilen von News, Bildern, Dokumenten und Meinungen, diese Dienste ziehen viele Nutzer an. Der Mehrwert für die PR ist damit klar. Hier besteht die Möglichkeit, laufende Diskussionen mitzugestalten, Blogkommentare und Forenbeiträge zu verfassen oder Facebook-Fans zu gewinnen. Wichtig ist jedoch auch hier die Spielregeln zu kennen und zu achten. Es ist nicht damit getan, ein Profil zu erstellen und einmal zu twittern. Kontinuität ist das Zauberwort. Wie bei allen Social-Media-Aktivitäten muss man ständig "am Ball bleiben" und Beziehungsarbeit leisten, das erfordert viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit.

Also alles anders bei Online-PR? Nein, Online- und Offline-PR können, besser sollten, sich gegenseitig ergänzen. Und wenn alle Kanäle gut und effektiv genutzt werden, erreicht das Unternehmen damit eine umfassende Aufmerksamkeit. Auch in der Online-PR sind die Regeln der klassischen, analogen PR gültig: Journalisten wünschen sich zielgruppenrelevante, leicht verständliche, vollständige und doch kompakte Informationen. Unwichtiges und Unpassendes wird schnell aussortiert und landet im digitalen Mülleimer. Für beides gilt also: Wenn eine "News" keine ist oder ein Produkt nicht überzeugt, kann auch die professionellste PR kaum helfen.

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Ein Leben ohne Social Media? Kaum mehr vorstellbar. Auch Unternehmen haben die Bedeutung von Social-Media-Kanälen für die interne und externe Kommunikation längst erkannt und in Ihre Unternehmenskommunikation integriert – viele leider ohne konkrete Strategie. Deswegen holen sich einige Unternehmen einen erfahrenen Partner ins Boot, um in die Social-Media-See zu stechen, während andere einen überstürzten Kopfsprung in unbekannte Gewässer wagen.

Wir haben fünf Tipps zusammengestellt, die Unternehmen bei der Umsetzung einer erfolgreichen Social-Media-Strategie beachten sollten.

1. Where’s the beef?

Wie überall gilt auch im Web 2.0: Wenn du nichts zu sagen hast, dann sag lieber nichts. Gerade in Sozialen Netzwerken kann das weitreichende Folgen haben: Wer nichts Spannendes zu erzählen hat, wird schnell abgestraft. Das „Entfolgen“-Knöpfchen ist halt doch noch ein wenig schneller und anonymer gedrückt als eine „Unsubscribe“-Mail.

2. Was wollen wir heute twittern?

In der internen und externen Kommunikation sind lange Freigabe- und Abstimmungsprozesse häufig an der Tagesordnung. Doch um an tagesaktuellen Branchendiskussionen in Sozialen Netzwerken teilzunehmen, bleibt dafür nicht viel Zeit. Umso wichtiger ist es, die Aktivitäten im Vorfeld so detailliert wie möglich abzustimmen. Dürfen Artikel von Wettbewerbern geteilt werden? In welchem Bereich will sich das Unternehmen positionieren? Nach dieser Planung sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern bzw. der beauftragten Agentur soweit vertrauen, dass keine weitere Abstimmung mehr nötig ist. Denn Hand aufs Herz: wie aktuell kann ein Tweet sein, der einen Monat im Voraus abgestimmt wurde?

3. Vertrauen ist gut – Kontrolle aber auch

Eine aussagekräftige Erfolgsmessung in Sozialen Netzwerken allein über die Anzahl der Follower ist nicht ausreichend. Viel wichtiger sind Retweets, Likes und Kommentare, denn den Algorithmen von Google und Facebook ist unsere Follower-Zahl herzlich egal. Im Netz stehen zahlreiche (auch kostenfreie) Tools zur Verfügung, um den Erfolg in Social-Media-Kanälen zu messen. Ein Klick lohnt sich.

4. Aktion – Reaktion

Die Aktivität auf Social-Media-Plattformen darf sich nicht allein auf das Posten von interessanten Meldungen beschränken, vielmehr müssen Unternehmen sich aktiv vernetzen und Kontakte pflegen. Darüber hinaus ist eine schnelle Reaktionszeit entscheidend: Kommentare oder Kritik sollten nicht zu lange unbearbeitet bleiben – egal ob Lob oder Shitstorm-Flut.   

5. Drama, Baby!

Eine Sache bereitet vielen Unternehmen großes Kopfzerbrechen: Soziale Netzwerke brauchen Emotionen. Kommentare, über die wir unsere Köpfe schütteln; Videos, die uns zum Lachen bringen; Artikel, die uns nachdenklich machen. Natürlich eignen sich auch weniger emotionale Inhalte, dennoch gilt: Im Web 2.0 darf man sich ruhig auch einmal etwas trauen!

Abschließend lässt sich festhalten: Ein erfolgreicher Social-Media-Kanal erfordert ebenso viel Planung, Aufwand und Zeit wie die Umsetzung klassischer PR-Instrumente. Deswegen: Machen Sie #socialmedia. Aber nehmen Sie sich Zeit dafür!

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Wenn wir PR-Berater unseren Familien und Freunden von unserer Arbeit erzählen, ernten wir ab und zu verwunderte Blicke. Dann fragen wir uns, was an der Erzählung nicht verständlich war? Die Aussage, ich habe eine Medienliste mit Tier-1-Publikationen für eine Pitch-Präsentation recherchiert, ist doch eindeutig. Oder etwa nicht?

Wenn ich genau darüber nachdenke, gibt es doch einige Ausdrücke, die für uns PR-Berater selbstverständlich geworden sind, und wir setzen diese auch gerne in privaten Unterhaltungen ein. Nachdem mir das mal wieder bewusst geworden ist, habe ich angefangen, eine Liste mit Begriffen zu erstellen. Und herausgekommen ist das PR-ABC. Würde ich noch länger an der Liste arbeiten, würden mir bestimmt noch weitere Begriffe einfallen. Überrascht hat mich, dass ich tatsächlich jedem Buchstaben mindestens einen Ausdruck zuordnen konnte. Selbst für die eher „unpopulären“ Buchstaben wie C, U,V oder W gibt es gleich mehrere Begriffe – bei dem Spiel Stadt, Land, Fluss dagegen bedeuten diese Buchstaben nahezu eine Null-Runde.

A = Agentur, Advertorial, Anzeigenpreise, Auflagen, Agenturrabatt, Activity Report, Analysten, Akquise

B = B2B/B2C/B2One, Budget, Blog, Briefing, Belegexemplar, Buzzwords, Briefing Book, Best Practice, Blogger Relations, Boilerplate, Bildmaterial, Broschüren, Brand Campaign, Branche

C = Case Study, Corporate, Call, Clippings, Customer Journey, Content is King!, Company Profile, Content Roadmap, Coverage, Clipping-Dienst, Channel, CVs, Checkliste

D = De-brief, DACH-Region, Dos und Don’ts, Digital Content

E = E-Mail, Excel, Embargo, Editorial Calendar, Experte, EMEA, Externe PR, Enterprise, ePaper

F = Fachartikel, Facebook, Flickr, Fremdkosten, Fact Sheet, Facts & Figures, Fragebogen, Freelancer

G = Google+, Gerätetest, Guidelines, Gewinnspiele, Grafiken

H = Handling Fee, Headline, Hub

I = Interview, Instagram, Infografik, Info-Mail, Interne PR, Input

J = Journalisten

K = Konzept, Kunden-Event, Kommentar, Krisen-PR, KVAs, Kommunikation, Key Performance Indicator (KPI), Kampagnen, Kick-off

L = LinkedIn, Launch, Lead Agency, Logos, Leitfaden, Locations

M = Messen, Maßnahmen, Meeting, Medien, Media-Mix, Media Alert, Medientraining, Mailing, Mediadaten, Messaging, Mediendienstleister, Materndienst, Multichannel-Commerce, Marketingplanung, Marktübersicht, Media Mapping, Media Audits, Media-Kooperationen

N = Neue Kanäle, Newsletter, News Room, Networking

O = Online-Medien, OOO (= Out of Office), Opportunity

P = Presseinformation, Pitch, Powerpoint, Pinterest, Presse-Tour, PDF, Print-Medien, Projektplanung, Presse-Lunch, Pressemappe, Press Office, PR-Planung, Positionierung, Presseanfragen, Portale, PR-Ergebnisse, Produktinfos

Q = Quellennachweis, Quartalsplanung, Q&As

R = Retainer, Reichweite, Redaktionsschluss, Roundtable, Road Show, Reporting, Redaktionsbesuche, Recherche/Research, Redaktion, Return on Investment (ROI)

S = Strategie, Social Media, Speaking Opportunities, Studien, Sonderthemen, SWOT-Analyse, Sprecherliste, Stakeholder, SEO, Statement

T = Twitter, Tier 1 und Tier 2, Testimonial, Trendthemen, Templates, Themenplan

U = Umfragen, Unique Selling Proposition (USP), Übersetzungen

V = Veröffentlichungen, Videos, Verteiler, Vertikal-Medien, Vorlagen, Verträge, Veranstaltungskalender

W = Word, Workshops, Website, Whitepaper, Wording, Wirtschaftspresse, Wettbewerb

X = XING

Y = YouTube

Z = Zielgruppen, Zeiterfassung, Zitate

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… stehen sie auf der Agenda – die Weihnachtsgrüße an Kunden und Geschäftspartner. Ist man kein konsequenter Kartenschreibverweigerer, ist die Frage dabei weniger, ob Karte ja oder nein, sondern in welcher Form: per Post oder elektronisch. 

Wir wollen an dieser Stelle eindeutig für die traditionelle Weihnachtskarte plädieren. Zugegeben, die physische Weihnachtskarte erscheint in der digitalen Welt inzwischen fast wie ein Anachronismus. Möchte man aber einen bleibenden und persönlichen Eindruck hinterlassen, sollte man sich auf jeden Fall für eine „richtige“ Weihnachtskarte entscheiden. Natürlich können auch elektronische Wünsche bei guter und persönlicher Formulierung einen bleibenden Eindruck beim Adressaten hinterlassen. Die „echte“ Weihnachtskarte zeigt dem Empfänger aber: hier hat sich jemand Zeit genommen und Mühe gemacht. Die handgeschriebenen Wünsche bringen dem Empfänger eine besondere Wertschätzung entgegen – mit einem Wisch oder Klick ist eben nicht alles weg. Daher sollten gute Kunden und enge Geschäftspartner auf jeden Fall mit einer persönlich formulierten, handschriftlichen Karte bedacht werden. 

Kleiner Selbsttest zum Schluss: Was erhalten Sie selbst lieber – eine standardisierte E-Mail oder eine handgeschriebene Karte? Eben.

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Die Köstliche Intelligenz macht weiter Fortschritte. Aus unserem Alltag ist sie schon – na was wohl? – nicht mehr wegzudenken! Dabei habe ich es durchaus versucht, das Wegdenken. Hat aber nichts genutzt. Sie war dann gleich wieder da, die KI – in ihrer derzeit beliebtesten Erscheinungsform der Autovervollständigung.

Und was bringen simple Buchstabendreher mit KI für wundersame Erscheinungen hervor. Aus "Ziel" wird "Sie", aus "Usus" macht sie "USA" und erst vor ein paar Tagen vervollständigte KI aus "Die Sache ist wegen …" kurzerhand "Die Sache Mistwegen …" (in welchen Kontexten wohl ein Begriff wie "Mistwege" eine Rolle spielt, wäre in einem separaten Beitrag zu klären). Auf die Frage "Wann können wir telefonieren?", antwortet mir ein Geschäftspartner: "Ab 9. Oktober." Natürlich will gut Ding Weile haben, aber man wundert sich Anfang März schon ein wenig über das Ausmaß der guten Weile. Eine Viertelstunde später kam die Auflösung: "Sorry. Blödes Autovervollständigen, ich meine ab 9 Uhr." Ja KI, da wäre dann sogar das ursprüngliche "9 Ohr" kommunikativer gewesen. In diesem Sonne: Leber nieder wegschenken.

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Wie wichtig PR für Unternehmen ist, ist den meisten Firmenchefs inzwischen bewusst. Kaum ein großes Unternehmen, das sich nicht planmäßig um seine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmert, und auch kleinere Firmen erkennen immer mehr die Wirkung professioneller PR. Die strategische Kommunikation konzentriert sich insbesondere bei kleineren Unternehmen allerdings häufig auf die externe Kommunikation, also den Austausch mit Presse, Kunden und Partnern.

Stiefmütterlich behandelt wird häufig die interne Kommunikation, also der Dialog mit den eigenen Mitarbeitern. Dass diese und ihre Motivation die Basis für den Unternehmenserfolg sind, würde wohl jeder Firmenchef unterschreiben – die Praxis sieht jedoch oft anders aus. Häufig erfahren Mitarbeiter von wesentlichen Entwicklungen im Unternehmen erst im Nachhinein, ob über den Flurfunk, die Firmen-Website oder aus den Medien. 

Dabei handelt der Großteil der Chefs bestimmt nicht in böser Absicht – vermutlich sind ihnen Bedeutung und Folgen mangelnder interner Kommunikation einfach nicht bewusst. Der direkte Dialog mit den eigenen Mitarbeitern, er dient ja nicht nur der Information und dem Wissenstransfer, sondern bringt den Mitarbeitern immer auch eine gewisse Wertschätzung und Respekt entgegen. Eine gute interne Kommunikation sorgt für Transparenz, unterstützt die Identifikation und Bindung der Belegschaft an das Unternehmen, fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl und wirkt nicht zuletzt auch einer brodelnden Gerüchteküche entgegen.

Interne und externe Kommunikation müssen daher Hand in Hand gehen und als oberste Managementaufgabe gesehen werden – dessen sollte sich die Führungsetage stets aufs Neue bewusst werden.

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Seit es Blogs gibt, sind sie auch ein Thema für die Unternehmenskommunikation. Klar, sie bringen dafür schließlich ideale Voraussetzungen mit: Hier kann ein Unternehmen sich und seine Sicht der Dinge ohne jegliche Restriktionen darstellen, während man sich bei Facebook, Twitter oder YouTube an die Gegebenheiten der jeweiligen Plattform halten muss und am Ende nicht weiß, ob einem ein eingestelltes Foto überhaupt noch gehört.

Im Blog ist man dagegen Herr im Haus. Hier hat ein Unternehmen die Möglichkeit, sich so zu präsentieren, wie es gesehen werden will. Hier besteht die Möglichkeit, seine Ansichten über eine beliebige Auswahl von Themen, seien es Technologien, Märkte, Hintergründe, Zusammenhänge, Mitbewerber, eigene oder fremde Aktivitäten, darzulegen.

Ohne Restriktionen heißt dabei, dass man weder auf die Themenplanung oder Interessen von Medien Rücksicht nehmen muss, dass man aber auch nicht mehr unter dem unmittelbaren Diktat des Vertriebs steht, der mit jeder Aktivität ein direkt messbares Umsatzplus erreichen oder zumindest Leads generieren muss. Im Blog kann ein Unternehmen umsetzen, was Social Media verspricht: Dialog mit Kunden und Interessenten, Kommunikation in beide Richtungen.

Das war die Theorie, die bekanntlich grau ist. Wie dagegen die Praxis aussieht, zeigt eine Studie, die wir im Auftrag von uns selbst durchgeführt haben. Untersucht wurden dabei die Unternehmens-Blogs der 100 wichtigsten IT-Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse waren – gelinde gesagt – ernüchternd, Näheres kann man hier nachlesen.

Lediglich 24 von 100 Unternehmen haben überhaupt Unternehmens-Blogs in deutscher Sprache, von denen – bei genauerem Hinsehen – nur sieben gehobenen Ansprüchen genügen konnten. Lob verdienten sich schließlich nur die Blogs von Datev und SAS.

Die Mängelliste der Übrigen ist lang: Bei den einen erscheinen Beiträge nur alle paar Wochen oder Monate, andere sind so gut auf den Websites versteckt, dass man meinen könnte, die betreffenden Unternehmen würden sich ihrer schämen. Wieder andere fallen durch Textwüsten oder konfuses Layout auf. Das verbreitetste Übel aber ist, dass viele Unternehmen ihren Blog für die Zweitverwertung von anderweitig erstellten Texten missbrauchen. Da werden dann Pressemitteilungen 1:1 wiedergegeben oder man stellt der Einfachheit halber gleich Marketing-Unterlagen ein.

Die Frage stellt sich: Wer will das lesen? Sollte ein Blog nicht etwas Anderes sein? Sollte er nicht inhaltliche Vielfalt bieten und persönlichen Stil? Angenehm und wenn möglich schnell zu lesen? Und war da nicht was mit Hintergründen und Zusammenhängen?

Wir haben uns, solcherart enttäuscht, natürlich gefragt, ob wir nicht falsche Erwartungen hatten. Aber wir sind nicht die Einzigen, die beim Lesen von Unternehmens-Blogs ein ungutes Gefühl haben. Wir zitieren hier ausnahmsweise etwas ausführlicher den Kollegen Nico Lumma, der Anfang des Jahres in seinem Blog "Lummaland" unter dem Titel "Die Sache mit den Unternehmensblogs" ein hartes Urteil fällte:

Die Realität sieht so aus, dass Unternehmensblogs strunzend langweilig sind. Sie sind genauso rundgeschliffen wie die Pressemitteilungen, was daran liegt, dass sie meistens aus derselben Abteilung kommen. […] Herauskommen Blogs, die vor lauter Langeweile nur so strotzen, die Jubelmeldungen schreiben, die langweiligste Blicke hinter die Kulissen bieten, ohne etwas zu verraten […]

Was ist aus der Idee geworden, den Blickwinkel des Nutzers einzunehmen? Will der Kunde wirklich noch mehr Infos haben, will der wirklich wissen, wie die zuständige Produktmanagerin aussieht und welche Hobbies sie hat? […] Deutsche Unternehmensblogs sind hingegen stiefkindlich betreute Resterampen für mäßig interessante Pressemeldungen. […]

Unternehmensblogs haben ein irres Potential, da Unternehmen mit Unternehmensblogs selber die Geschichten erzählen können, die sie erzählen wollen, ohne dafür Journalisten und andere Intermediäre zu benötigen. Unternehmensblogs können faszinieren, Unternehmensblogs können inspirieren, aber insbesondere deutsche Unternehmensblogs strotzen vor Langeweile.

Lumma kommt zu dem Schluss, Unternehmensblogs seien "eines der größten Irrtümer der Kommunikationsbranche der letzten 10 Jahre". Soweit würden wir nicht gehen – immerhin haben wir ja noch fünf brauchbare und zwei gute Blogs gefunden. Aber nachdem wir ein paar Dutzend Unternehmens-Blogs angeschaut haben, wissen wir schon, was Lumma meint – und was ihn zur einer etwas inflationären Verwendung des Worts "langweilig" veranlasst hat.

Dabei sind wir auf die Sache mit dem Dialog, dem eigentlich heiklen Punkt der Unternehmens-Blogs, noch gar nicht eingegangen. Auch dazu mehr in unserem Whitepaper.


Langeweile im Blog? Katzen-Content hilft immer. 

Interview mit unserem Geschäftsführer Alain Blaes zur PR-COM-Studie über B2B-Blogs deutscher ITK-Unternehmen:

 

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Nachdem wir uns vor einiger Zeit den deutschsprachigen Social-Media-Aktivitäten von – Endverbraucher-orientierten – Smartphone-Herstellern gewidmet haben, haben wir diesmal B2B-Anbieter unter die Lupe genommen, und zwar die führenden Softwarehersteller. Schon im Vorfeld hatten wir gemutmaßt, was das Ergebnis sein würde, und haben recht behalten: freundlich ausgedrückt verschenken auch diese Unternehmen ihr Social-Media-Potenzial.

Irgendwie betreiben alle untersuchten Hersteller Social Media, aber eben auch nur irgendwie. Wenigstens verlinken die meisten die Kanäle auf ihrer Homepage, das kann man schon fast als Fortschritt betrachten. Ansonsten sieht es eher mager aus: Inhalte werden oft 1:1 direkt aus Presseinformationen übernommen; anspruchsvolle, weil arbeitsintensive, Kanäle wie YouTube werden eher nachlässig behandelt, und ansonsten sieht alles eher lieblos denn professionell aus. Der Eindruck, der entsteht: Man gibt sich nicht viel Mühe. Der Geist von Social Media glänzt bei den meisten Anbietern mit Abwesenheit (rühmliche Ausnahme ist die DATEV, die einen hervorragenden Job macht).

Das alles ist keine neue Erkenntnis. Wir wundern uns seit vielen Jahren, warum große Unternehmen mit ausreichend Manpower und Budgets nicht in der Lage sind, ihre Kommunikation professionell zu gestalten – schlimmer noch: nicht mal das ABC der Kommunikation beherzigen. Gewiss, Social Media ist aufwändig, aber es gibt viele kleine Unternehmen, die es ganz gut auf die Reihe bekommen. Warum also nicht die Großen? Ich glaube und habe es schon oft wiederholt: Viele Unternehmen haben offenbar keinerlei Interesse an einem vollwertigen und mit weiten Befugnissen ausgestattenen Kommunikationsvorstand, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer. Der oft katastrophale Auftritt, von dilettantischen Inhalten bis zu widersprüchlichen Botschaften, ließe sich damit auf jeden Fall vermeiden. Der mäßige Social-Media-Auftritt ist nämlich nur die Spitze des Eisbergs.

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