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Referenzkunden sind das A und O für jedes Unternehmen, denn wie sonst sollte man beweisen, dass die eigene Lösung oder das Produkt auch tatsächlich das hält, was in Pressemitteilungen und Marketing-Kampagnen versprochen wird.

Ich habe kaum ein Interview in den letzten Jahren erlebt, in dem nicht nach einem Referenzkunden gefragt wurde. Besonders beliebt sind Referenzen natürlich für neue Produkte und Technologien. Leider halten sich Unternehmen dazu in Gesprächen oft bedeckt beziehungsweise sind vage, während sie in Pressemitteilungen hingegen sehr auskunftsfreudig scheinen.

Und genau hier kommen wir zu einem Paradox, das mir immer wieder begegnet: Während in Interviews Referenzkunden ein großes Thema für Journalisten sind, werden Pressemitteilungen über eben diese kaum beachtet. Deutsche Medien scheinen dann selbst von großen, weltweit bekannten Unternehmen wie British Airways noch nie etwas gehört zu haben, von kleineren Unternehmen ganz zu schweigen.

Woher also kommt die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot in diesem Fall? Natürlich werden individuelle Geschichten statt Pressemitteilungs-Massenware bevorzugt, aber immerhin sind Kundenmeldungen doch schon mal ein guter Anfang, oder nicht? Denn vielleicht verbergen sich ja gerade hinter den kleinen Referenzunternehmen die wirklich spannenden und innovativen Geschichten.

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Ausblicke und Trends sind ein äußerst beliebtes Thema zum Jahreswechsel. Für uns besonders interessant sind natürlich die Aussichten für die IT-Branche: Was bringt das Jahr 2017 für die IT?, Welche Technologien muss man 2017 auf jeden Fall auf der Agenda haben? Nicht weniger spannend sind für uns aber auch die Medientrends der Zukunft. Mit der Digitalisierung und der starken Verlagerung auf Online hat sich für unsere tägliche Arbeit und den Blick auf das große Ganze vieles verändert. Davon abgesehen, dass IT und Medien inzwischen eine ziemlich große Schnittmenge aufweisen.

Mit den Medientrends 2017 hat sich auch das internationale Marktforschungsunternehmen Kantar Millward Brown auseinandergesetzt und kürzlich veröffentlicht, worauf wir uns im neuen Jahr und darüber hinaus einstellen dürften.

Demnach werden die Trends der Zukunft von der „Generation Z“ geprägt – geboren zwischen 1997 und 2011 und auch als „Post-Millenials“ oder „Centennials“ bezeichnet. Sie gilt als genügsam, achtsam, fleißig und legt großen Wert auf Gemeinschaftlichkeit. Und was bedeutet das laut Studie für ihre Erwartungen an die Medien? Die wichtigsten Prognosen sehen zum Beispiel so aus:

  • Transparenz und Authentizität: Marken und Unternehmen werden künftig noch tiefere Einblicke und mehr Details über sich, ihre Geschichte und ihre Produkte preisgeben müssen, um den Erwartungen gerecht zu werden.
     
  • Vernetzung und Synergien: Die heutige Fülle an Informationsquellen erfordert eine immer intensivere und persönlichere Begleitung der (Medien-)Konsumenten über die einzelnen Medien hinweg – sowohl online als auch offline. Das bedeutet crossmediale, aufeinander abgestimmte Botschaften, ohne dabei die Bedeutung und Funktion jedes einzelnen Kanals aus dem Blick zu verlieren.
     
  • Visualisierung: Mobile Endgeräte bieten immer wieder neue Möglichkeiten für die Verarbeitung und Darstellung von Content. Virtual Reality, Augmented Reality, 360°-Videos – die Zukunft liegt in der Visualisierung.

Allen Kennern der aktuellen IT-Trends fällt dabei eines auf: Es lässt sich mehr als nur eine Parallele zwischen Medien und IT erkennen. Sicherheit und Vertrauen spielen in beiden Bereichen eine ganz zentrale Rolle. Anforderungen und Wünsche – sowohl von IT-Kunden als auch Medien-Konsumenten – werden auf immer individuellere und persönlichere Art und Weise bedient. Und zu guter Letzt, wie auch dieses Beispiel zeigt und vorerst weiterhin ganz großer Trend: Die immer stärkere „Vernetzung of everybody and everything“.

Spannend ist aber nicht nur der Blick in die Zukunft, sondern auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr. Mir fällt dabei als erstes das „Internet der Dinge“ ein. Und was war für Sie der Trend 2016?

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Gestern, am 1. August, trat das neue Leistungsschutzrecht in Kraft. 

So heiß umkämpft das LSR bei der Verabschiedung war, das Inkrafttreten ging so geräuschlos über die Bühne, dass man sich fragen konnte: war da was? Wer nicht gut aufgepasst hat, hat es verpasst.  

Google darf also seit Donnerstag nicht mehr "Snippets" aus dem Verlags-Content für sein Google-News nutzen, das verbietet nun das LSR. Seitens der Verlage hatte man sich vorgestellt, Google würde ein wenig vom Kuchen abgeben, also Snippets bezahlen. Offenbar denkt Google gar nicht daran. Darf nicht heißt daher jetzt konkret: Google hat die Verlage schriftlich um Erlaubnis gebeten, Snippets kostenlos verwenden zu dürfen. Wer nicht zustimmt, fliegt ganz raus, mit Snippet und Link. Absehbare Folge: Google darf. Bis auf die Rhein-Zeitung aus Koblenz haben alle Verlage, also auch die Vorreiter bei der Durchsetzung des LSR, Googles Ansinnen zugestimmt.

So ergaben sich folgende Unterschiede bei Google-News, am 31.7., also vorher:

und heute, am 2.8., also nachher

Frappierend nicht wahr? Google-News sieht aus wie immer. Bis auf die News aus Koblenz natürlich, die fehlen jetzt. 

Das LSR war irgendwie … wie kann man es schön formulieren? … ein Schuss in den Ofen. Stefan Niggemeier, Blogger und bekennender Gegner des LSR, verweist dauf, dass die Verlage zwar ein "gigantisches PR-Debakel" erzeugt hätten, aber noch lange nicht aufgeben würden. Die Google-News-Einwilligungserklärungen seien alle nur vorläufig, die Verlage würden derweil über Modelle nachdenken, wie sie trotzdem an Google-Kuchen kommen könnten. Bisher scheint ihnen da noch nicht viel eingefallen zu sein, genug Zeit zum Nachdenken wäre eigentlich gewesen. 

Das heißt: Erste Runde an Google, aber: Der Kampf ums Leistungsschutzrecht hat erst begonnen.

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