MWC

Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vom 27. Februar bis 2. März 2017 wirft seine Schatten voraus. Wer die Vorberichterstattung verfolgt und sich beispielsweise für die neuesten Smartphones interessiert, kommt zu dem Schluss: Es gibt nichts wirklich Neues oder Innovatives. Die Hersteller verbessern ihre Geräte im Detail, etwas tatsächlich Revolutionäres ist nicht zu erwarten. Das Urteil der Kollegen von heise.de lautet: „Die vergleichsweise junge Gerätekategorie der Smartphones scheint zehn Jahre nach der Vorstellung des iPhone fertig.“ Zumindest stagniert die Entwicklung weitgehend, dem stimme ich zu. Spannend finde ich allerdings, was sich unter dem Stichwort „erweiterte Intelligenz“ beziehungsweise digitale Assistenten tut. Möglich, dass dies den Smartphones zu einem neuen Aufschwung verhilft. Denn seien wir einmal ehrlich: Als Steve Jobs im Januar 2007 das erste iPhone vorstellte, konnten nur die wenigsten sich vorstellen, dass ein Touch-Interface in kurzer Zeit alle anderen Bedienkonzepte auf Smartphones verdrängen würde. In der Zwischenzeit sind selbst die letzten noch verbliebenen Tastaturfans konvertiert.

Der Fokus auf Smartphones verstellt zudem den Blick darauf, dass der MWC weit mehr ist als eine Handymesse. Er ist eine Veranstaltung, auf der sich die Mobilfunkbranche trifft, sprich die Netzbetreiber und -ausrüster. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung als GSM World Congress 1987 in London statt – dem gleichen Jahr, in dem GSM (Global System for Mobile Communications oder Groupe Spécial Mobile) zum Standard erkoren wurde. Dass sich in den letzten Jahren die Mobilfunkbranche – inklusive aller Markteilnehmer – massiv gewandelt hat, wird niemand bestreiten. Von den 2G-Mobilfunknetzen, die erstmals 1991 in Finnland den Betrieb aufnahmen, bis zur heutigen vierten Mobilfunkgeneration (LTE) oder gar der 4,5. Generation (LTE Advanced) war es ein langer und oft durchaus revolutionär verlaufender Weg. Und mit 5G steht schon die nächste Generation bereit, die bis 2020 Marktreife erlangen soll. Die Mobilfunkbetreiber testen 5G und bereiten den Aufbau von 5G-Infrastrukturen vor. Statt der bisherigen proprietären Hardwarekomponenten setzen Netzwerkausrüster auf Open-Source-Lösungen. Dies fällt durchaus in die Kategorie „schleichende Revolution“.

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