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Das amerikanische Unternehmen X hat also einen neuen Vertriebsleiter für die Ostküste.

Na schau mal einer an.

Das amerikanische Unternehmen Y hat doch tatsächlich eine Partnerschaft mit einem regional tätigen Unternehmen in Oregon geschlossen.

Wer hätte das gedacht.

Das amerikanische Unternehmen Z hat jetzt ein neues Produkt. In Deutschland wird es das aber leider nicht geben.

Ist ja hochinteressant.

So oder so ähnlich muss es in den Köpfen deutscher Redakteure aussehen, wenn sie sich täglich durch die Pressemitteilungen klicken, die ihnen im Auftrag US-amerikanischer Unternehmen zugeschickt werden und sie dabei mit komplett irrelevanten Nachrichten überschwemmen.

Hinter diesen Fällen steckt meist ein- und dasselbe Problem. Amerikanische Firmen beauftragen globale Agenturen mit der PR für alle Länder. Klar, so eine Agentur lässt sich ja auch zentral steuern und überwachen. Außerdem ist es kostengünstiger als sich mit lokalen Agenturen vor Ort auseinanderzusetzen. Der Haken dabei wird dann meist übersehen oder schlichtweg ignoriert: Die zentrale Agentur betreibt zwangsläufig eine globale PR der Gleichmacherei. Alle Themen und Inhalte werden einfach global ausgerollt. Und landen zwecks mangelnder Relevanz häufig direkt im lokalen Papierkorb.

Und selbst Pressemitteilungen, die tatsächlich von lokaler Bedeutung sind, teilen oft dasselbe Schicksal. Denn genauso wenig wie auf ihre Relevanz für die einzelnen Märkte nehmen die globalen Agenturen Rücksicht auf ihre kulturellen Gegebenheiten. Die US-amerikanischen Texte werden in vielen Fällen einfach eins zu eins übersetzt. Mit dem Ergebnis, dass sie vor Superlativen strotzen, keine Wiederholung scheuen und hierzulande völlig unbekannte VIPs mit großen Sprüchen zitieren. In deutschen Redaktionen, die auf Werblichkeit und Marketing-Sprech in Pressemitteilungen ziemlich allergisch reagieren, kommt das eher semi-optimal an.

Think global, act local – diese alte Weisheit gilt auch für die Pressearbeit. Nur eine Agentur vor Ort kennt den Markt und seine Player. Und deshalb kann auch nur sie einschätzen, welche Themen für die Pressearbeit relevant sind, und nur sie weiß, welche Bedürfnisse und Erwartungen die Redaktionen haben. Beauftragt sie eine lokale PR-Agentur, muss eine amerikanische Firma vielleicht ein bisschen Kontrolle abgeben, ein wenig mehr Mühe investieren und auch mal ein Stück weit einfach vertrauen. Die weitaus größeren Erfolgsaussichten sollten das aber doch allemal wert sein.

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Bilder sagen mehr als Worte. Wer kennt das nicht. Dank des Siegeszugs des Smartphones kann jeder überall, ohne technisches Vorwissen und völlig unauffällig Fotos machen oder Filme drehen und dieses Material auch noch schnell zur Verfügung stellen, unter anderem auf sämtlichen sozialen Plattformen.

Dank des Smartphones können spontane Momente eingefangen werden, ohne dabei eine ganze Film-Crew zu beschäftigen. So manch einer kommt da auf den Gedanken mit dieser Methode nicht nur schnell an neues Bewegtbildmaterial zu kommen, sondern auch enorme Kosten einzusparen. Aber wird der Smartphone-Film wirklich professionelle (Unternehmens-)Filme ersetzen? – Es kommt ganz darauf an, was Sie erreichen wollen.

Möchten Sie einen ungeplanten, unverfälschten und  authentischen Moment darstellen? Dann ist der Smartphone-Film das richtige Format. Hier geht es um schnell festgehaltene oder emotionale Geschichten, deren Inhalte einen fesseln und nicht die professionelle Aufmachung. Die Defizite der Kamera werden bewusst in Kauf genommen, da die Qualität des Videos hier nicht der ausschlaggebende Aspekt ist. Anders bei einem Image-Film, bei dem ein Unternehmen positiv und professionell dargestellt werden soll. Aspekte wie die richtige Kameraführung, Lichtverhältnisse oder sehr gute Ton-Qualität sind hier entscheidend, um das Image gut transportieren zu können. Lassen Sie für solche Vorhaben das Smartphone besser in der Schublade. Die Handykamera als Filmtool hat viele Mängel, die so ein Vorhaben zum Scheitern bringen. Wie in vielen Bereichen gilt: Bei hochwertiger Bewegtbildkommunikation sollten Sie sich Experten holen, damit auch dieses Video seine Intention nicht verfehlt.

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Seit ein paar Tagen arbeitet Sonja bei uns. Eigentlich absolviert sie derzeit ein Praktikum in der Presseabteilung unseres Kunden Dell EMC. Damit sie einen vollständigen 360-Grad-Einblick in die Kommunikationsarbeit erhält, hat sie eine mehrwöchige Zwischenstation bei PR-COM eingelegt. Hier lernt sie den PR-Alltag aus der Agentur-Perspektive kennen.

Höchste Zeit, dass wir sie zu dieser Erfahrung ein bisschen befragen.

Sonja, du absolvierst dieses Praktikum im Rahmen deines Studiums. Was genau studierst du denn?

Sonja: Ich studiere gerade im fünften Semester „Public Governance across Borders“. Kurz gesagt, befasse ich mich in meinem Studium mit verschiedenen grenzüberschreitenden Bereichen der Öffentlichkeit: Politik, Ökonomie, Verwaltung und Recht.

Was hat dich daran gereizt, dein Praktikum in einer Presseabteilung zu leisten?

Sonja: Neben Schule und Uni habe ich mich schon immer gerne mit Journalismus befasst, zum Beispiel während meiner Praktika bei verschiedenen Medien und der Mitarbeit beim Campus-Radio. Dadurch war ich auch sehr häufig mit Presseabteilungen von Unternehmen oder politischen Institutionen in Kontakt und wollte gerne mal erfahren, wie es auf der anderen Seite eigentlich so läuft.

Und gefällt es dir bisher?

Sonja: Bisher gefallen mir mein Praktikum und die Arbeit richtig gut. Ich wurde von allen Kollegen super herzlich aufgenommen und fühle mich richtig wohl!

Was sind deine Hauptaufgaben?

Sonja: Grundsätzlich unterstütze ich den Pressesprecher von Dell EMC bei seiner Arbeit. Das kann alles Mögliche sein – Lektorat, Recherche, Mitbetreuung von Journalisten etc. Daneben begleite ich auch andere Projekte im Bereich der internen Kommunikation oder des Eventmanagements.

Du warst ja jetzt schon einige Monate bei Dell EMC auf der Unternehmensseite tätig und bist nun seit Kurzem bei uns in der Agentur. Was würdest du sagen sind die größten Unterschiede?

Sonja: Also der offensichtlichste Unterschied ist natürlich die Größe. Dell EMC ist ein riesiges Unternehmen mit Standorten überall auf der Welt. Deshalb hat man auch täglich mit Menschen aus anderen Ländern und mit den verschiedensten Kulturen zu tun – das finde ich immer super spannend. In der Agentur ist dafür alles wesentlich persönlicher. Schon nach einer Woche kann man fast jedem Gesicht einen Namen zuordnen. Bei Dell EMC fällt mir das allein bei den deutschen Mitarbeitern immer noch schwer. Das liegt natürlich auch an den vielen Abteilungen dort: PR, Marketing, Vertrieb, Finanzen – alle in einem Büro. In der Agentur sind die Tätigkeiten der einzelnen Mitarbeiter logischerweise näher beieinander, alle befassen sich mit PR.

Hast du dir die Arbeit in der Agentur so vorgestellt?

Sonja: Da ich ja schon einige Monate mit PR-COM zusammengearbeitet habe, hatte ich eine relativ genaue Vorstellung von der Arbeit. Trotzdem ist es natürlich immer etwas anderes, das alles konkret mitzuerleben – besonders die Zusammenarbeit der einzelnen Teams mit der PR-COM-Redaktion.

Könntest du dir vorstellen, nach deinem Studium auch in der Kommunikation zu arbeiten?

Sonja: Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und ich finde es toll, dass die Aufgaben so vielfältig sind und man mit den unterschiedlichsten Leuten zusammenarbeitet. Mein Fazit ist also: Ja!

Lieber im Unternehmen oder in der Agentur?

Sonja: Das finde ich eine sehr schwierige Frage. Beides hat seine Vorzüge. Mal schauen, wo ich nach dem Studium lande.

Gibt es noch irgendetwas, das du loswerden möchtest? The stage is yours …

Sonja: Ich würde gerne zwei Sachen loswerden. Erstens: IT ist sehr viel spannender als ich dachte! Es ist beeindruckend, was Technik alles ermöglichen kann. Zweitens: Ich bin sehr froh, dass ich auch mal auf Agenturseite einen Einblick in die Kommunikation bekommen darf. Danke an PR-COM für die nette Aufnahme in euer Team!

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Es ist schon eigenartig: Jeder kann schreiben, fotografieren und gut Auto fahren. Oder kennen Sie jemanden, der das nicht von sich behauptet?

In Unternehmen kann auch jeder gut kommunizieren. Und weil es so einfach ist, macht manchmal jeder alles: der Geschäftsführer die PR, seine Assistentin die Werbung und interessierte Mitarbeiter aller Abteilungen versuchen sich an Social Media. Soweit der Alltag, den wir in vielen mittelständischen Betrieben beobachten. Von Abstimmung, geschweige denn einer langfristigen Strategie, keine Spur.

Tatsächlich ist die Einsicht, dass sich Kommunikation mehr denn je zur strategischen Business-Säule entwickelt, im Mittelstand kaum verbreitet. Aber in Zeiten globaler Märkte und globaler Wettbewerber trägt sie dazu bei, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und Angebote klar zu differenzieren. Und die ist dringend notwendig: der nächste Wettbewerber ist vielleicht ein mit viel Risikokapital ausgestatteter Start-up aus Bangalore, Rio oder Grand Junction in Colorado – mit jungen, hungrigen und IT-affinen Überfliegern, die ihre Produkte schon morgen mit viel Tamtam über das Internet vertreiben.

Mund-zu-Mund-Propaganda reicht nicht mehr aus, um in diesem Umfeld zu bestehen: das war früher mal. Heute ist eine knallharte Professionalisierung der Kommunikation gefragt, angefangen bei den richtigen Akteuren über eine solide Strategie bis hin zur Abstimmung aller Maßnahmen und vernünftigen Budgets. Wer diesen Schritt nicht mitmacht und Kommunikation nicht tief in der Unternehmensstrategie verwurzelt, hat gute Chancen, ziemlich schnell vom Markt zu verschwinden.

Ich verweise an dieser Stelle gern nochmal auf unsere zehn Schritte, wie der Mittelstand seine Kommunikation verbessern kann. Wenn Sie Kommunikation in einem Unternehmen verantworten: bitte lesen.

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Das mit der Kommunikation ist so eine Sache.

Wer sich nicht klar und deutlich ausdrückt, wird schnell missverstanden. Zu direktes Feedback führt zu Verstimmungen, und was es mit dem Subtext auf sich hat, wissen wir seit dem Beitrag meiner Kollegin „Sehr geehrter Ansprechpartner“. Und dann kommt noch erschwerend das Problem mit der Fachsprache dazu. So passiert es, dass fest definierte Begriffe für völlig andere Bedeutungen verwendet werden.

Anknüpfungspunkte für Missverständnisse gibt es genügend:  Zwischen Kollegen, Redakteuren oder dem Kunden. Umso wichtiger ist es, fachspezifisch präzise zu antworten und die richtigen Termini zu verwenden. Das ist leider nicht immer der Fall.

Beispiel Nummer eins: Der tägliche Wahnsinn – Fachspezifische Abkürzungen

In Unternehmen werden für die schnelle und einfache Kommunikation gern interne Abkürzungen verwendet. Das hat Vorteile, birgt aber auch Risiken: Es entsteht ein Wirrwarr aus Kürzeln, durch das keiner mehr durchblickt. Gerade als Externer ist dies schwer nachzuvollziehen. Kommunikationsprobleme sind vorprogrammiert: Oder wissen Sie auf Anhieb was diese Buchstaben bedeuten? BTA, GTIR, CM, GDPR, RVR, ...

Beispiel Nummer zwei: Briefing und Interview ist nicht das Gleiche

Wenn ein Kunde sich meldet und erzählt, dass er von einem Medium nach einem Interview gefragt wurde, ist das grundsätzlich etwas Schönes. Einige Zeit und Verwirrung später stellte sich die Situation dann aber ganz anders dar: Ich sollte einen Briefingtermin mit einem Kunden des Kunden organisieren, um eine gemeinsame Case Study zu schreiben, die dann später veröffentlicht werden soll. Genau! Ein gemeinsames Briefing ist etwas anderes als ein Interview mit einem Medium.

Beispiel Nummer drei: Freigaben

Freigabe-Prozesse mit unseren Kunden sind dafür da, um jegliche Form von Texten wie Artikel, Kommentare oder Pressemitteilungen abzustimmen und zu finalisieren, bevor diese an die Presse herausgegeben werden. So wird sichergestellt, dass nichts das Haus verlässt, dass der Kunde nicht auch zuvor gesehen und bestätigt hat. Andersrum funktioniert es leider nicht. Es ist nicht möglich, mit einem Artikel an eine Zeitschrift heranzutreten, ihn anzubieten und zu platzieren, um den Redakteur dann zu vertrösten, dass wir den Text so in der Form ja nicht veröffentlichen können, weil er nicht freigegeben ist. Auch wenn ich verstehe, dass Kunden die Meinung von Redakteuren schätzen, manche Abläufe, insbesondere bei Freigaben, können und dürfen nicht abgeändert werden.

Beispiel Nummer vier: Input ist nicht zwingend ein Artikel

Aber auch zwischen Redakteuren und uns verläuft die Kommunikation nicht immer reibungslos. Wir haben einen Schwerpunkt bei einem Magazin erfolgreich gepitcht und der zuständige Redakteur wollte zu einem spezifischen Thema gern einen Beitrag machen. (Die Betonung liegt darauf, dass er einen Beitrag erstellen wollte.) Hierzu forderte er Input von uns zum Kunden an. Wir haben ihm hierfür bereits erstellte Artikel und veröffentlichte Pressemitteilungen zur Verfügung gestellt und ebenfalls angeboten, seine möglichen Fragen schriftlich oder telefonisch zusätzlich zu beantworten. Darauf antwortete er in einer Mail, dass er jetzt irritiert sei, da er davon ausging, dass wir zusammen mit dem Kunden den Artikel erstellen.

Fazit: Ein Artikel kann zwar Input für einen anderen Artikel sein, Input ist aber nicht zwingend ein Artikel.

An diesen Beispielen wird ersichtlich, wie schnell Kommunikation einen in die Irre führen kann, wenn die Kommunikationspartner über unterschiedliches Fachwissen verfügen. Das führt ab und an zu einem schönen Lacher, aber manchmal erschwert es die Arbeit und sorgt für unnötige Mails und Telefonate.

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Wie jede Branche stößt leider auch die PR immer wieder auf Vorurteile oder absolute Unwissenheit. Die Ressentiments reichen von oberflächlich und faul bis zu geldgierig und manipulativ. Wer als PR-Berater im Alltag unterwegs ist, erlebt daher ständig Überraschungen. Eine sehr witzige Geschichte blieb mir dabei besonders im Gedächtnis:

Ich wollte mir ein Angebot zu einer Versicherung zuschicken lassen und habe mit einem Makler telefoniert.

Er: Okay, gut, gleich sind wir durch. Nur noch wenige Fragen und ich schicke Ihnen Ihr individuelles Angebot zu. Was arbeiten Sie denn?

Ich: Ich bin PR-Beraterin.

Es folgt Schweigen am Telefon und ich fühle mich wie ein ausgesetzter Hund.

Er: Aha. Das ist doch einer dieser neuen Berufe, oder?

Ich: Also eigentlich gibt es den Beruf schon seit einigen Jahrzehnten.

Er: Ach, Sie machen irgendwas mit Medien oder Marketing?

Ich bin etwas genervt, aber antworte höflich: Wenn Sie möchten, erkläre ich es Ihnen gern.

Er: Nein danke, ich muss nur wissen, ob es gefährlich ist.

Ich: Also ich arbeite nicht undercover als Investigativ-Journalist, wenn Sie das meinen. Ich reise oft und bin für Kunden unterwegs. Körperlich ist die Arbeit nicht anstrengend, denn Schwerpunkte trage ich ins System ein und nicht auf dem Rücken.  

Wieder Ruhe am anderen Ende der Leitung.

Er: Sie wollen mich auf den Arm nehmen. Gut, also was trage ich jetzt ein?

Ich: Ich bin PR-Beraterin.

Er: Diesen Beruf gibt es nicht in unserem System, suchen Sie sich was Vernünftiges aus, das man auch nachvollziehen kann.

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Gerade als Studienabgänger ist die Arbeitswelt im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Welt. Es scheint, als würde man die nicht allzu entfernte Welt der Wissenschaft hinter sich lassen, um voller Tatendrang zu einer neuen zu reisen. Die Landung ist jedoch härter als vermutet – nahezu alles ist neu und anders. Man fühlt sich zurückversetzt in die ersten Vorlesungen an der Universität. Die Gebäude erscheinen wie Irrgärten und die Inhalte bestehen aus Wörtern, die man nicht kennt. Plötzlich steht man wieder am Anfang und ist umgeben von fremden Begrifflichkeiten und Themenbereichen. Ein Pluspunkt: In den neuen, schönen Büroräumen von PR-COM kann man sich nicht verlaufen. Schnell zeigt sich, dass eine neue Lebensphase beginnt.

In der Arbeitswelt entfällt die Selbstorganisation des Lebens weitestgehend. Die Struktur ist vorgegeben. Den stark variierenden studentischen Feierabend, der von mittags bis nachts reichte, gibt es nicht mehr. Als Student sind Arbeitstage immer und nie. Jetzt jedoch wird das Wochenende heilig gesprochen. Die Art des Arbeitens ändert sich ebenfalls. Neben einer Flutwelle von E-Mails ist man mit vielen und vielfältigsten Aufgaben gleichzeitig konfrontiert. Man verliert leicht und häufig den Überblick. Als ehrgeizigen und engagierten Berufseinsteiger kann einen zeitweise Panik überkommen. Durch tiefes Ein- und Ausatmen klärt sich die Sicht aber schnell wieder. Für Wichtigkeit und Dringlichkeit muss man erst ein Gespür entwickeln. Ebenso für die neuen Kolleginnen und Kollegen. Die enge Zusammenarbeit ist noch ungewohnt. Der studentische Einzelkämpfer muss an der Garderobe abgegeben werden. Das schöne daran ist, dass man jederzeit um Rat fragen kann und überall auf ein offenes Ohr trifft. Neu ist auch, dass drei Sprachen gleichzeitig gesprochen werden – Deutsch, Englisch und die eigene Sprache der PR-Welt. Diese werden vermischt und im Wechsel benutzt. Die Grenzen sind fließend. Die neuen Vokabeln der eigenen PR-Sprache klingen zunächst fremd – Pitch, Pipeline, Page Impressions –, werden aber schnell vertraut. Es wird nicht lange dauern, bis sie in den eigenen Sprachgebrauch übergehen.

Der Culture Clash verstärkt sich, wenn man in der PR-Welt das großflächige, vielfältige und schnelllebige Land der ITK bereist. Wie bei jeder Reise ist eine Portion Neugierde und ein offener Blick wichtig. Unter dieser Voraussetzung lernt man neue Denk- und Sichtweisen kennen. Schnell staunt man über alle Erkenntnisse, die man sammelt. Sogar unheimliche Akronyme wie IoT, DDoS oder SDE gehören mit der Zeit zum Alltag und jagen einem keinen Schrecken mehr ein. Der anfängliche Hürdenlauf entpuppt sich als eine spannende Reise zu den Grenzen des eigenen Horizonts – und darüber hinaus. Und ja, Hürdenläufe sind anstrengend. Doch wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis.

Die ersten Reisewochen in die Arbeitswelt bestätigen, dass das Reiseziel richtig gewählt ist. Die mannigfaltige Welt der Public Relations vermittelt erstaunlich schnell, wie Erfolg durch professionelle Kommunikation beeinflusst werden kann. Ich freue mich auf tiefere Einblicke und ein besseres Verständnis mit fortschreitender Reisezeit.

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Wenn wir PR-Berater unseren Familien und Freunden von unserer Arbeit erzählen, ernten wir ab und zu verwunderte Blicke. Dann fragen wir uns, was an der Erzählung nicht verständlich war? Die Aussage, ich habe eine Medienliste mit Tier-1-Publikationen für eine Pitch-Präsentation recherchiert, ist doch eindeutig. Oder etwa nicht?

Wenn ich genau darüber nachdenke, gibt es doch einige Ausdrücke, die für uns PR-Berater selbstverständlich geworden sind, und wir setzen diese auch gerne in privaten Unterhaltungen ein. Nachdem mir das mal wieder bewusst geworden ist, habe ich angefangen, eine Liste mit Begriffen zu erstellen. Und herausgekommen ist das PR-ABC. Würde ich noch länger an der Liste arbeiten, würden mir bestimmt noch weitere Begriffe einfallen. Überrascht hat mich, dass ich tatsächlich jedem Buchstaben mindestens einen Ausdruck zuordnen konnte. Selbst für die eher „unpopulären“ Buchstaben wie C, U,V oder W gibt es gleich mehrere Begriffe – bei dem Spiel Stadt, Land, Fluss dagegen bedeuten diese Buchstaben nahezu eine Null-Runde.

A = Agentur, Advertorial, Anzeigenpreise, Auflagen, Agenturrabatt, Activity Report, Analysten, Akquise

B = B2B/B2C/B2One, Budget, Blog, Briefing, Belegexemplar, Buzzwords, Briefing Book, Best Practice, Blogger Relations, Boilerplate, Bildmaterial, Broschüren, Brand Campaign, Branche

C = Case Study, Corporate, Call, Clippings, Customer Journey, Content is King!, Company Profile, Content Roadmap, Coverage, Clipping-Dienst, Channel, CVs, Checkliste

D = De-brief, DACH-Region, Dos und Don’ts, Digital Content

E = E-Mail, Excel, Embargo, Editorial Calendar, Experte, EMEA, Externe PR, Enterprise, ePaper

F = Fachartikel, Facebook, Flickr, Fremdkosten, Fact Sheet, Facts & Figures, Fragebogen, Freelancer

G = Google+, Gerätetest, Guidelines, Gewinnspiele, Grafiken

H = Handling Fee, Headline, Hub

I = Interview, Instagram, Infografik, Info-Mail, Interne PR, Input

J = Journalisten

K = Konzept, Kunden-Event, Kommentar, Krisen-PR, KVAs, Kommunikation, Key Performance Indicator (KPI), Kampagnen, Kick-off

L = LinkedIn, Launch, Lead Agency, Logos, Leitfaden, Locations

M = Messen, Maßnahmen, Meeting, Medien, Media-Mix, Media Alert, Medientraining, Mailing, Mediadaten, Messaging, Mediendienstleister, Materndienst, Multichannel-Commerce, Marketingplanung, Marktübersicht, Media Mapping, Media Audits, Media-Kooperationen

N = Neue Kanäle, Newsletter, News Room, Networking

O = Online-Medien, OOO (= Out of Office), Opportunity

P = Presseinformation, Pitch, Powerpoint, Pinterest, Presse-Tour, PDF, Print-Medien, Projektplanung, Presse-Lunch, Pressemappe, Press Office, PR-Planung, Positionierung, Presseanfragen, Portale, PR-Ergebnisse, Produktinfos

Q = Quellennachweis, Quartalsplanung, Q&As

R = Retainer, Reichweite, Redaktionsschluss, Roundtable, Road Show, Reporting, Redaktionsbesuche, Recherche/Research, Redaktion, Return on Investment (ROI)

S = Strategie, Social Media, Speaking Opportunities, Studien, Sonderthemen, SWOT-Analyse, Sprecherliste, Stakeholder, SEO, Statement

T = Twitter, Tier 1 und Tier 2, Testimonial, Trendthemen, Templates, Themenplan

U = Umfragen, Unique Selling Proposition (USP), Übersetzungen

V = Veröffentlichungen, Videos, Verteiler, Vertikal-Medien, Vorlagen, Verträge, Veranstaltungskalender

W = Word, Workshops, Website, Whitepaper, Wording, Wirtschaftspresse, Wettbewerb

X = XING

Y = YouTube

Z = Zielgruppen, Zeiterfassung, Zitate

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Wer aus der PR-Branche kennt das nicht, man ist auf einer Party von Freunden eingeladen und es dauert nicht lange bis die Frage nach der Tätigkeit gestellt wird. Einige Berufsbezeichnungen sind selbsterklärend und jeder weiß genau, was damit gemeint ist. Kommt die Frage auf mich zu, sieht das schon anders aus. Der Satz „Ich bin PR-Beraterin“ zieht eigentlich immer ein „Aha, und was macht man da so?“ nach sich (außer ich bin auf einer PR-Veranstaltung, da ist die Fragestellung natürlich eine andere). Natürlich bin ich bereit, Auskunft über den sogenannten „PR-Berater-Beruf“ zu geben. Also, „PR“ steht für Public Relations und steht für die Öffentlichkeitsarbeit. Der PR-Berater ist ein Vermittler zwischen Unternehmen und der Presse. Er liefert Informationen des Kunden in neutraler Form an die Presse, die selbst entscheiden kann, ob Verwendung hierfür ist. Ein PR-Berater handelt zwar im Sinne des Unternehmens, kann sich aber in die Lage von Journalisten hineinversetzen. Er weiß somit, welche Informationen für die Presse relevant sind bzw. wie Informationen aufbereitet werden müssen.

Gerne würde ich jetzt noch über PR-Strategien, integrierte Kommunikation und den Unterschied zwischen B2B- und B2C-PR reden, aber ein Blick in die Gesichter sagt mir, dass mir keiner mehr folgen kann. Wenn ich Glück habe, kommt jetzt die Rückfrage „Ach, du machst Marketing oder Werbung“ ... Zu Beginn meiner PR-Karriere war ich oft noch bemüht, dieses Missverständnis aufzuklären. Ich wollte, dass mein privates Umfeld genau versteht, was ich tue, aber nach zehn Jahren nimmt dieser Eifer so langsam ab. Ich bin gespannt, ob das Berufsbild des PR-Beraters auch in zehn Jahren noch Fragezeichen auf die Gesichter zeichnet.

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In den letzten Jahren gibt es immer wieder Begriffe, die in hoher Regelmäßigkeit in diversen Berufssituationen auftauchen. Zeit, ein Buzzword-Bingo für die B2B-IT-PR zu erstellen. Bingo einfach ausdrucken und in eines der nächsten Meetings mitnehmen. Pro genanntem Buzzword wird abgehakt. Bei fünf vertikalen, horizontalen oder diagonalen Treffern aufstehen und folgendes rufen: „IT-PR: Glückwunsch zu 25 Jahren, PR-COM!“

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