Datenschutzpannen: Interesse der Öffentlichkeit nimmt offenbar ab

München,
26.02.2013

Datenschutzpannen: Interesse der Öffentlichkeit nimmt offenbar ab

Die Zahl der in Deutschland öffentlich bekannten Datenpannen geht weiter zurück. Im Jahr 2012 verzeichnete das Projekt Datenschutz nur noch 20 Vorfälle. Damit ist die Zahl der publik gewordenen Datenpannen und Missbrauchsfälle nun bereits im dritten Jahr in Folge gesunken.

Seit Anfang 2008 protokolliert das von PR-COM in München initiierte Projekt Datenschutz Datenpannen, Lecks, Missbrauchsfälle oder Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung, die an die Öffentlichkeit gelangen. Das Ergebnis für 2012: Mit insgesamt 20 verzeichneten Vorfällen hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Damit setzt sich ein Trend fort: Bereits in den Jahren 2011 und 2010 waren die Werte stark gesunken (2009: 85 Vorfälle, 2010: 63 Vorfälle, 2011: 43 Vorfälle, 2012: 20 Vorfälle).

„Wir können natürlich nicht ausschließen, dass die Datenpannen in den letzten Jahren tatsächlich zurückgegangen sind“, sagt Alain Blaes, Geschäftsführer von PR-COM und Initiator von Projekt Datenschutz. „Aber sicher nicht in dem Ausmaß wie unsere Zahlen, die ja lediglich die öffentliche Wahrnehmung des Themas reflektieren. Eher ist zu vermuten, dass die Medien das Interesse an diesem Gegenstand immer mehr verlieren und sich zunehmend nur noch die spektakulärsten Fälle herauspicken.“

Wie wichtig aber gerade eine aufmerksame Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang ist, unterstreicht Hajo Köppen, Datenschutzbeauftragter und Dozent für Datenschutzrecht an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen: „Meiner Erfahrung nach sind es nicht alleine verschärftere Gesetze und erhöhte Bußgeldandrohungen, die Institutionen und Unternehmen für das Thema Datenschutz sensibilisieren. Zunehmend ist die Angst vor negativer Presse und daraus resultierenden Umsatz- und Imageeinbußen ein starkes Motiv, sensible Informationen mit der nötigen Sorgfalt zu behandeln, vertrauliche Daten nicht weiterzugeben und sie ausreichend zu schützen.“

Zu den Fällen, die im Jahr 2012 von den Medien aufgegriffen wurden, gehörten relativ häufig Einrichtungen, die über besonders sensible Informationen verfügen: Krankenhäuser und Kliniken. Deutschlands größter privater Krankenhauskonzern Asklepios beispielsweise hatte in Hamburg kistenweise Patientenakten im offenen Sperrmüllcontainer entsorgt. Aus der verlassenen, weil insolventen Veramed-Klinik in Beringhausen, einem Stadtteil von Meschede, wurden 2012 schon zum dritten Mal Patientenakten gestohlen.

Auch die politischen Parteien waren 2012 wieder in der Übersicht von Projekt Datenschutz vertreten. Sowohl der Jugendverband von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin als auch die SPD-Parteizentrale in Berlin wurden Opfer von Hackerangriffen. Für den wohl spektakulärsten Fall sorgte aber ausgerechnet die Piratenpartei: In Nordrhein-Westfalen feuerte sie ihren Geschäftsführer wegen eines schweren Datenverstoßes. Der Vorwurf: Er habe einen Anwalt mit vertraulichen Gesprächsprotokollen zweier Ortsgruppen versorgt.

Lediglich zwei Fälle steuerten 2012 Behörden und Ämter bei, einer davon allerdings besonders peinlich: Wegen einer Panne bei der Übermittlung von Einwohnerdaten der Gemeinden Kriebstein und Altmittweida warb das Kreiswehrersatzamt Dresden Kinder für die Armee an.

Die meisten Fälle betrafen aber auch 2012 wieder Unternehmen. Eine schwere Datenpanne leistete sich beispielsweise die Allianz. Laut Medienberichten hat ein Privatdetektiv und ehemaliger Mitarbeiter der Firma vertrauliche Versicherungsunterlagen weitergegeben – darunter Strafanzeigen, Ermittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie Schreiben von Banken.

Eine detaillierte Übersicht aller öffentlich gewordenen Fälle des Jahres 2012 ist unter www.projekt-datenschutz.de verfügbar.

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