Technologie und Märkte

Cloud Computing ist erwachsen. Im ersten Jahrzehnt nach dem Aufkommen der Cloud waren in erster Linie die reinen Internet-Unternehmen und Start-ups auf den Public-Cloud-Plattformen vertreten. Seit etwa zwei Jahren hat sich das gewandelt. Primär beziehen jetzt große Unternehmen immer mehr Cloud-Services, oft von unterschiedlichen Providern. Im Mittelstand aber gibt es nach all den Jahren immer noch Vorbehalte, vor allem bezüglich der Sicherheit von Daten. Langsam kommt aber auch hier Cloud Computing in Schwung: Besonders dort, wo die CIOs sich aus den Fachabteilungen und dem Vorstand wiederholt den Vorwurf anhören müssen, die IT sei zu träge. Lediglich Rechen- und Speicherkapazitäten nach dem IaaS-Modell aus einer Cloud zu beziehen, hilft aber nur in den wenigsten Fällen. Manche gehen gar so weit zu behaupten, dass IaaS gescheitert sei. Richtig ist: Nur durch IaaS werden Unternehmen nicht automatisch agiler. Wer Entwicklungs- und Wartungszyklen deutlich verkürzen will, muss neue Pfade gehen. Ein Beispiel dafür ist BizDevOps, denn DevOps allein reicht nicht mehr aus. BizDevOps beschreibt eine neue Art, Software zu entwickeln und zu betreiben. Ein interdisziplinäres Team aus einer Fach- und der IT-Abteilung erstellt nach agilen Methoden in kurzen Entwicklungszyklen dringend benötige Applikationen. Dazu können die Mitarbeiter interne IT-Ressourcen nutzen oder eine PaaS-Umgebung mit einem generischen IaaS-Fundament in der Cloud.

IaaS allein spielt momentan also keine Rolle. Das könnte sich aber bald wieder ändern. In Branchen wie Banken, Versicherungen und dem produzierenden Gewerbe gewinnen Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Deep Learning im Rahmen der digitalen Wertschöpfung an Bedeutung. Das gleiche gilt für Mixed Reality und Virtual Reality, die meines Erachtens in den nächsten zwei Jahren vor allem in Anwendungsszenarien im Retail den Durchbruch schaffen. Die Rechen- und Speicherleistungen einer IaaS-Umgebung sind dafür hervorragend geeignet – angereichert um Funktionen, wie sie beispielsweise eine Container-basierte PaaS-Umgebung bereitstellt.

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Kodak hat einen Ehrenplatz in der Welt der Technologie. Die Firma dient seit gefühlten Jahrzehnten als Memento Mori des technischen Fortschritts: Wann immer jemand der Auffassung ist, ein Unternehmen würde sich nicht ordentlich ranhalten, würde Entwicklungen regelrecht "verschlafen" und sich nicht zur rechten Zeit neu erfinden, dann ertönt in Medien und an Rednerpulten, in Kantinen und Business Lounges unweigerlich der Schreckensruf "KODAK!". Einst hatten beim Erfinder der digitalen Fotografie 130.000 Beschäftige Lohn und Brot gefunden, 2012 endete der Niedergang in der Insolvenz. Und es kam sogar noch schlimmer, denn 2014 meldete die SZ über ein neues Geschäftsmodell des legendären Technologiekonzerns dieses:

Besonders Tierfreunde könnten Spaß daran finden, Katzenstreu oder Futterdosen mit einem Foto ihres Lieblings zu kaufen - Fotos mit Tieren sind schon jetzt einer der größten Umsatzbringer im Fotobuchgeschäft. Einer der weltweit größten Tierfutterhersteller ist bereits an einer Kooperation interessiert.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/traditionsmarke-kodak-mythos-mit-fortsetzung-1.2144711

Kann man als innovativer Player tiefer fallen? So ein Schicksal ist Mahnung für jeden CEO, auch und gerade im Zeitalter der Digitalisierung. Hätte es Kodak nicht gegeben, dann müsste man es nachträglich erfinden, denn Namen wie Märklin oder Zündapp (keine App!) gehen einfach nicht so flüssig von den Lippen, vor allem nicht weltweit. Von den Umlauten ganz abgesehen.

Das war der Stand bis Dienstag. Denn nun geht uns dieser journalistische Dauerbrenner offenbar verloren.

Denn urplötzlich erhebt sich Kodak! Schluss mit Katzenstreu und Futterdosen. Die Firma hat von einem Zaubertrank gekostet, der derzeit alles vermag, der nicht nur einen Eisteeabfüller aus New England weltberühmt macht, der normale Mitmenschen über Nacht "reicher als Zuckerberg" werden lässt und der Müllhalden in Goldgruben verwandelt, sondern der auch Tote erwecken kann:

Totgesagte leben länger - jedenfalls wenn sie sich eine eigene Kryptowährung gönnen. So geschehen am vergangenen Dienstag: Die Eastman Kodak Company startet ihren KodakCoin. Die Nachricht sorgt für einen gigantischen Kurssprung der Kodak-Aktie. […]

Mit dem KodakCoin sollen Fotografen ihre alten und neuen Werke registrieren und lizensieren können sowie auch Zahlungen abwickeln. Für den Token wird eine eigene Blockchain-basierte Rechte-Verwaltungsplattform namens KodakOne eingesetzt. […] Die Kodak-Aktie stieg im US-Handel um fast 120 Prozent.
Quelle: Der Aktionär

Das muss man erst mal hinkriegen: tot sein und sich "eine eigene Kryptowährung gönnen" (man gönnt sich ja sonst nichts). Doch damit nicht genug. Denn jetzt will der Kodak-Zombie alles:

Doch Kodakcoin, der ICO und die auf der Blockchain basierende Kodakone-Plattform sind noch nicht alles: Kodak will auch ins Bitcoin-Mining-Geschäft einsteigen […] Der Kashminer mit Kodak-Logo soll Bitcoins schürfen.

Der Kashminer (ein Name, der Märkte aufwühlen kann) ist eine kleine Maschine, die aussieht wie ein Heizlüfter, und die tatsächlich Bitcoins "schürfen" kann. Heißt es zumindest, denn vielleicht ist die kleine Maschine ja auch ein Heizlüfter, der nur aussieht wie ein Heizlüfter. (Kuckst du selber)

Trotzdem, ich werde mich nicht in die Riege der Dauernörgler, Miesepeter und Besserwisser einreihen ("gibt doch noch gar kein Produkt, mimimi"). Ich erwarte vielmehr, dass da noch einiges nachkommt, dass auch andere Von-uns-gegangene die Gunst der Stunde nutzen und dass die Marken meiner Jugendzeit über Nacht als Zombies zurückkehren:

  • Grundig mit einer Blockchain, damit man sich endlich im Fernsehprogramm zurechtfindet
  • Quelle mit einem Quellekatalog auf Blockchainbasis und man kann mit Quellcoins zahlen
  • Schlecker – da zahlt man mit Schleckcoins und alles wird gut
  • Der Transrapid: warum denn nicht?
  • AGFA – denn was Kodak recht ist, muss AGFA billig sein
  • Beate Uhse: Da wird sich doch auch was finden, vielleicht Uhsecoins?

Oder, um abschließend einen Meilenstein der Filmgeschichte zu zitieren, der bestimmt nicht zufällig etwa zu der Zeit in die Lichtspielhäuser kam, als Kodak schon einmal ganz oben war:

Die Geisterfahrt des Horrors geht weiter […] Diesmal ist keiner mehr sicher […] sei fit, schrei mit!

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Nach der Air-Berlin-Pleite sind in Deutschland die Preise vor allem für Inlandsflüge in erheblichem Maße gestiegen. Nachdem das Bundeskartellamt beim Verkauf des größten Teils von Air Berlin – vorsichtig formuliert erstaunlicherweise – eine vornehme Zurückhaltung an den Tag gelegt hatte, nahm es nun nach nicht abebbenden öffentlichen Beschwerden doch tatsächlich Ermittlungen gegen die Lufthansa auf.

Schnell kam dabei aber heraus, dass die Lufthansa nach Eigenaussage an der aktuellen Preisentwicklung schuldlos ist, die Verantwortung liege einzig und allein bei Algorithmen. Eine mehr als seltsame Argumentation. Und überraschenderweise gibt sich nicht einmal das Kartellamt damit zufrieden. Es will seine Untersuchungen fortsetzen.

Die Lufthansa-Argumentation macht aber in aller Deutlichkeit auf ein Problem aufmerksam, dass in immer größerer Tragweite zutage treten wird. Die Macht von „emotionslosen“ Algorithmen, die zentrale Bereiche des öffentlichen Lebens bestimmen könnten. Ein Beispiel ist das Autonome Fahren. Hier werden Algorithmen dann eventuell über Leben und Tod entscheiden. Es ist keine Zukunftsmusik. Die Macht der Algorithmen verdeutlicht ein Blick über den großen Teich. Schon heute bestimmen im US-Justizsystem Algorithmen das Strafmaß von Straftätern, indem sie Wiederholungsgefahr und Rückfallwahrscheinlichkeit ermitteln.

Doch was sollte die Konsequenz sein? Klar ist, dass vor der breitflächigen Nutzung von Algorithmen in kritischen Bereichen wie dem Autonomen Fahren etliche juristische und ethische Fragestellungen zu klären sind. Und hier stehen wir heute bestenfalls am Anfang.

Darüber hinaus stellt sich aber auch noch eine andere und vermutlich äußerst schwierige Frage. Wie sieht es mit der Überwachung beziehungsweise Kontrolle aus? Bezogen auf das Beispiel Autonomes Fahren wäre dann zu fragen: Wie ist ein genutzter Algorithmus überhaupt aufgebaut, was umfasst er konkret und welche Instanzen werden Zugriffs- und Kontrollmöglichkeiten haben? Die Antworten dürften allein schon unter dem Aspekt „Intellectual Property“ nicht leicht ausfallen. Aber im Hinblick auf eine maximale Transparenz bei essenziellen gesellschaftlichen Umwälzungen sind sie unverzichtbar – und vielfach auch unerlässlich, um komplexen Problemstellungen zufriedenstellend zu begegnen. Nicht umsonst hat auch das Bundeskartellamt Interesse am Programmcode der Lufthansa bekundet. Dass er offengelegt wird, dürfte jedoch mehr als fraglich sein.

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Es wird ernst, anders kann man es kaum sagen. Was lange wie eine Zukunftsvision erschien, findet mehr und mehr Einsatz in der Praxis: das selbstfahrende, nach offizieller Terminologie „autonome“ Auto steht quasi schon vor der Tür. Also nicht bei mir, falls Sie das jetzt meinen, sondern eher vor unser aller Haustür, als Transportmittel der Zukunft. Vorbei das lange Zeit glorifizierte Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit hinter dem Steuer, jetzt ist der Fahrzeuglenker, dank künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning, eine Mischung aus Rechenzentrum auf Rädern und HAL 9000, dem Supercomputer aus „2001: Odyssee im Weltraum“. Es wird nicht mehr lange dauern, dann gehören sie ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Die Weichen dafür sind gestellt, wie die im Moment immer zahlreicheren Berichte über die Pläne von Herstellern wie Google, Praxis-Tests in Berlin und London  oder die Absicht von Uber, eine Flotte autonomer Fahrzeuge aufzubauen, deutlich machen.

Die Technik ist also einsatzbereit, doch nach und nach rücken andere Aspekte ins Blickfeld, die der Einsatz im Straßenverkehr mit sich bringt: Welches Gefahrenpotenzial bergen Cyberattacken auf die Fahrzeuge? Wie lassen sich Daten des Fahrzeugs oder der Insassen schützen? Wie muss eine den neuen Gegebenheiten angepasste Gesetzgebung aussehen? Welche Auswirkungen haben autonome Fahrzeuge auf die künftige Verkehrsplanung? Und was ist überhaupt, wenn ein selbstfahrendes Auto einen Unfall verursacht? Auch wenn menschliches Versagen in dem Fall ja offensichtlich auszuschließen ist, wer muss zahlen? Vielleicht am Ende der Softwareentwickler? Wie komplex die Steuerung eines Fahrzeuges in der Realität ist, zeigt auch die Tatsache, dass Testfahrzeuge immer mal wieder in Unfälle verwickelt sind, wie jüngst zu beobachten.

Noch komplizierter wird es, wenn ein autonomes Fahrzeug selbst entscheiden muss, welches von zwei denkbaren Übeln denn bitteschön das kleinere ist. Wen gilt es zu schützen, Insassen oder eher Fußgänger? Und nach welchen Kriterien wird bewertet? Diese Entscheidung einer Maschine zu überlassen, ist sicher nicht nur für mich ein mulmiger Gedanke.

Wie groß das moralische Dilemma in so einer Situation tatsächlich sein kann, zeigt die Moral Machine, ein Experiment des MIT (Massachusetts Institute of Technology), bei dem ein führerloses Fahrzeug entweder auf Fußgänger oder eine Betonwand zusteuert. Als außenstehender Beobachter soll man sich für das kleinere Übel entscheiden: Wen opfert man eher, zwei Mitfahrer oder drei Fußgänger? Für Katzenliebhaber wird es noch haariger, soviel sei verraten.

Noch ist unklar, wer darüber entscheidet, wie ein selbstfahrendes Auto in einer bestimmten Situation zu reagieren hat. Bleibt es den Herstellern überlassen, ist anzunehmen, dass sie vor allem die Fahrzeuginsassen schützen wollen, was für andere Verkehrsteilnehmer schlecht ausgehen könnte.

Damit es uns am Ende nicht so geht wie den Fußballern des BVB im Spot eines deutschen Autoherstellers, sollte die Überlegung, wer bei autonomen Fahrzeugen nicht nur steuert sondern auch die Verantwortung trägt, abgeschlossen sein, bevor der praktische Einsatz beginnt.  

Übrigens, heute (am 22. November) ist „Mach-eine-Spritztour-Tag“ (der amerikanische Go For A Ride Day), wenn das kein Omen ist – aber halten Sie das Steuer gut fest!

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Die großen Flops der Technikgeschichte

Die technische Entwicklung verläuft nur selten gerade aufwärts, allzu oft führt sie auch in Sackgassen, wo sich die vermeintlichen Innovationen als Flops erweisen. Wer erinnert sich heute noch an den Transrapid, an den Wankel-Motor, BTX, Laser-Disk, Cargolifter oder OS/2?

Zu den längst vergessenen "Innovationen" gehört auch Apples iPhone, das genau heute vor zehn Jahren erstmals in Deutschland verkauft wurde. Vielleicht erinnert sich daran noch der/die eine oder andere. Während damals Marketing-Fuzzies und selbsternannte Apple-Fans vor Staunen und Begeisterung tagelang den Mund nicht mehr zu bekamen, wussten andere frühzeitig Bescheid – nicht zuletzt die Schwarmintelligenz in den einschlägigen Foren. Ein paar ihrer Expertisen konnte ich noch ausgraben:

  • "Wir reden hier von einem TELFON - meinetwegen eines mit VIELEN zusätzlichen Funktionen, die natürlich jeder tolle "Businessanwender" unter euch jeden Tag braucht - ALLESAMT - aber es bleibt unterm Strich ein TELEFON - NUR EIN TELEFON - HALLO! und der "iPhone-Rivale" ebenso! Wisst Ihr was? Ich habe zum Telefonieren auch ein Handy mit dabei - ansonsten besitze ich sowas wie ein altmodisches "Filofax" - ein in wirklich nettes Leder eingebundenes Ringbuchgerät im DIN A5 Format, wo ich Anfang jeden Jahres einen neuen Kalender für kaufe und wo meine Adressen und Termine drin stehen. Das Teil ist mittlerweile 10 Jahre alt, aber es 'funktioniert' wie am ersten Tag."
  • "was ist denn so toll an einem EiPhone? Mein olles Samsung ist jetzt über 6 Jahre alt und funktioniert immer noch? Wer surft denn mit den EiPhone wirklich?"
  • "Aber was ist nicht verstehe und das meine ich total ernst – warum viele Nutzer so mit diesem Zeug prahlen und es als unglaublich gut klassifizieren, aber nicht wissen warum. […] Es ist auch keine Kunst eine Benutzerführung einfach und intuitiv zu gestalten wenn kaum Funktionalität da ist. Es ist im Gegensatz dazu sehr anspruchsvoll Benutzer durch ein Gerät (PC, Handy, Waschmaschine...) zu führen welches sehr viele Funktionen bietet und flexibel ist. Aber flexibel und funktionsvielfalt war bei Apple in den ganzen jahren noch nie gefragt."

Und nicht nur die Schwarmintelligenz wusste Bescheid, sondern auch die echten, also die von ihren Unternehmen ernannten Experten und Strategen:

  • “500 Dollar für ein Telefon mit Vertrag? Das ist das teuerste Telefon der Welt und spricht Geschäftskunden nicht an, weil es keine Tastatur hat." – So der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer (an den erinnern wir uns natürlich gerne). Ballmer weiter: "There's no chance that the iPhone is going to get any significant market share. No chance."
  • Jon Rubinstein, ehedem CEO bei Palm: "Is there a toaster that also knows how to brew coffee? There is no such combined device, because it would not make anything better than an individual toaster or coffee machine."
  • Anssi Vanjoki, damals Chefstratege bei Nokia: "Even with the Mac, Apple has attracted much attention at first, but they have still remained a niche manufacturer. That will be in mobile phones as well."

Quellen:
heise online
Business Insider

Demnächst in diesem Blog: Warum man sich den Wankel-Motor aus der modernen Welt gar nicht mehr wegdenken kann.

 

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Zum 10-jährigen Jubiläum des iPhone gibt es in diesem Jahr auch ein Jubiläumsmodell, das iPhone X, zusätzlich zu den erst vor Kurzem vorgestellten iPhones 8 und 8 Plus. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, dass ein Hersteller ein neues Produkt auf den Markt bringt, aber die Erfolgsgeschichte des iPhone ist schon sehr beeindruckend. Apple hat das Smartphone nicht erfunden, aber das iPhone war ein Meilenstein, das den Markt durcheinanderwirbelte und auch die Art der Kommunikation stark beeinflusste.

Am 9. Januar 2007 hat Steve Jobs auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco das erste iPhone vorgestellt, am 29. Juni 2007 begann der Verkauf in den USA und am 9. November 2007 kam das iPhone nach Deutschland. Zunächst wurde das Gerät nur über T-Mobile vertrieben, ich kann mich noch gut an die Werbung erinnern und war sehr beeindruckt. Ein Grund für den Erfolg des iPhone war sicherlich die einfache Nutzung des mobilen Internets, die es jedem ermöglichte, das Gerät zu bedienen. Was früher nur Nerds fertigbrachten, kann jetzt auch Otto Normalverbraucher: E-Mails abrufen, Nachrichten lesen, im Internet recherchieren, Fotos ansehen und teilen und sogar mit dem Smartphone sprechen, um nur einiges zu nennen, was heute möglich ist. Dank immer neuen Apps erweitert sich die Bandbreite der Nutzung kontinuierlich. Ein Leben ohne Smartphone ist für viele heute kaum noch vorstellbar.

Smartphones sind nicht nur im Consumer-Bereich allgegenwärtig, sondern haben auch das berufliche Umfeld erobert. Selbst in Meetings sind sie anzutreffen, manchmal zum Leid der Teilnehmer, aber oft auch als Helfer. Schnell können Fakten oder fehlende Informationen nachgeschaut oder Dokumente geteilt werden, so dass ein Meeting nicht abgebrochen werden muss. Kalendereinladungen werden gleich mit der Adresse versehen. Mit einem Klick kann diese in der digitalen Karte aufgerufen werden, man weiß also gleich wohin. Auch mobiles Arbeiten ist nicht mehr nur auf Notebooks oder Laptops beschränkt. Smartphones sind eine gute Alternative, die auch beim Thema IT-Sicherheit mithalten können. Es gibt Lösungen, die ein sicheres, mobiles Arbeiten gewährleisten und selbst bei der Nutzung von nur einem Smartphone dienstliche und private Daten trennen, so dass die IT des Unternehmens keine Kontrolle über das Gerät hat, sondern nur Zugriff auf geschäftliche Daten. In den letzten Jahren haben sich diese Geräte zu einem Allrounder entwickelt, die einem das Leben vereinfachen. Viele Anwendungen sind inzwischen verfügbar, was vor einigen Jahren als unmöglich erschien. Ich bin wirklich sehr gespannt, was da noch alles kommt.

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Künstliche Intelligenz ist momentan eines der spannendsten Themen in der IT, wie ich finde, wenn auch kein neues. 1955 definierte der Informatiker John McCarthy die Disziplin der Künstlichen Intelligenz als „die Wissenschaft und die Technologie zur Schaffung intelligenter Maschinen“. Diese Definition ist bis heute umstritten: Intelligenz ist, wie wahr, häufig schwer abgrenzbar.

Mit „Eliza“ veröffentlichte der Informatiker Joseph Weizenbaum 1966 eine Sprachsoftware. Benannt nach jenem Blumenmädchen in "Pygmalion", das von Professor Higgins lernt, wie man richtig spricht, wollte er mit ihr dem Computer das Sprechen beibringen. Weizenbaum wusste, dass der Computer den Menschen nicht wirklich versteht. Was ihn erstaunte war, was sich der Computer bei Experimenten alles anhören musste ...

Heute haben Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und andere das Thema Künstliche Intelligenz (KI) längst wiederentdeckt. Tools, die auf KI basieren, finden wir in Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Cortana. Kim, der Chatbot von Maggi, findet nicht nur Rezepte und passende Zutaten, bei Bedarf legt Kim die Zutaten auch gleich in den Warenkorb.

Unternehmen haben längst erkannt, dass Chatbots das Potenzial haben, die Kundenkommunikation und den Kundenservice von Grund auf zu verändern: nervige Wartezeiten in der Telefonhotline lassen sich reduzieren, einfache Probleme schneller lösen und die Nutzer sind zufriedener, weil sie zeitnah Hilfe bekommen.

Doch die sprechenden Maschinen stellen Unternehmen vor völlig neue Herausforderungen. Aus Sicht der Unternehmen eignen sich Chatbots zwar ganz hervorragend für die Kundenkommunikation. Allerdings eignen sich nicht alle Anfragen für die Kommunikation über eine virtuelle Maschine. Das kommt zum einen auf den Nutzer an, nicht jeder will mit einem virtuellen Assistenten sprechen und schon gar nicht, wenn er sauer ist, und zum anderen auf das eigentliche Problem. Mit komplexen Themen können Chatbots häufig noch nicht umgehen. Das kann, wie am Beispiel von Microsofts Chatbot „Tay“ zu beobachten war, zu Problemen führen und schnell zu einem Fall für die Krisenkommunikation werden.

Virtuelle Maschinen wie Chatbots werden auch für Marken eine Herausforderung sein. Denn ob Kunden über einen Chatbot mit ihrer Marke sprechen, hängt, neben Markenimage, Markenidentifikation usw., auch davon ab, ob eine Marke in einem virtuellen Assistenten überhaupt funktioniert, und wenn ja, wie eine Marke ihre Kunden anspricht.

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Früher habe ich ohne Bedenken im Internet gesurft oder E-Mails von unbekannten Absendern geöffnet – hätte ja etwas Interessantes sein können. Falls es Malware gewesen wäre, hatte man ja das Antivirus-Programm, das einen schützt. Heute kommt mir schon das Zittern, wenn der Computer etwas macht, was er sonst nicht macht. Virus? Ransomware? Trojaner?

Der erste große Cyberangriff, an den ich mich noch gut erinnern kann, war als Liebesgrüße per E-Mail verschickt wurden. Heute weiß man, dass der I-Love-You-Virus weltweit 50 Millionen Computer befallen und der Schaden 5,5 Milliarden US-Dollar betragen hat.

Mittlerweile hören wir fast täglich von Cyberangriffen auf Unternehmen oder Organisationen. Besonders stark vertreten sind momentan Ransomware-Attacken, die Daten von den befallenen Computern verschlüsseln und Lösegeld für die Entschlüsselung erpressen. Die letzten großen Angriffe wie „WannaCry“ und „NotPetya“ trafen große Unternehmen wie Beiersdorf, Fedex und Milka direkt ins Herz. Das Jahr 2017 gilt nach einem Bericht von Trend Micro „2017 Midyear Security Roundup: The Cost of Compromise“ übrigens als das Jahr der Ransomware. Allein in den ersten sechs Monaten gab es 82 Millionen Bedrohungen durch Ransomware, der Schaden beträgt etwa vier Milliarden US-Dollar. Auch wenn nicht jeder Angriff so weite Kreise wie „WannaCry“ und „NotPetya“ zieht, gefährlich sind sie allemal, besonders wenn Unternehmen nicht richtig geschützt sind. Ich frage mich oft, ob Unternehmen aus den vorhergegangenen Attacken nichts lernen? Immer wieder sind große namhafte Unternehmen dabei, von denen man doch eigentlich denkt, dass sie gut geschützt vor solchen Attacken und ihre Systeme auf dem neuesten Stand sind.

Ganz hoch im Kurs stehen übrigens auch Cyberversicherungen. Die können zwar keine verlorenen oder verschlüsselten Daten zurückbringen, den finanziellen Schaden können sie aber verringern. Doch wie auch immer Unternehmen sich bei dem Thema IT-Sicherheit aufstellen, wie sie ihre Mitarbeiter sensibilisieren oder welche Lösungen sie einsetzen – eines ist auf jeden Fall so sicher wie das Amen in der Kirche: Der nächste Cyberangriff kommt auf jeden Fall.

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Viele Agenturen sagen:

Die Leser im B2B wollen genau so angesprochen werden wie Privatpersonen. Sie möchten fetzige Texte und Stories, die sie unterhalten, und bloß nicht mit Produkteigenschaften oder gar technischen Details gelangweilt werden. Sie sind ja schließlich auch ganz normale Menschen und deshalb interessiert sie das nicht die Bohne. Außerdem machen die Amis das auch so, und die sind ja bekanntlich die Größten, wenn es um Marketing und PR geht.

Was sie damit eigentlich meinen:

Wir haben keinen blassen Schimmer von den Produkten und Technologien unserer Kunden. Und wir haben auch nicht vor, daran etwas zu ändern, indem wir uns damit auseinandersetzen und uns in diese Themen einarbeiten. Das wäre ja furchtbar anstrengend.

Wir sagen:

Liebe Unternehmen, lasst euch keinen Bären aufbinden. Die Verantwortlichen investieren durch ihre Entscheidungen häufig viel Geld und riskieren damit einiges. Deswegen möchten sie sehr wohl über die genauen Eigenschaften eines Produkts und seine technischen Details informiert werden. Durch sie hebt sich ein Produkt schließlich meistens ab und wird damit überhaupt erst interessant. Diese Aspekte kann eine Agentur aber nur strategisch und überzeugend kommunizieren, wenn es sie kennt und versteht. Natürlich kommt es dabei auch auf die Verpackung an. Selbst die überzeugendsten Fakten werden nur wahrgenommen, wenn sie in lesenswerten und spannend geschriebenen Texten stehen. Aber einfach nur die Verpackung zum Inhalt zu machen und auf die Fakten zu pfeifen, das ist zu wenig.

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Auch im Gesundheitswesen ist die Digitale Transformation eine Pflichtaufgabe. Sie beginnt mit der Prävention und umfasst beispielsweise Gesundheits-Apps und Fitness-Armbänder sowie Apps, um Krankmeldungen und Arztrechnungen einzureichen; dazu kommen die elektronische Gesundheitskarte, die Unterstützung der Ärzte bei der Diagnostik und Therapie und nicht zu vergessen die medizinische Grundlagenforschung. Erstens geht es bei der Digitalen Transformation im Gesundheitswesen darum, die Gesundheit der Menschen zu fördern und zu erhalten. Zweitens steht die Gesundheitsbranche unter einem enormen Wettbewerbs- und Kostendruck – egal, ob Ärzte, Krankenhäuser oder gesetzliche und private Versicherungen.

Mit Gesundheits-Apps hat die große Mehrzahl der Bürger erste Erfahrungen gemacht. In der einfachsten Form sind das die Schrittzähler-Apps für iOS, Android und Windows 10 Mobile. Einen guten Überblick über das Angebot, das weit mehr umfasst als Schrittzähler, gibt die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie „Digital-Health-Anwendungen“; sie beschreibt insgesamt sieben Typen von Digital-Health-Anwendungen. Angetrieben wird die Entwicklung durch zwei Trends: den technischen Fortschritt und die steigenden Anforderungen der Patienten. Sie informieren sich im Internet, werden aktiver und dadurch vergrößert sich auch das digitale Angebot.

Das zeigt sich beispielsweise daran, dass in den letzten Jahren immer mehr Private Krankenversicherungen ihre Services zur papierlosen Einreichung von Arztrechnungen, Rezepten und Belegen erweitert haben. Kunden scannen die Dokumente ein und die App überträgt die Daten dann verschlüsselt an den Versicherer. Der Vorteil für Kunden: der Vorgang wird vereinfacht und die Kosten für das Porto entfallen.

Ein weiteres Anwendungsszenario für die Digitalisierung ist die Präzisionsmedizin wie sie in der Krebstherapie zum Einsatz kommt. Im Kern geht es bei dieser Big-Data-Anwendung darum, aus der Gendiagnostik und der Analyse weltweiter medizinischer Wissensdatenbanken Ärzte dabei zu unterstützen, eine passgenaue Therapie für Krebspatienten zu entwickeln.

Wie in vielen andern Branchen auch, gibt es im Gesundheitswesen eine Vielzahl von Initiativen und Ansätzen zur Digitalen Transformation; aktuelle Projekte finden sich vor allem dort, wo Patienten und Kunden der Krankversicherungen involviert sind. In den eigentlichen Kernprozessen der Privaten Krankenversicherungen, der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Abrechnungsdienstleister steht eine umfassende Optimierung der Abläufe – und damit die Digitale Transformation – erst am Anfang. Hier geht es um grundlegende Fragen: Kann das vorhandene, langjährig genutzte Kernsystem überhaupt modernisiert werden oder ist eine komplette Neuentwicklung notwendig? Reicht die Evolution oder ist eine Revolution notwendig?

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