Ob es die Navigationssysteme auf der Schiffsbrücke, die Wartung der gewaltigen Motoren oder die Dokumente der einzelnen Container betrifft: Immer mehr Datentechnik hält an Bord Einzug. Für die Reedereien bietet sie zahlreiche Vorteile: Sensoren und Sender können beispielsweise Informationen über den Zustand der Technik an Land schicken. Wird eine Störung gemeldet, können Mitarbeiter bei der Ankunft im nächsten Hafen direkt mit den notwendigen Ersatzteilen bereitstehen. Das spart erhebliche Kosten ein, die normalerweise für das Einfliegen von Technikern und Teilen anfallen. Um diesen Echtzeit-Status für alle Arten von Systemen wie Motoren, Ruder, Propeller und Vorschaltgeräten zu erreichen, ist eine Vernetzung zwischen OT- und IT-Systemen unabdingbar. Diese Vernetzung allerdings entfernt die wasserdichten Schotten, die es früher zwischen beiden Systemen gab, und öffnet Cyber-Kriminellen zahlreiche neue Einfallstore. Werden Schiffe Opfer eines erfolgreichen Hacker-Angriffs, könnte es zu unkontrollierbaren Schiffen auf hoher See oder in Hafengebieten kommen bis hin zu provozierten Zusammenstößen. Solche Schreckensszenarien werden insbesondere beim Betrieb unbemannter Schiffe befürchtet, mit denen mittelfristig zu rechnen ist.
Andere Szenarien sind zum Beispiel Cyber-Angriffe auf große Häfen, die Terminals außer Betrieb setzen oder Containerladungen und vertrauliche Daten manipulieren. Solche Angriffe können zu erheblichen Schäden durch Betriebsunterbrechungen oder zu Reputationsverlusten führen. Um das Risiko von Cyber-Attacken abzuschwächen, müssen Unternehmen mögliche Szenarien simulieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung identifizieren:
„Cyber-Risiken sind für die Schifffahrtindustrie, die stark vernetzt ist und in ihrem Betrieb zunehmend auf Automatisierung setzt, eine neue Gefahr. Ein Hacker-Angriff auf die Technik an Bord, insbesondere auf die elektronischen Navigationssysteme, könnte zu einem Totalverlust führen und sogar mehrere Schiffe einer Reederei betreffen. Die Unternehmen sollten deshalb mögliche Szenarien simulieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung identifizieren“, erklärt Christian Koch, Director GRC und IoT/OTbei der Security Division von NTT Ltd. „Zwar ist das Sicherheitsthema für vernetzte IT- und OT-Systeme auf Schiffen noch so jung, dass gesetzliche Regelungen bislang die Ausnahme sind. Es gibt jedoch einige Normen wie NIS, MTSA3 und VIQ7, die entsprechende Richtlinien enthalten. Unternehmen, die die genannten vier Schritte befolgen, sind auf dem besten Weg zur Einhaltung dieser Standards.“
Über die Security Division und NTT Ltd.
Security ist eine Division von NTT Ltd., einem globalen Technologie-Dienstleister, der die Expertise marktführender Unternehmen vereint, einschließlich NTT Communications, Dimension Data und NTT Security. Die Security Division hilft Unternehmen beim Aufbau eines digitalen Geschäfts, das dem Grundsatz Security-by-Design entspricht. Auf Basis einer globalen Threat Intelligence bietet die Security Division hinsichtlich Cyber-Bedrohungen Prävention, Erkennung, Abwehr und Reaktion. Security verfügt über 10 SOCs, sieben Zentren für Forschung und Entwicklung sowie mehr als 2.000 Sicherheitsexperten und behandelt jährlich Hunderttausende Sicherheitsvorfälle auf sechs Kontinenten. Die Division sichert zudem eine effiziente Ressourcennutzung, indem der richtige Mix an Managed Security Services, Security Consulting Services und Security-Technologie zur Verfügung gestellt wird.
NTT Ltd. arbeitet mit Unternehmen auf der ganzen Welt zusammen, um durch intelligente Technologielösungen Ergebnisse zu erzielen. Intelligent bedeutet für uns datengesteuert, vernetzt, digital und sicher. Als globaler IKT-Provider beschäftigen wir mehr als 40.000 Mitarbeiter an vielfältigen und modernsten Arbeitsplätzen und erbringen Dienstleistungen in mehr als 200 Ländern. Gemeinsam ermöglichen wir die vernetzte Zukunft.
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