KI-Investitionen steigen, doch Unternehmen tun sich schwer, einen Nutzen daraus zu ziehen

77 Prozent der 1.500 für eine HTEC-Studie befragten C-Level-Führungskräfte glauben, dass der mit KI erzielbare Nutzen inzwischen stärker durch Menschen und Prozesse begrenzt wird als durch die Technologie selbst

 

München, 15. Oktober 2026 – HTEC, ein weltweit tätiges Technologie- und Engineering-Unternehmen, hat seinen HTEC AI Value Realization Report 2026 veröffentlicht. Dieser deckt eine neue Herausforderung für Unternehmen auf, die die KI-Experimentierphase verlassen: Die Investitionen in KI wachsen in vielen Firmen schneller als die Fähigkeiten, den Nutzen messbar zu machen, KI zu überwachen und zu steuern sowie beständig Mehrwerte zu generieren.

 

Laut der unabhängigen Studie haben 79 Prozent der Unternehmen ihre KI-Investitionen im Laufe des vergangenen Jahres erhöht – im Durchschnitt um 31 Prozent. In Deutschland vermelden allerdings nur 69 Prozent gestiegene Investitionen in KI, wobei der Anstieg bei durchschnittlich 27 Prozent lag.

 

Die Ergebnisse der Studie deuten auf einen grundlegenden Wandel in der Diskussion um den KI-Einsatz hin. Die Frage ist immer seltener, ob ein Unternehmen KI einführen kann, sondern vielmehr, ob es ihm gelingt, mit KI die geschäftliche Performance nachhaltig und messbar zu verbessern. Dabei sind 77 Prozent der befragten Führungskräfte (76 Prozent in Deutschland) überzeugt, dass der Wert von KI inzwischen eher durch die Menschen und Prozesse beschränkt wird als durch die Technologie selbst.

 

„Die Diskussion um KI hat sich verändert. Die Herausforderung ist nicht mehr, einen Zugang zu KI zu erhalten oder Einsatzmöglichkeiten für KI zu finden. Inzwischen geht es darum, aus den Investitionen einen konkreten geschäftlichen Nutzen zu ziehen“, betont Alex Rumble, Chief Marketing Officer bei HTEC. „Die Studie zeigt deutlich, dass die größten Hürden zunehmend organisatorischer und weniger technologischer Natur sind. Unternehmen müssen der Einführung und Nutzung von KI, den Betriebsmodellen, der Erfolgsmessung und der Governance ebenso viel Aufmerksamkeit widmen wie der Technologie selbst.“

 

Der Nutzen von KI geht über Kostensenkungen hinaus

 

Der Studie zufolge verändert sich auch, welchen Nutzen sich Unternehmen von KI versprechen. Nur 18 Prozent der Führungskräfte zählen Kostensenkungen zu den wichtigsten Zielen ihrer KI-Initiativen. Bessere Entscheidungen, höhere Produktivität, bessere Kundenerfahrungen, mehr Innovationen und eine kürzere Time to Market rücken inzwischen stärker in den Fokus. In Deutschland sehen sogar nur noch knapp 13 Prozent KI als Technologie zur Kostensenkung.

 

Mit den vielfältigeren Erwartungen an KI wird es allerdings auch schwieriger, ihren Wert zu belegen. Nur 27 Prozent der Unternehmen (22 Prozent in Deutschland) haben den Zweck ihres KI-Einsatzes und die angestrebten Ergebnisse unternehmensweit klar kommuniziert. Zudem gehen die Meinungen darüber, wie der Wert von KI gemessen werden sollte, auseinander. Berücksichtig werden hier strategische Ergebnisse, finanzielle Erträge, die operative Performance, Mitarbeiterkennzahlen und Ergebnisse auf Kundenseite, doch ein Bewertungsmodell, das sich als Standard etablieren kann, zeichnet sich nicht ab.

 

Hinzu kommt, dass es 71,5 Prozent der Unternehmen an einem umfassenden und unternehmensweiten Überblick über den Umfang der KI-Nutzung, die Nutzungsmuster und die erzielten Ergebnisse fehlt. Stattdessen verlassen sie sich auf einzelne Berichte, die kein komplettes Bild zeichnen, ein Tracking nur in bestimmten Aufgabenbereichen und anekdotisches Feedback – oder haben überhaupt keinen Überblick. In Deutschland haben immerhin fast 79 Prozent der Unternehmen ein Tracking implementiert, um Nutzung, Nutzungsmuster und Ergebnisse zu erfassen.

 

Die fehlende Transparenz zeigt bereits Folgen. Etwa ein Viertel der Führungskräfte berichten von höheren Kosten der KI-Nutzung, die sich auch auf ein unzureichendes Tracking zurückführen lassen. In Deutschland haben nur 17 Prozent dieses Problem. 26 Prozent (17 Prozent in Deutschland) vermelden zudem eine wachsende Abhängigkeit von externen Partnern als unerwartete Konsequenz der zunehmenden KI-Nutzung.

 

Mit autonomer KI steigen die Risiken

 

Je autonomer KI-Systeme agieren, desto größer sind die Herausforderungen. Nur 14 Prozent der Unternehmen erfassen KI-Risiken systematisch über ihr gesamtes Portfolio hinweg, während die Ansätze, eine menschliche Aufsicht sicherzustellen, sehr fragmentiert bleiben. 5 Prozent der Unternehmen bewerten KI-Risiken zudem überhaupt nicht – in Deutschland sind es sogar 10 Prozent. Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass die Governance-Strukturen und Verantwortlichkeiten sich nicht im gleichen Maße weiterentwickelt haben, wie der KI-Einsatz vorangeschritten ist.

 

„Ich habe schon verschiedene Technologien erlebt, die Unternehmen verändert haben. Aber KI ist anders, weil sie zunehmend selbstständig handeln kann und nicht nur informiert“, erklärt Lawrence Whittle, Chief Strategy Officer bei HTEC. „Je autonomer KI wird, desto klarer müssen Unternehmen Risiken, Aufsicht und Verantwortlichkeiten definieren.“

 

Die branchenspezifischen Herausforderungen unterscheiden sich

 

Der Blick auf die Details zeigt zudem, dass sich die einzelnen Branchen teils deutlich unterscheiden. Die Telekommunikationsbranche scheint in Bezug auf den KI-Reifegrad weiter fortgeschritten zu sein – 52 Prozent der Unternehmen skalieren bereits KI, die sich bewährt hat, oder beschreiben sich als KI-natives Unternehmen. Zum Vergleich: Das Gesundheitswesen schreitet vorsichtiger voran – hier befinden sich noch 28 Prozent der Unternehmen und Einrichtungen in der frühen Erkundungsphase des KI-Einsatzes.

 

Die verschiedenen Branchen streben zudem ganz unterschiedliche Mehrwerte an: In der Finanzindustrie und bei Telekommunikationsanbietern stehen vor allem bessere Entscheidungen im Fokus, während Fertigungsunternehmen auf eine höhere Produktivität abzielen. In der Automobilbranche, im Gesundheitswesen und im Bereich Life Science wird hingegen mehr Wert auf eine kürzere Time to Market gelegt.

 

Zudem weichen die Hürden beim KI-Einsatz in den Branchen stark voneinander ab. Fast ein Drittel der Führungskräfte aus der Fertigungsindustrie sieht die Verfügbarkeit von Daten als größte Herausforderung bei der Messung von Erfolgen. In der Automobilindustrie hadern die Führungskräfte vor allem mit den Beschränkungen ihrer Tools. Und im Handel fällt es den Unternehmen besonders schwer, erreichte Erfolge dem KI-Einsatz zuzuordnen.

 

Diese Unterschiede zwischen den Branchen wird HTEC in einer Reihe weiterer branchenbezogener AI Value Realization Reports näher beleuchten. In diesen soll untersucht werden, wie sich Investitionen, KI-Nutzung, Erfolgsmessung und Governance in der Finanz- und Versicherungsbranche, im Gesundheitswesen, in der Automobilindustrie, in der Telekommunikationsbranche, im Einzelhandel, in der Halbleiterindustrie sowie in der Fertigung und in der Versorgungswirtschaft entwickeln.

 

Vom KI-Einsatz zur Wertschöpfung

 

Die Studie zeigt, dass die nächste Phase des KI-Einsatzes in Unternehmen nicht mehr allein durch die KI-Nutzung geprägt sein wird. Mit steigenden Investitionen wird es beim Erzielen von Wettbewerbsvorteilen durch KI zunehmend darauf ankommen, ob Unternehmen verstehen, wo KI einen Mehrwert generiert, wo Kosten und Risiken entstehen und ob sich Menschen, Prozesse und Betriebsmodelle ausreichend weiterentwickeln, um das Potenzial der Technologie auszuschöpfen.

 

Für HTEC bestätigen die Ergebnisse, dass es essentiell ist, die Einführung von KI mit einer organisatorischen Transformation, Governance, Sichtbarkeit und der Messung von geschäftlichen Erfolgen zu verbinden.

 

Der HTEC AI Value Realization Report 2026 ist hier verfügbar.

 

Über den Report:

Die Befragung wurde von HTEC beauftragt und von Censuswide unabhängig durchgeführt. Befragt wurden im Juli 2026 1.500 Führungskräfte auf C-Level in den USA, in Großbritannien, in Deutschland, in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zu den Befragten zählen technische und nicht-technische Führungskräfte in Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Telekommunikationsbranche, Finanz- und Versicherungsindustrie, Einzelhandel, Halbleiterindustrie sowie Fertigung und Versorgungswirtschaft.

Censuswide ist Mitglied der Market Research Society und des British Polling Council.

 

Pressekontakt:

PR-COM GmbH

Katrin Link

Senior Account Executive

Sendlinger-Tor-Platz 6

80336 München

Telefon +49 89 59997-814

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