Breitbandausbau: Immerhin ein Thema bei den Koalitionsgesprächen

Breitbandausbau: Immerhin ein Thema bei den Koalitionsgesprächen

Anscheinend sind auch die Verhandlungspartner bei den Koalitionsgesprächen in der Gegenwart angekommen. Immerhin wird dort der Breitbandausbau thematisiert. Erstaunlich in einer Zeit, in der laut der Kanzlerin „das Internet für uns alle Neuland ist“. Der Ausbau solle in den nächsten Jahren mit jährlich einer Milliarde Euro zusätzlich unterstützt werden. Ziel ist es, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit Internetanschlüssen von 50 Mbit/s zu erreichen.

Mit dieser Investition ist das aber natürlich nicht machbar. Und das wissen die Verhandlungspartner auch ganz genau. Schließlich hat eine Studie des TÜV Rheinland, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellt wurde, ergeben, dass ein solcher flächendeckender Ausbau rund 20 Milliarden Euro kosten würde. Wer steuert also das fehlende Geld bei. Die Netzbetreiber? Wohl kaum! Aber man ist ja kreativ. So hat die Koalitionsarbeitsgruppe Wirtschaft „Breitband-Bürgerfonds“ ins Spiel gebracht. Der Steuerzahler soll also den Ausbau mit Geldanlagen, die eine „entsprechende“ Rendite bieten, unterstützen. Dass das der große Renner wird, darf doch mehr als bezweifelt werden – angesichts der Minizinsen und -renditen von Bundeswertpapieren.

Zudem bleibt die Frage erlaubt, ob man mit diesen Leistungswerten überhaupt für die Zukunft gerüstet ist. Viele Experten vertreten die Meinung, dass 50 Mbit/s nicht ausreichend sind. In einer Umfrage von TNS Infratest unter IT-Fachleuten sahen 75 Prozent der befragten Experten Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s für die nächsten fünf bis zehn Jahre als notwendig an, und 48 Prozent halten sogar Bandbreiten von mindestens 300 Mbit/s für erforderlich.