Cloud Computing erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei deutschen Unternehmen

Cloud Computing erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei deutschen Unternehmen

Greifen wir einmal tief in die Klischee-Kiste: Deutsche haben ein großes Sicherheitsbedürfnis, springen nicht auf jeden Trend auf (gerade im Bereich IT-Innovationen), haushalten sparsam und scheuen risikoreiche Investitionen. „Puh, nicht schon wieder diese alte Leier“ denken Sie sich jetzt. Aber im IT-Sektor waren und sind deutsche Unternehmen tatsächlich bei neuen Entwicklungen recht zögerlich und zurückhaltend. Gerade beim Thema Cloud Computing.

Da sind die jüngsten Ergebnisse des Cloud Monitors 2015, einer BITKOM Studie im Auftrag von KPMG (BITKOM KPMG PK Cloud Monitor: 2015), doch interessant und lassen aufhorchen: „Cloud Computing wird Basistechnologie in vielen Unternehmen“ heißt es in der Pressemeldung zur Studie (BITKOM und KPMG Presseinfo: 2015). Insgesamt wurden 458 Geschäftsführer und IT-Verantwortliche in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in der repräsentativen Studie befragt. Fast die Hälfte aller Unternehmen haben im Jahr 2014 Cloud Computing eingesetzt. In großen Unternehmen ab 500 Mitarbeiter sind es sogar 70 Prozent, im Mittelstand jedes zweite, und bei kleinen Unternehmen 41 Prozent. Und von denen, die es noch nicht nutzen, überlegt jedes vierte Unternehmen in 2015 den Schritt zu wagen. Hauptsächlich greifen Unternehmen auf IT-Services aus einer Private Cloud zurück: 39 Prozent der Studienteilnehmer, ein Wachstum von 3 Prozent zum Vorjahr. Public Cloud Computing kommt dagegen nicht von der Stelle. Hier stiegen die Nutzerzahlen lediglich um einen Prozentpunkt auf 16. Mehrheitlich zufrieden sind die Nutzer von beiden Cloud-IT-Service-Varianten: 78 Prozent der Private-Cloud-Nutzer und 73 Prozent der Public-Cloud-Nutzer.

Im Hinblick auf diese Ergebnisse bleibt Cloud Computing auch in 2015 eines der Top-IT-Themen für den IT-Markt. „Cloud Computing wird Basistechnologie“ – heißt das jetzt, dass die deutschen Unternehmen komplett anders mit dem Thema umgehen? Keine Sicherheitsbedenken wie in der Vergangenheit? Nein, so schnell verändern sich Einstellungen und Überzeugungen dann doch nicht. Sicherheitsbedenken bremsen ein schnelleres Wachstum und die Verbreitung von Cloud Computing, so eine weitere Aussage der Studie. 60 Prozent der Befragten haben Angst, durch Cloud Computing gegen Compliance-Anforderungen zu verstoßen. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) befürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Daten. Und fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) sieht die Gefahr eines möglichen Datenverlustes.
Hier ist also immer noch viel Aufklärungsarbeit für IT-Anbieter zu leisten. Denn, so die Studie, Sorgen seien unbegründet, da lediglich 8 Prozent aller Unternehmen Compliance-Vorfälle in Zusammenhang mit Cloud Computing zu beklagen hatten. Und Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit sei wichtig, so der Branchenverband BITKOM. Der Verband sieht Cloud Computing als einen wichtigen Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Denn Cloud Computing verhilft zu mehr Flexibilität, Mobilität und Effizienz.

Das Gütesiegel „Made in Germany“ gilt weltweit als sehr gutes Verkaufsargument für Industrie- und Konsumgüter. Für die Überzeugungsarbeit und als Argument für Cloud Computing könnte sich ein weiteres deutsches Zertifikat durchsetzen: die „German Cloud“. Mal sehen, was die nächste Auswertung des Cloud Monitors 2016 ergibt.