Die Cloud wirft ihre Schatten

Die Cloud wirft ihre Schatten

Die digitale Transformation der vergangenen Jahre hat die IT-Struktur in Unternehmen grundlegend verändert: Die Verwendung mobiler Endgeräte sowie die Verlagerung von Daten in die Cloud haben zu neuen Workflows am Arbeitsplatz geführt, den Mitarbeitern ungeahnte Freiheiten ermöglicht und technische Grenzen überwunden.

Aber Vorsicht! In dem selben Maße, wie diese Innovationen zum mächtigen Erfolgskonzept in Unternehmen wurden, gibt es auch eine dunkle Seite der Macht: Trends wie Cloud und Mobile haben die sogenannte Schatten-IT befördert. Parallel zur offiziellen IT entwickelt sich eine klandestine Struktur: Wenn die IT-Abteilung schläft oder nicht die finanziellen Ressourcen vorrätig hat, um schnell genug die passenden Services zur Verfügung zu stellen, gewinnt das Ganze eine willkürliche Eigendynamik. Mitarbeiter benutzen beispielsweise eigenmächtig private Geräte, Software, Dienste und speichern ihre Daten in externen Datenbanken. 

User holen nicht erst offiziell eine Genehmigung vom Arbeitgeber ein, sondern benutzen nach eigenem Gusto ihre privaten Devices im Untergrund - dies zum großen Verdruss der IT-Verantwortlichen. Dabei gibt es nicht nur einzelne schwarze Schafe. Wer hat es nicht selbst schon gemacht - eine Mail an die private Mail-Adresse weitergeleitet oder ein File auf sein privates Gerät heruntergeladen? Doch es bleibt leider nicht bei diesen kleinen Bagatelldelikten, denn mit der zunehmenden Agilität und Mobilität hat die Interaktion im Schatten ungeahnte Ausmaße angenommen, was nicht zuletzt aufgrund der Cloud möglich wurde. 

Mittlerweile haben Firmen ein Problem mit der Schatten-IT: Unternehmensrichtlinien werden missachtet und die Risiken, die durch die Standardisierung der IT gebannt werden sollten, werden immanent. Wenn erst einmal eine heterogene IT-Landschaft entsteht, wird es unmöglich diese zentral zu steuern und zu kontrollieren. Die verwendeten Applikationen, Geräte etc. haben weder eine sichere Herkunft noch sind sie getestet oder können vom IT-Support verwaltet und aktualisiert werden. Sie sind das perfekte Einfallstor für Angriffe jeglicher Art. Die Sicherheit der Unternehmensdaten ist nicht mehr gewährleistet.

Aber nicht nur die eventuellen Sicherheitsvorfälle können das Unternehmen ein Vermögen kosten: Allein schon die Verwendung fremder Software-Tools verursacht Nebenkosten, bei der im schlimmsten Fall sogar noch Lizenzrechte verletzt werden. Dies kann richtig kostspielig werden!

Auch wenn die Schatten-IT innovative Prozesse (wie zum Beispiel neue Kommunikationsformen) im Unternehmen anstoßen kann, ist oberste Vorsicht geboten. Hauptproblem bleibt, dass die wenigsten Firmen sich überhaupt bewusst sind, dass es diese Schatten-IT in ihrem System gibt. Das Treiben der User in der IT bleibt für die Profis oft unsichtbar und unvorhersehbar. Und dann wäre da ja auch noch der unberechenbare DAU...

Quelle: pixabay / Lizenz: CC0 Public Domain / FAQ

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