Der falsch zitierte Herr Max Mustermann

Der falsch zitierte Herr Max Mustermann

Erst vor Kurzem wieder einen beliebten Streitfall gehabt: Ein in einer Pressemitteilung zitierter Experte bestand darauf, jedes Mal im Text mit Vor- und Nachnamen sowie einem „Herrn“ davor genannt zu werden. Stünde da lediglich der Nachname, so sein Einwand, käme das ziemlich rüde rüber.

Anscheinend wirken manche Dinge in Pressetexten auf den ersten Blick ungewöhnlich, die einem in den Medien völlig normal vorkommen oder erst gar nicht groß auffallen. So stört sich niemand daran, dass der Tagesschau-Sprecher jeden Abend lediglich von „Merkel“ redet. Auch in den Tageszeitungen wird dies so gehandhabt, zum Beispiel in der Süddeutschen:

Ramstetter selbst sagte am Sonntag der SZ: '"Ich habe Scheiße gebaut und die Zahlen geschönt. Daraus ziehe ich die Konsequenzen und übernehme die Verantwortung."

Bei der ersten Nennung den vollen Namen angeben, dann nur noch den Nachnamen – so entspricht es in Deutschland den journalistischen Gepflogenheiten. Und daran sollte sich auch ein Pressetext unbedingt orientieren. Das gilt ebenso für die „Frau“ und den „Herrn“ vor den Namen. Auch sie sind – übrigens ganz im Gegensatz zu England, Frankreich oder den USA – in den deutschen Medien völlig unüblich.