Der Frosch der modernen Forschung – Nachhaltigkeit und Reparaturfreundlichkeit bei Tablets

Der Frosch der modernen Forschung – Nachhaltigkeit und Reparaturfreundlichkeit bei Tablets

War es in aus heutiger Sicht gefühlt historischer Zeit, also damals im letzten Jahrtausend noch Usus, dass man sich dem Filetieren von Fröschen gewidmet hat, so richtet sich moderner Forschergeist auf höhere Ziele. Aktuelles Spaßobjekt der Forscher des Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM und zugegeben zeitgemäßer sind Tablets der landläufig bekannten Hersteller, die in sezierender Kleinarbeit auf ihre Recycling- und Reparaturfreundlichkeit getestet wurden.

Das Forschungsprojekt kommt zur rechten Zeit, da laut aktueller IDC-Prognose Tablets schon im 4. Quartal 2013 den Absatz von PCs und Notebooks zusammen überholen werden. Die stetig wachsende Akzeptanz von Tablets im Business-Umfeld mit entsprechenden Sicherheits-Features und spezialisierten Apps treibt dieses Wachstum an.

Was aber passiert, wenn das Gerät kaputt ist oder ausgemustert wird?

Auch bei Tablets sind die gängigen Label für umweltfreundliche Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnologie des Green Electronic Council (EPEAT) oder für Nachhaltigkeit in der Produktion und Wiederverwertung (TCO) anzutreffen.

Trotzdem überrascht es zumindest versierte Nutzer aktueller Tablets wenig, was die Forscher festgestellt haben: Bei der überwiegenden Zahl der Geräte ist eine Reparatur durch den Nutzer kaum möglich, weil der Versuch das Gehäuse zu öffnen bereits fehlschlägt und unbeabsichtigte Schäden provoziert.

Eine weitere Erkenntnis: Je hochwertiger und robuster ein Tablet ist, umso komplizierter gestaltet sich die Demontage – bedingt durch Verschraubung oder Verklebung von Komponenten, oder auch eine besonders flache Bauform, was wiederum die Reparatur wie auch das Recycling erschwert.

Die Ergebnisse wurden in einer gerade veröffentlichten Studie zusammengefasst.

Angesicht der zahlreichen nicht-erneuerbaren Materialien (Edelmetalle, Aluminium und spezielle Kunststoffe), die in einem Tablet enthalten sind, ist eine saubere Materialtrennung aber spätestens beim Recycling wichtig, um Wertstoffe wiederverwendbar zu machen. Dazu gehört auch, dass der Akku einfach entnommen werden kann, was beim Großteil der Geräte nicht möglich ist. Über Letzteres freuen sich ja schließlich auch die Anwender, die damit die Lebensdauer des Gerätes verlängern können. Namen nennt die Studie nicht, aber vereinzelte Hersteller – Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel – denken mit und bieten Tablets, bei denen sich der Akku wechseln lässt.

Die Studie soll als Basis für ein künftiges Bewertungssystem von Tablets dienen. Es bleibt zu hoffen, dass in Zeiten wachsender Probleme mit Elektronik-Schrott und endlicher Ressourcen die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette allmählich selbstverständlich wird.