Gadget der Woche: Die ferngesteuerte Kakerlake

Gadget der Woche: Die ferngesteuerte Kakerlake

Neues aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Wie die Süddeutsche berichtet, hat die amerikanische Firma Backyard Brains ein Implantat entwickelt, mit dem sich Kakerlaken per iPhone fernsteuern lassen. Wischt man auf dem Smartphone mit dem Finger, wird der Schabe ein Stromstoß in ihren Fühler versetzt. Das Nervensystem der Kakerlake hält dies für ein Hindernis und das Tier macht eine Ausweichbewegung. Dieser „erste kommerziell erhältliche Cyborg“, so der Hersteller, ist für rund 100 Euro zu haben. Eine Schabe ist allerdings nicht dabei. Die muss man sich schon selber fangen – oder im Zwölferpack dazu bestellen.

Die Tiere dürften über das Produkt aber weniger erfreut sein als der Hersteller, denn für das Funktionieren des Implantats ist ein mittelschwerer Eingriff nötig. Man muss die Kakerlaken zunächst mit Eiswasser betäuben und ihren Rückenpanzer dann mit Schleifpapier bearbeiten, damit die Steuereinheit auch schön kleben bleibt. Ach ja, und um die Elektroden hineinzustecken, sind dann noch die Fühler entzwei zu schneiden.

Entsprechend dick ist der Hals der Tierschützer, die von „Folter und Verstümmelung“ reden. Backyard Brains versteht die ganze Aufregung aber nicht. Man habe das Implantat entwickelt, um Kinder möglichst früh für Neurowissenschaften zu begeistern. Doch die Kleinen wollen diesen Enthusiasmus nicht so recht teilen. Als der Firmengründer auf einer Konferenz einer Kakerlake live ein Bein amputierte, war bei den Kindern im Publikum jedenfalls keine Begeisterung festzustellen – sondern blankes Entsetzen. So Internet-Computerspiel-und-Gewaltvideo-abgehärtet wie immer gemutmaßt scheinen sie also doch nicht zu sein.