Aus heiterem Himmel war sie plötzlich da ...

Aus heiterem Himmel war sie plötzlich da ...

Ich habe noch nie so viel über das Wetter und die kommenden Aussichten gelesen wie in den letzten Jahren. Und was es alles für schöne Wortspiele gibt ... Cloud sei Dank!

Zunächst waren die weiteren Aussichten heiter bis wolkig, dann doch eher nebulös, später dauerhaft bedeckt, mit strichweisem oder örtlichem Regen und nun der Wetterwechsel: langsam verschwinden die Wolken, die Sonne kommt. Kaum ein Wetterszenario, das die Cloud nicht inspiriert hätte. Und vergessen wir nicht die Cloud selbst: Schäfchen- oder Gewitterwolke? Schönwetterwolke oder dunkle Wolke mit warmen Regen? Sonnenschein oder Sturmfront?

So wechselhaft wie das Wetter gestalten sich auch nach wie vor die Stimmen rund um das Thema Cloud Computing – selbst nach mehreren Jahren. Handelt es sich um die heitere Zukunft des Unternehmens oder doch eher um eine Gewitterwolke aus Sicherheitslücken, kommt man beim Notfallmanagement vom Regen in die Traufe, regnet es mittlerweile womöglich schon Daten, ist ein Teil der Datenwolke auf ewig vom Winde verweht oder hebt die Wolke gar ab? Können wir mit Sicherheit sagen, dass wir nicht im Regen stehen werden, während die Konkurrenz schon die Gummistiefel an hat?

Man sollte meinen, dass mittlerweile jegliche Wortspiele und Assoziationen ausgeschöpft wären, aber man findet immer wieder welche: die Cloud tönt etwas nebulös nach Luft und Wasserdampf. Alter Wein in neuen Wolken. Es liegt was in der Wolke. Deutsche Unternehmen halten sich beim Thema Cloud Computing noch weitgehend bedeckt. Liebe Wolke, dich schickt der Himmel! Und diese Woche erst gesehen: Mehr als ein Wolkenkuckucksheim. Erlaubt sei bitte auch die Frage: Heute schon ge-cloud?

Dazu kann man mittlerweile sogar Motto-Shirts bestellen und sich offiziell als Cloud-Junkie bekennen. Der Wolke sind anscheinend keine Wettergrenzen gesetzt; keine Nebelwortschwaden, die zu dicht wären – um beim Bild zu bleiben.

Dabei finde ich die wenigsten Wortspiele witzig. Mir fällt gerade nur ein Einziger ein, den ich wirklich mal geistreich fand – nicht aus dem Cloud-Umfeld (da sucht man vergebens), aber dafür passend im Rahmen der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: Nach dem 4:0 der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Argentinier im WM-Viertelfinale 2010 hatte sich ein auf den Straßen feiernder deutscher Fan auf sein T-Shirt mit frontaler Klett-Option folgendes Motto selbst kreiert: „Ein echter Tango muss weh tun“! Wie wir wissen, waren die Aussichten für die nächsten Tage dann ja doch nicht so freundlich, eher sehr stark bewölkt: wir sind im Halbfinale gegen Spanien rausgeflogen. Keine Sonne pur, sondern wolkenverhangener Himmel.

Und die Cloud? Wie werden die Aussichten nun sein? Sonnig, freundlich, heiter, bewölkt, zunehmend bewölkt, wolkig mit Aufheiterungen ...

Vielleicht muss man sich diesbezüglich einfach an die Reinhard-Mey-Strategie halten: Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein!