Von Laubbläsern und anderen Luftnummern

Von Laubbläsern und anderen Luftnummern

Ah, Herbst ist es wieder geworden und da das Laub nun mal unweigerlich fällt, sind auch die Laubbläser wieder in aller Munde und vor allem Ohren. Wie so oft scheiden sich die Geister am Nutzen oder Unnutzen des lärmenden Laubverblasens, das nachbarliche Hemmschwellen schon mal zum Sinken bringt.

Unmutsbekundungen ganz anderer Art vernimmt man derzeit aus dem Silicon Valley, wo so allmählich die Effekte der NSA-Enthüllungen auf die US-Technologie-Unternehmen sichtbar und spürbar werden.

Die Prognosen über den möglichen Schaden variieren, bewegen sich aber in Dimensionen, in denen 2- oder 3-stellige Milliardensummen nur noch wenig Unterschied in der Wahrnehmung machen. Laut einem Bericht der Branchenseite Siliconvalley.com beziffert die Information Technology & Innovation Foundation die Kosten des Vertrauensverlusts amerikanischer Unternehmen bis 2016 mit rund 35 Milliarden US-Dollar, Forrester Research spricht sogar von bis zu 180 Milliarden US-Dollar weltweit. Und nach einer Umfrage unter Mitgliedern der Cloud Security Alliance wurden bereits Cloud-Projekte abgebrochen. Das Vertrauen in die US-Anbieter hat also gewaltig gelitten.

Und das alles in Zeiten, in denen die Auguren von IDC verkünden, dass sich zwei von drei deutschen Unternehmen (und sicher nicht nur die) aufgemacht haben, ihre Geschäftsprozesse mit Hilfe von Cloud-Services zu optimieren. Sicher, es bleiben deutsche Anbieter, aber Datenströme halten sich ja bekanntlich nicht an Ländergrenzen.

Wenn also politische Appelle und öffentlicher Unmut nichts bewirken, hilft ja vielleicht der Druck durch wirtschaftliche Interessen – bis dahin fallen die Blätter weiter und wir sind gespannt, wie viel Laub noch verwirbelt wird, bis wieder klare Überlegungen die Oberhand gewinnen und politische wie rechtliche Klärung dem weiteren Ausbau von Cloud-Infrastrukturen nicht mehr im Wege stehen.

Kategorie: