Sehr ungern

Sehr ungern

Es gibt Meldungen, die glaubt man zunächst gar nicht. Deshalb hatte ich mich zuerst verlesen: Regierung will ungern Datenverkehr im Internet besteuern …

Wie bitte? Wieso ungern? Steht das etwa schon zur Debatte? Habe ich etwa eine gesellschaftliche Diskussion verpasst? Dann habe ich meine Brille geschrubbt:

Die Regierung in Ungarn will den Datenverkehr im Internet besteuern. Je Gigabyte sollen rund 50 Cent an den Staat abgeführt werden.

Ich finde: Das ist eine überzeugende Antwort auf gleich mehrere Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Auf Cloud Computing zum Beispiel – in Ungarn ist das künftig kein Problem mehr. Dieses Fotos-und-Musik-Rauf-und-Runterladen, muss das überhaupt sein? Und wenn doch: Für jeden gestreamten HD-Film (da sind schnell mal ein paar GB beisammen) kann ein Kinderkrippenplatz eingerichtet werden. Oder Bandbreite ausgebaut werden. Um mehr HD-Filme zu streamen, mit denen dann wieder mehr Bandbreite …  

Von Ungarn lernen heißt, reich werden lernen. Ich übergebe das Wort einem FAZ-Leser, der die Meldung zur Internetsteuer so kommentiert:

Ungarn wirbt mit dem niedrigen Pauschalsteuersatz von 16% auch um Ausländer. Bratislava wurde damit zu einer der reichsten Städte der EU, vor Berlin und Wien.

Finde den Fehler. Gewinne ein Gigabyte. Noch unversteuert.