Unser Alltag (1): Warum denn nicht mal ganz privat?

Unser Alltag (1): Warum denn nicht mal ganz privat?

Es hätte so schön sein können ... Für die Veröffentlichung eines Fachbeitrags fehlte nur noch ein Foto. Ein seriöses versteht sich. Aber seriös ist anscheinend ein interpretationsfreudiger Begriff, denn was (vom Autor persönlich) in meinem Mail-Eingang ankam, war alles andere als seriös: ein Urlaubsfoto, im Hintergrund eine Dame mit Strohhut.

Ich freue mich, wenn der Urlaub so schön war, dass man auch andere daran teilhaben lassen möchte, aber von einem druckwürdigen Foto sind wir noch weit entfernt. Denn mal ehrlich, wer will wirklich solch ein Foto (auch wenn wir es so niemals verwenden würden) abgedruckt in einer Zeitschrift wiederfinden?

Wenn wir nicht gerade Fotos, die in die Kategorie "private Schnappschüsse" fallen, erhalten, stellen wir auch immer wieder fest, dass Unternehmen die sogenannte Fotoproduktion gerne inhouse vergeben. Und was kommt dabei raus? Fotos, auf denen Personen mit offenen Hemdsknöpfen (nicht am Kragen, ich spreche von denen Richtung Bauch), Kaffeetassen, Thermoskannen oder Bilderrahmen mit Foto der Ehefrau auf dem Schreibtisch, Kabelgewirr im Vorder- oder Hintergrund oder Ähnliches zu sehen sind. Mal ganz zu schweigen von der Auflösung, der Schärfe und der Bildgröße. Nein, 5 KB reichen nicht aus für einen printfähigen Beitrag.

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