Aprilscherz

Ich war zwar nie ein Fan von semi-lustigen Scherzen unter Freunden oder Kollegen zum 1. April, aber schon immer von Humor. Und den beweisen heute wieder einige Verlage mit amüsanten Artikeln.

Wie kann man besser in den Montagmorgen starten als beispielsweise mit der Lektüre zur glanzvollen Auferstehung der CeBIT?

Der HighText Verlag hingegen hat einen kompletten Newsletter dem 1. April gewidmet – möchte man beim ersten Lesen zumindest meinen: QR-Code auf Grabstein, Vorstellung der ersten IoT-Mausefalle mit hundertprozentiger Tötungsrate ...

Doch beim weiteren Lesen wird man aufgeklärt, dass der Verlag seit der Fake-News-Debatte von spaßigen Falschmeldungen Abstand genommen hat:

Alles, was sie heute im Newsbereich auf iBusiness lesen, sieht aus wie April-Meldungen, liest sich wie April-Meldungen und ist geschrieben wie April-Meldungen. Aber mein Wort darauf: Jede einzelne dieser Meldungen entspricht voll und ganz der Wahrheit. (iBusiness vom 1. April 2019)

Viele Redaktionen überbieten sich alljährlich mit lustiger Berichterstattung, doch wenn es um Meldungen zu Donald Trump geht, scheint das ganze Jahr über 1. April zu sein, daher bin ich mir nicht sicher, ob diese SPON-Meldung nur Spaß oder trauriger Ernst ist:

Trumps Berater rechnen mit Schließung der Grenze zu Mexiko

Die Grenzen sind leider fließend, daher ist es kein Wunder, dass Aprilscherze dieses Jahr etwas an Beliebtheit verloren zu haben scheinen. Bei Microsoft soll es gar ein „Humorverbot“ am 1. April geben. Schuld daran ist sicher nicht nur der fehlgeschlagene Scherz des Tesla-Gründers Elon Musk aus 2018, der einen Kursrutsch der Aktie um acht Prozent zur Folge hatte. Die SZ meint, dass diese Tradition in Zeiten moderner Medien sowieso überholt sei.

Wie so oft, scheiden sich auch beim Aprilscherz die Geister. Damit wir das Lachen nicht verlernen, plädiere ich jedoch für ein Aufrechterhalten der Tradition und hoffe auf weitere amüsante Ideen von Verlagen und Werbern. 

Das Lustigste an den Scherzen sind bekanntlich nicht nur dieselbigen, sondern vielmehr die Reaktionen der Leute, die diese für bare Münze nehmen. 

Ein abschließender „fun fact“ für alle, die gerne etwas mehr über die Historie des Aprilscherzes wissen möchten: die Redensart „in den April schicken“ hat seinen Ursprung im Jahre 1618 bei uns im schönen Bayern. 

Laut Wikipedia bürgerte sich der Begriff Aprilscherz aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein und es scheint nicht überliefert, warum ausgerechnet an diesem Tag Scherze Hochsaison haben.

Wer dem Aprilscherz nichts abgewinnen kann, sollte sich heute einer medialen Fastenkur widmen und kann nur hoffen, ab morgen keinen Fake News mehr aufzusitzen. 

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