Bitkom

Die Digitalisierung verändert unsere Welt in rasendem Tempo, manchmal innerhalb von nur acht (8!) Tagen:

Quellen:

heise online vom 14.11.16
heise online vom 22.11.16

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Greifen wir einmal tief in die Klischee-Kiste: Deutsche haben ein großes Sicherheitsbedürfnis, springen nicht auf jeden Trend auf (gerade im Bereich IT-Innovationen), haushalten sparsam und scheuen risikoreiche Investitionen. „Puh, nicht schon wieder diese alte Leier“ denken Sie sich jetzt. Aber im IT-Sektor waren und sind deutsche Unternehmen tatsächlich bei neuen Entwicklungen recht zögerlich und zurückhaltend. Gerade beim Thema Cloud Computing.

Da sind die jüngsten Ergebnisse des Cloud Monitors 2015, einer BITKOM Studie im Auftrag von KPMG (BITKOM KPMG PK Cloud Monitor: 2015), doch interessant und lassen aufhorchen: „Cloud Computing wird Basistechnologie in vielen Unternehmen“ heißt es in der Pressemeldung zur Studie (BITKOM und KPMG Presseinfo: 2015). Insgesamt wurden 458 Geschäftsführer und IT-Verantwortliche in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in der repräsentativen Studie befragt. Fast die Hälfte aller Unternehmen haben im Jahr 2014 Cloud Computing eingesetzt. In großen Unternehmen ab 500 Mitarbeiter sind es sogar 70 Prozent, im Mittelstand jedes zweite, und bei kleinen Unternehmen 41 Prozent. Und von denen, die es noch nicht nutzen, überlegt jedes vierte Unternehmen in 2015 den Schritt zu wagen. Hauptsächlich greifen Unternehmen auf IT-Services aus einer Private Cloud zurück: 39 Prozent der Studienteilnehmer, ein Wachstum von 3 Prozent zum Vorjahr. Public Cloud Computing kommt dagegen nicht von der Stelle. Hier stiegen die Nutzerzahlen lediglich um einen Prozentpunkt auf 16. Mehrheitlich zufrieden sind die Nutzer von beiden Cloud-IT-Service-Varianten: 78 Prozent der Private-Cloud-Nutzer und 73 Prozent der Public-Cloud-Nutzer.

Im Hinblick auf diese Ergebnisse bleibt Cloud Computing auch in 2015 eines der Top-IT-Themen für den IT-Markt. „Cloud Computing wird Basistechnologie“ – heißt das jetzt, dass die deutschen Unternehmen komplett anders mit dem Thema umgehen? Keine Sicherheitsbedenken wie in der Vergangenheit? Nein, so schnell verändern sich Einstellungen und Überzeugungen dann doch nicht. Sicherheitsbedenken bremsen ein schnelleres Wachstum und die Verbreitung von Cloud Computing, so eine weitere Aussage der Studie. 60 Prozent der Befragten haben Angst, durch Cloud Computing gegen Compliance-Anforderungen zu verstoßen. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) befürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Daten. Und fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) sieht die Gefahr eines möglichen Datenverlustes.
Hier ist also immer noch viel Aufklärungsarbeit für IT-Anbieter zu leisten. Denn, so die Studie, Sorgen seien unbegründet, da lediglich 8 Prozent aller Unternehmen Compliance-Vorfälle in Zusammenhang mit Cloud Computing zu beklagen hatten. Und Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit sei wichtig, so der Branchenverband BITKOM. Der Verband sieht Cloud Computing als einen wichtigen Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Denn Cloud Computing verhilft zu mehr Flexibilität, Mobilität und Effizienz.

Das Gütesiegel „Made in Germany“ gilt weltweit als sehr gutes Verkaufsargument für Industrie- und Konsumgüter. Für die Überzeugungsarbeit und als Argument für Cloud Computing könnte sich ein weiteres deutsches Zertifikat durchsetzen: die „German Cloud“. Mal sehen, was die nächste Auswertung des Cloud Monitors 2016 ergibt.

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Am 24. und 25. März findet zum inzwischen 19. Mal die Fachmesse Internet World bei uns in München statt. Auch dieses Jahr dreht sich wieder alles um Trendthemen des E-Commerce. Im Fokus stehen dabei unter anderem Themen wie Cross Channel, Customer Centricity, Internet of Things, Smart Data und natürlich alles rund um das Thema „Mobile“.

So auch Mobile Payment – ein nicht erst seit gestern heiß diskutiertes Thema. Die Meinungen gehen hier stark auseinander, wie aktuell das Beispiel Yapital zeigt. Das Handelsblatt bezeichnete Yapital, die Payment-Lösung der Otto-Gruppe, als „Flop“ – andere Branchenkenner widersprechen, räumen aber ein, dass noch (deutlicher) Optimierungsbedarf besteht. Das mobile Bezahlen im Falle von Yapital scheitert jedoch nicht nur an der Akzeptanz der Zielgruppe, sondern auch – wie ein Praxis-Test von t3n-Autor Jochen G. Fuchs belegt – an der fehlenden Schulung der Supermarkt-Mitarbeiter, die noch nicht einmal zu wissen schienen, was Yapital ist, geschweige denn, wie der geneigte Einkäufer an der Kasse damit bezahlen kann. So einfach wie in diesem Video von Yapital scheint es also nur selten zu klappen:

Auf der Messe wird also weiter diskutiert werden, wie es denn nun um die Zukunft des Mobile Payment bestellt ist und wie man die Akzeptanzprobleme aus der Welt schaffen kann. Denn laut einer Studie von Fittkau & Maaß, die im Auftrag der Internet World durchgeführt wurde, nutzen hierzulande lediglich vier Prozent der Smartphone-User eben dieses als Zahlungsmittel im stationären Einzelhandel.

Das oft erwähnte Akzeptanzproblem scheint aber nicht in allen Bereichen zu bestehen: Das belegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die BITKOM gestern präsentierte und nach welcher beinahe jeder dritte Smartphone-Besitzer zukünftig gerne mit seinem Gerät, beispielsweise für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zahlen möchte. BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder geht sogar so weit zu sagen, dass die „Mobile Wallet“ in Zukunft die Geldbörse komplett ersetzen wird.

„In Zukunft“ ist jedoch wohlweislich weit gefasst. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, in absehbarer Zeit all meine Zahlungsvorgänge mobil abzuschließen. Generell finde ich Online-Bezahlsysteme wie Paypal sehr praktisch, keine Frage, aber meinen morgendlichen Kaffee zahle ich beim Bäcker doch lieber auf die altmodische Art – mit Münzen.

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Jedes zehnte deutsche Unternehmen hat mittlerweile Big-Data-Lösungen im Einsatz. Auch Microsoft-CEO Nadella hat letzte Woche auf der „Accelerate your insights“ in San Francisco eine verstärkte Fokussierung des IT-Riesen auf diesen Bereich angekündigt.

Für IT-Entscheider, die noch ratlos vor ihren Datenbergen stehen, hat der Branchenverband Bitkom gerade den neuen Leitfaden „Big Data Technologien – Wissen für Entscheider“ (PDF) herausgebracht. Dieser soll Orientierung geben, wie Unternehmen durch die intelligente Auswertung von Daten wichtige Informationen, zum Beispiel Erkenntnisse über Marktentwicklungen und Kundenbedürfnisse, gewinnen können. Der Leitfaden gibt unter anderem einen Überblick über die Möglichkeiten zur Speicherung großer Datenmengen und beschreibt Komponenten zur Verarbeitung (Analytik) und Aufbereitung (Visualisierung) von Ergebnissen. Ebenso werden konkrete Big-Data-Einsatzszenarien und Lösungsarchitekturen vorgestellt. Auch dem Thema Datenschutz ist ein Kapitel gewidmet.

Bei der Umsetzung ihrer Big-Data-Strategie lohnt es sich für Unternehmen auch, über Nadellas Begriff der „Datenkultur“ nachzudenken, die er in einem Blogpost beschreibt. Seiner Ansicht nach reicht der Einsatz von Technologie alleine nicht aus, um eine nachhaltige Datenkultur zu schaffen. Es gehe vielmehr darum, die Kultur zu verändern: alle Mitarbeiter von den vorhandenen Daten profitieren zu lassen, „damit jede Organisation, jedes Team und jeder Einzelne zu großen Dingen befähigt wird durch die Daten, die ihnen auf Knopfdruck zur Verfügung stehen“.

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