Design

Gerade schließt der Mobile World Congress in Barcelona wieder seine Tore und nicht wenige bleiben etwas ratlos zurück angesichts der zahlreichen Vorstellungen neuer Tablet-PCs, Smartphones und neuerdings auch Wearables, die in den vergangenen Tagen wie ein Platzregen auf uns niedergingen. Die vielen Presseberichte spiegeln vor allem eines wider: „Mobil“ ist der wegweisende Trend und wird für Anwender immer wichtiger. Das belegt auch eine aktuelle Studie des Branchenverbands BITKOM, nach der sich die Tablet-Nutzung bereits bei knapp einem Viertel der Deutschen ab 14 Jahren durchgesetzt hat – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.

Der Trend betrifft nicht nur den Consumer-Markt, sondern hat auch im Unternehmensumfeld deutliche Spuren hinterlassen. Zugegeben, die Tatsache, dass der Mensch des 21. Jahrhunderts bei der Arbeit immer mehr Wert auf Mobilität und Flexibilität legt, ist nicht neu. „Bring your own device“ oder kurz BYOD ist hier das große Schlagwort und wird bereits seit einigen Jahren gründlich und ausführlich in der Fachwelt diskutiert. Die Gründe für die Tendenz dürften hinlänglich bekannt sein. Der Siegeszug von Smartphones und Tablets sorgte nicht nur für eine immer größere Bereitschaft der Nutzer always on zu sein, sondern brachte auch mit sich, dass die schicken Geräte vermehrt auch für berufliche Zwecke genutzt wurden, bis sie von ihren Benutzern schließlich als vollwertige Arbeitsmittel angesehen wurden, mit denen sich überall und zu jeder Zeit mehr oder weniger dringliche Aufgaben erledigen lassen.

Gleichzeitig sorgte der Trend auch für ein stärkeres Bewusstsein für den Faktor „Design“ bei Arbeitsgeräten. Bei IT-Produkten ist heutzutage nicht mehr allein eine möglichst hohe Leistungsfähigkeit gefragt, sondern die Geräte müssen vor allem auch den ästhetischen Ansprüchen ihrer Nutzer gerecht werden. Für ein ansprechendes Tablet- oder Notebook-Design sind Kunden sogar bereit, auch mal den ein oder anderen Euro zusätzlich auszugeben.

Die meisten Hersteller trugen diesen neuen Anforderungen ihrer Kunden lange Zeit Rechnung, indem sie sich lediglich darauf konzentrierten, ursprünglich für Consumer konzipierte Geräte auch für den Business-Einsatz zu optimieren – beispielsweise indem sie mit mehr Leistung, einer besseren Grafik und größerem Speicher ausgestattet wurden. Die eigentlichen Business-Linien blieben oft unangetastet. Zum Glück scheint nun aber ein Umdenken stattzufinden und etwas mehr Mut in die Design-Labs einzukehren, denn das Angebot für Geschäftskunden wird immer vielfältiger.

Besonders erfreulich ist, dass sich die Öffnung offenbar in zwei Richtungen vollzieht. Einerseits gewinnen ausgewiesene Business-Geräte immer mehr an Boden in stark designorientierten Produktkategorien wie Tablets und Convertibles. Auf der anderen Seite erfahren viele „klassische“ Business-Produkte wie zum Beispiel mobile Workstations ein komplettes Redesign und sind rein äußerlich teils nicht mehr von stylischen Ultrabooks zu unterscheiden.

Die Befürchtung der Hersteller, Geschäftskunden könnten sich von etablierten Produktreihen abwenden, weicht dem Bewusstsein, dass die Schale eines Notebooks oder Desktop-PCs heute ebenso viel Gewicht besitzt wie dessen Innenleben. Dass diese Erkenntnis angekommen zu sein scheint, wurde in Barcelona einmal mehr eindrucksvoll gezeigt.

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