E-Commerce

Am 24. und 25. März findet zum inzwischen 19. Mal die Fachmesse Internet World bei uns in München statt. Auch dieses Jahr dreht sich wieder alles um Trendthemen des E-Commerce. Im Fokus stehen dabei unter anderem Themen wie Cross Channel, Customer Centricity, Internet of Things, Smart Data und natürlich alles rund um das Thema „Mobile“.

So auch Mobile Payment – ein nicht erst seit gestern heiß diskutiertes Thema. Die Meinungen gehen hier stark auseinander, wie aktuell das Beispiel Yapital zeigt. Das Handelsblatt bezeichnete Yapital, die Payment-Lösung der Otto-Gruppe, als „Flop“ – andere Branchenkenner widersprechen, räumen aber ein, dass noch (deutlicher) Optimierungsbedarf besteht. Das mobile Bezahlen im Falle von Yapital scheitert jedoch nicht nur an der Akzeptanz der Zielgruppe, sondern auch – wie ein Praxis-Test von t3n-Autor Jochen G. Fuchs belegt – an der fehlenden Schulung der Supermarkt-Mitarbeiter, die noch nicht einmal zu wissen schienen, was Yapital ist, geschweige denn, wie der geneigte Einkäufer an der Kasse damit bezahlen kann. So einfach wie in diesem Video von Yapital scheint es also nur selten zu klappen:

Auf der Messe wird also weiter diskutiert werden, wie es denn nun um die Zukunft des Mobile Payment bestellt ist und wie man die Akzeptanzprobleme aus der Welt schaffen kann. Denn laut einer Studie von Fittkau & Maaß, die im Auftrag der Internet World durchgeführt wurde, nutzen hierzulande lediglich vier Prozent der Smartphone-User eben dieses als Zahlungsmittel im stationären Einzelhandel.

Das oft erwähnte Akzeptanzproblem scheint aber nicht in allen Bereichen zu bestehen: Das belegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die BITKOM gestern präsentierte und nach welcher beinahe jeder dritte Smartphone-Besitzer zukünftig gerne mit seinem Gerät, beispielsweise für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zahlen möchte. BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder geht sogar so weit zu sagen, dass die „Mobile Wallet“ in Zukunft die Geldbörse komplett ersetzen wird.

„In Zukunft“ ist jedoch wohlweislich weit gefasst. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, in absehbarer Zeit all meine Zahlungsvorgänge mobil abzuschließen. Generell finde ich Online-Bezahlsysteme wie Paypal sehr praktisch, keine Frage, aber meinen morgendlichen Kaffee zahle ich beim Bäcker doch lieber auf die altmodische Art – mit Münzen.

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Da hat sich aber jemand ein tolles Datum für die neue Verbraucherrechterichtlinie ausgedacht: Freitag der 13. Ein ungewollt passendes Datum. Insbesondere wenn man sich die Details dazu einmal genauer anschaut – vor allem, was die Übergangsfrist betrifft. Wobei: Übergangsfrist trifft es nicht so ganz...

Bei genauer Betrachtung zeigt sich das Dilemma: die alten Verbraucherrechte gelten bis zum 12. Juni, 23:59 Uhr (und 59 Sekunden) und müssen bis zu diesen Zeitpunkt so auch auf der Webseite des Online-Händlers zur Verfügung stehen. Ab dem 13. Juni, 0:00 Uhr gilt dann aber die neue Richtlinie, die natürlich so auch auf der Website zu finden sein muss.

Jetzt kommt die Krux an der Sache: Erst ab genau diesem Zeitpunkt dürfen die neuen Verbraucherrechte auf der Website des Online-Shops erscheinen. Man hat also gerade mal, wenn man wirklich ganz kulant ist, genau 1 Sekunde Zeit, seine Website dementsprechend anzupassen (und wenn man ganz genau ist, nicht einmal die).

Ist dies nicht der Fall, drohen teure Abmahnungen – und eines ist sicher: unsere Abmahn-Freunde werden das Web genau danach durchforsten.

Gerade kleine Händler dürften mit dieser nicht vorhandenen Übergangsfrist ein Problem haben, denn wenn man keine Agentur im Rücken hat, die man hiermit beauftragen kann und die für einen ein bisschen um Mitternacht herumzaubert, muss man selber ran.

Da stellt sich mir die Frage: Wer hat sich das denn ausgedacht?

PS: In meinem nächsten Blog beschreibe ich, wie Online-Shop-Muggles nach Hogwarts gelangen und wie man Harry Potter dazu bringt, seinen Zauberstab für einen guten Verbraucherrechterichtlinien-Zweck zu verleihen.

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