Facebook

Facebook während der Arbeitszeit? Sicher, wie sollten wir manchmal sonst die endlosen Bürostunden bis zum Feierabend überbrücken? Aber Facebook für die Arbeit?

Es gibt kaum jemanden, der es nicht schon mal getan hat: schnell die Neuigkeiten der Freunde checken oder einen Post absetzen, manchmal in der Mittagspause, manchmal heimlich in einem unbeobachteten Moment, denn Chefs sehen das nicht gerne. Oder schlimmer noch, sie sperren ihren Mitarbeitern den Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. Denn für tausende deutsche Firmenchefs ist Facebook nicht nur der Zeitfresser schlechthin, sondern auch ein enormes Sicherheitsrisiko für Unternehmensdaten – und nun soll ausgerechnet Facebook die Bürokommunikation effizienter machen?

Tatsächlich: "Facebook at Work“, eine Social Collaboration Software für die unternehmensinterne Kommunikation, kommt. Seit Kurzem ist es offiziell, dass die Zuckerberg-Firma in die interne Office-Kommunikation einsteigt, und einigen auserkorenen Unternehmen wurde auch schon die Ehre zuteil, den jüngsten Facebook-Spross zu testen.

Dennoch – eine gewisse Skepsis ist angebracht, zumal vor allem die Deutschen ja ohnehin einen Hang zum Konservativen und Bedächtigen haben, wie Dell und Intel erst vor Kurzem in einer Studie aufgezeigt haben: E-Mail statt Instant Messaging, Telefonat oder Meeting statt Video-Konferenz oder Online-Meeting. Und jetzt das?

Wobei, wie passen hippe Start-ups und E-Mail, ein Kommunikationsmittel, das nun auch schon über 30 Jahre alt ist, zusammen? Genau hier wittert Facebook nämlich seine Chance, auch die Businesswelt zu entern. Und auch der kulturelle Aspekt spielt wieder mit: Privates und Arbeit verschmelzen – auch wenn die Arbeits- und Privat-Accounts strikt getrennt sind, die Plattform ist den meisten wohl bekannt: Timeline, Privatnachrichten, Gruppen, Events – keine großartige Einarbeitung ist nötig, der Umgang mit den Kontakten ist lockerer, … was will man mehr für das Betriebsklima?

Aber was ist mit denen, die Facebook abgeschworen haben?

Effektiv oder nicht, lukrativ ist Facebook at Work allemal, denn die Nachfrage gibt es und der Markt für ESN (Enterprise Social Networks) wächst auch hierzulande rasant: Die Marktforscher von Experton prognostizieren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 36 Prozent. So sollen Unternehmen 2019 etwa 7,8 Milliarden Euro für Produkte und Services am Social-Business-Markt ausgeben.

Wird Facebook also in Zukunft nicht nur privat die erste Seite sein, die wir morgens öffnen, und die letzte, die wir abends schließen?

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