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Auf diesem Blog haben wir schon öfter eines der aktuellen IT-Trendthemen aufgegriffen: Big Data. Der Begriff steht – sehr vereinfacht gesagt –­ für die Sammlung, Strukturierung und Auswertung riesiger und hochkomplexer Datenmengen. Am Ende des Prozesses soll – wieder simplifiziert gesprochen – ein Erkenntnisgewinn stehen, aus dem sich Handlungen ableiten oder Strategien entwickeln lassen. Oftmals wird diese Datenanalyse eingesetzt, um genau ein Ziel zu erreichen: den Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Egal, ob dies letztlich zur Absatzsteigerung von buntem Toilettenpapier oder zur Ausspähung ganzer Staatengebilde führt. Es geht um den Vorsprung vor den anderen, der nicht selten sogar entscheidend für den ganzen Unternehmenserfolg sein kann. Welches Potential strukturiert aufbereitete Daten haben, erkennen auch immer mehr deutsche Unternehmen. Fast die Hälfte der hierzulande ansässigen Firmen setzen bereits Big-Data-Lösungen ein oder haben dies zumindest ganz weit oben auf ihrer To-Do-Liste stehen.

Es gibt darüber hinaus aber auch andere, für die Allgemeinheit bedeutende Einsatzszenarien. Meine Kollegin Eva Kia-Wernard hat kürzlich ein paar Beispiele vorgestellt, wie Big-Data-Technologie zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden kann.

Aus gegebenem Anlass wollen wir heute auf noch ein weiteres Anwendungsgebiet aufmerksam machen. Manch einer würde sogar sagen es handelt sich hierbei um das wichtigste Thema überhaupt: der Sport und hier vor allem König Fußball. Neben Training und körperlicher Kraftanstrengung spielt auch Big Data eine immer wichtigere Rolle im Leistungssport. Gesammelte Daten über Spielabläufe, Einzelspieler, Mannschaftsverhalten und vieles weitere mehr dienen als Grundlage für komplexe Analysen und können zur Darstellung von Zusammenhängen führen, über deren Existenz sich Trainer und Spieler bisher vielleicht noch nicht einmal bewusst waren. Auf diese Weise kann nicht nur die Konkurrenz noch besser unter die Lupe genommen werden, sondern auch die eigenen Stärken und Schwächen treten deutlicher hervor und können gewinnbringend für das Training eingesetzt werden.

Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bedient sich vermehrt der Möglichkeiten, die Big Data heutzutage bietet. Das erklärte der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, auf der diesjährigen CeBIT. Mit Hilfe von speziellen Sensoren sollen die unterschiedlichsten Daten über die Spieler und deren Zusammenarbeit gesammelt und in Datenbanken einander gegenübergestellt werden, um so noch bessere Strategien und Taktiken erarbeiten zu können. Vorbei also die Zeit der Spickzettel vorm Elfmeterschießen? Wir werden es vielleicht schon in den kommenden Wochen sehen, wenn Jogis Jungs in Brasilien um die Weltmeisterschaft kämpfen. Doch wie auch immer dieses Turnier ausgeht, Big Data steht als ein Sieger schon heute fest.

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