Instagram

Den Umgang mit Social Media lernt man, wenn man sich einfach traut, damit loszulegen: Berührungsängste abbauen und ein Gefühl für die einzelnen Kanäle, ihre Funktionen und Tonalität bekommen. Doch nicht alles funktioniert mit „Learning by Doing“.

Dies merkt man nicht nur bei manchen laienhaften Auftritten von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich von der Präsenz auf Instagram oder Facebook mehr Sichtbarkeit und die Erschließung neuer Zielgruppen erhoffen. Auch bekannte Marken bewegen sich nicht immer stilsicher auf dem Social-Media-Parkett.

Es ist hilfreich, sich im Vorfeld oder spätestens in der Anfangsphase von einem Experten beraten zu lassen und sich Tipps für die tägliche Pflege der Kanäle zu holen.

Einige unserer Kunden haben inzwischen eigene Social-Media-Teams, die sehr professionell das Image des Unternehmens pflegen, Reichweite auf- und ausbauen und die unterschiedlichsten Stakeholder von informativ bis emotional ansprechen.

Warum es nicht schaden kann sich Experten von extern ins Boot zu holen oder intern aufzubauen, zeigte mir diese Woche ein Negativ-Beispiel bei Instagram. Ich habe dort vor einiger Zeit ein öffentliches Profil angelegt – einem ganz speziellen Thema gewidmet – und wollte auf diesem Wege verstehen, wie die Dynamik auf der Plattform funktioniert, was man tun muss, um als völlig Unbekannter Abonnenten zu bekommen, zu halten und immer weiter auszubauen. Es war ein Experiment, das mir, da ich ein Faible für Fotografie habe, immer mehr Spaß gemacht hat. Diese Woche schrieb mir also ein bayrischer Konditor, dem ich seit ein paar Monaten folge, folgenden Kommentar unter eines meiner Bilder (Rechtschreibung nicht korrigiert):

Liebe ... ich würde mich freuen wenn du ab und zu hinter meine fotos ein herzchen markierst, sonnst ist die sache sehr einseitig

Ich musste diesen öffentlichen Kommentar zweimal lesen, denn ich konnte es nicht fassen, dass mich ein mir bisher sympathischer Account anschrieb, um ganz offensiv vom „Geben und Nehmen“ zu schreiben. Der Betreiber des Accounts hatte sich offensichtlich nicht über die „Gepflogenheiten“ bei Instagram beraten lassen.

Natürlich kann man auch hier Abonnenten kaufen, sich mit fremden Fotos schmücken, mit Photoshop die Realität bis ins Lächerliche verfremden – aber manches kommt früher oder später ans Licht und dann hat man schneller einen Shitstorm ausgelöst als einem lieb ist.

Gut, der kleine Konditor, der Tortenbilder postet, die ich scheinbar zu wenig honoriert habe, hat hier nicht gleich einen ausgewachsenen Shitstorm zu erwarten, aber ob ein dezentes unter Druck setzen der Abonnenten seiner Reputation auf Instagram dauerhaft förderlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Nachdem ich die „höfliche Aufforderung“ nach mehr Herzchen habe sacken lassen, habe ich folgende Antwort geschrieben: 

Lieber ... – wenn ich deine Bilder sehe und sie mir besonders gefallen, bekommen sie ein Herz. Ich verteile keine Herzen, nur weil jemand das bei meinen Bildern getan hat. Ich halte nichts vom ‚schönen Schein’ auf den Social-Media-Plattformen, sondern halte es wie im nicht-digitalen Leben: mit ECHTEN Emotionen und Reaktionen. Von daher schlage ich vor, dass du mir einfach nicht mehr folgst, dann erübrigt sich das Problem mit der Strichliste.

Gerne hätte ich noch hinzugefügt „… und bitte suche dir einen Social-Media-Experten, der dich insbesondere über No-Gos in den sozialen Netzwerken berät … oder ruf mich im Büro an unter 089 …“

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