Interne Unternehmenskommunikation

In diesen Tagen findet in Hamburg die Social Media Week statt – Grund genug, die Sozialen Medien mal wieder in den Fokus zu nehmen. Als B2B-Agentur interessiert uns dabei natürlich in erster Linie die Unternehmens-Perspektive. Und hier lohnt es sich, ein Einsatzszenario genauer zu betrachten, das noch immer eher ein Schattendasein fristet: Der Einsatz von Social Media für die Interne Unternehmenskommunikation.

Denn gerade dieses Instrument wird von vielen Unternehmen immer noch mit viel Argwohn betrachtet. Sie sehen dahinter oftmals einen unproduktiven Zeitfresser – vor allem wenn es nicht nur um einen unternehmensinternen Blog oder andere kleinere Kommunikations-Tools geht, sondern darum, die gesamte Interne Kommunikation auf Social-Media-Strukturen umzustellen. Dabei kann sich insbesondere die Vernetzung durch Plattformen wie Yammer, Chatter und Co. als wirklicher Wettbewerbsfaktor erweisen – gerade für größere Unternehmen mit vielen (internationalen) Standorten. Worin liegen die Vorteile und Potenziale?

Unternehmen können durch Social-Media-Strukturen einen besseren Zugang zu Informationen und dem Know-how ihrer Mitarbeiter schaffen. Mit den richtigen Tools lassen sich nicht nur die Mitarbeiter optimal miteinander vernetzen, auch die gemeinsame Arbeit an Dokumenten wird ermöglicht bzw. optimiert. Wo früher der immer gleiche Kollege aus dem Nachbarbüro um Rat gefragt wurde, können in einer „Enterprise 2.0“ Experten identifiziert werden, mit denen man sonst nie in Kontakt gekommen wäre. Die Vernetzung ermöglicht, dass sich die Angestellten in Diskussionen einbringen und ihre Fähigkeiten bei Projekten aufzeigen können, bei denen sie sonst außen vor wären – Stichwort Innovationsfähigkeit. Ein weiterer Faktor wird zudem in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen: Die Unternehmen erhöhen ihre Attraktivität – nicht nur für bestehende, sondern auch für zukünftige Mitarbeiter. Die vielbeschworene „Generation Y“ erwartet zunehmend, Kommunikations- und Informationsstrukturen aus ihrem Alltag auch im Büro zur Anwendung bringen zu können. Social Media gehören da zweifellos dazu.

Diese hier grob skizzierten Vorteile lassen sich um weitere ergänzen. Doch die Interne Kommunikation mit Social Media ist kein Selbstläufer. Neben der Wahl der richtigen Tools und der Einbindung und Schulung der Mitarbeiter ist der Faktor Unternehmenskultur der Entscheidende – und gerade daran scheitern Social-Media-Projekte oftmals. Dieser bedingt Prinzipien wie Transparenz, Real Time, Dialogorientierung und Partizipation. Starre Strukturen in der Unternehmenshierarchie stehen dem entgegen, da sie den übergreifenden Informationsfluss im Unternehmen hemmen. Unternehmen müssen sich von einem Silo-Denken in den Organisationseinheiten lösen und eine Kultur etablieren, bei dem das Teilen von Wissen zum Prinzip erhoben wird und eine Philosophie, in der Wissen gleich Macht bedeutet, aus dem Arbeitsalltag verschwindet.

Viele Manager haben vor einer solchen Entwicklung Sorge und verteidigen die alten Pfründe und bestehende Machtstrukturen. Dabei ist es beim Einsatz von Social Media nicht anders als bei anderen Change-Projekten: Es kann nur funktionieren, wenn die führenden Management-Ebenen mitziehen und mit gutem Beispiel vorangehen. Dabei ist deren Sorge vor Bedeutungsverlust meist völlig unbegründet, schließlich brauchen Unternehmen weiterhin Führung. Am Ende muss schließlich immer noch jemand die Entscheidungen treffen und seinen Kopf hinhalten. Notwendig ist jedoch ein anderer Führungsstil, der die Prinzipien eines „digitalen Mindsets“ verkörpert.

Die Skepsis der Unternehmen gegenüber dem erweiterten Einsatz von Social Media wird, ja muss fallen. Die veränderten Kommunikationsstrukturen werden sich auch innerhalb der Unternehmen immer mehr durchsetzen. Und war es bei der Einführung der E-Mail nicht ähnlich? Für viele war sie Neuland und damit per se ein unnützes und überschätztes Medien-Phänomen.

Und fragen Sie heute mal einen Unter-50-Jährigen nach seiner Faxnummer? Eben!

menuseperator
Interne Unternehmenskommunikation abonnieren