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Stets auf dem neuesten Informationsstand zu sein, was den Status quo der extrem schnelllebigen und innovationsfreudigen IT-Branche angeht, ist schwierig. Dabei noch zwischen substanziellen Veränderungen des Marktgeschehens und Marketing-getriebenen, gehaltlosen Heraufbeschwörungen zu unterscheiden, ist noch schwieriger.

In diesem Zusammenhang muss auch die Frage nach der (vermeintlichen) Wirklichkeit rund um das Thema „Cloud Computing“ gestellt werden, begleitet uns die Wolke doch schon um einiges länger als andere (vermeintliche) IT-Trends. Oracle-Chef Larry Ellison sagte darauf bezogen noch 2008: „Die Computerindustrie ist die einzige Industrie, die noch stärker modegetrieben ist, als die Modeindustrie selbst. Vielleicht bin ich ein Idiot – ich habe keine Ahnung, worüber die Leute da reden. (...) Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf.“ (Computerwoche 27/2014) Sechs Jahre später scheint dieses Statement wie aus der Zeit gefallen.

Die Fachleute sind sich in ihren Analysen zwar nicht völlig einig, was die Entwicklung der Cloud angeht und die Prognosen bleiben unscharf. Doch dass die Cloud grundsätzlich Bedeutung hat und weiter an Gewicht zunimmt, scheint unzweifelhaft. Mehr und mehr Unternehmen ersetzen lizenzierte Standardanwendungen durch Web-basierte SaaS-Lösungen, welche im Rahmen von Subskriptionsmodellen abgerechnet werden. Dazu kommt eine Entwicklung, wonach immer mehr Firmen vermeiden, ihre eigenen Rechenzentren aufzubauen, und stattdessen Rechenleistung aus dem Netz zuschalten. Forrester Research geht davon aus, dass der globale Cloud-Markt 2020 mit einem Volumen von 191 Milliarden rund ein Fünftel größer sein wird, als das Institut ursprünglich angenommen hatte. Und 2020 soll laut den Analysten bereits ein Viertel des weltweiten Applikationsgeschäfts auf das Konto von SaaS-Anwendungen gehen. Damit sei das Cloud Computing in eine Phase des Hyper-Wachstums eingetreten, so die Fachleute.

Nun mag es auch im Cloud Computing viel Marktgeschrei geben und unzweifelhaft werden auch hier Entwicklungen postuliert, die mit der Realität nur wenig gemein haben. Dass die Marketing-Abteilungen oft vorschnell Äußerungen treffen, welche die Produktentwickler nicht halten können oder die vom Markt nicht angenommen werden, soll ja nicht nur in der IT-Branche vorkommen. Zweifellos ist aber, dass das Cloud Computing kein Strohfeuer ist. Es wird weitere gewaltige Transformationen innerhalb der IT-Branche selbst geben, die ihre Business-Modelle hinterfragen muss. Und die deutsche Wirtschaft wird die IT völlig anders einzusetzen wissen und bestehende Paradigmen nach und nach über den Haufen werfen.

Und Larry Ellison wird es am Ende mit seiner Einschätzung vielleicht ähnlich gehen wie Bill Gates. Der bezeichnete das Internet einst als „Hype“, mit dem man nie Geld verdienen könne. So kann man sich täuschen. 

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