Der Fachkräftemangel erfordert Mut zu Neuem

München,
10. März 2020

Der Fachkräftemangel erfordert Mut zu Neuem

Kommentar von Emilie Ilian, Senior Manager, People EMEA bei Red Hat

Die Zahl der offenen Stellen belegt: Unternehmen fällt es schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Vor allem in technischen Berufen ist der viel zitierte Fachkräftemangel längst spürbar und wird sich weiter verschärfen. So erreichte die Zahl der offenen Stellen für IT-Fachkräfte Ende vergangenen Jahres eine neue Rekordmarke, in Deutschland werden dem Branchenverband Bitkom zufolge inzwischen 124.000 Spezialisten aus dem ITK-Umfeld gesucht. Gleichzeitig interessieren sich noch immer zu wenige Frauen für ein Studium und eine Karriere im MINT-Bereich. Damit fehlen gut ausgebildete Mitarbeiter in einer Branche, in der täglich neue digitale Geschäftsmodelle die Märkte erobern und zukunftsträchtige Berufsfelder entstehen.

Die Gründe dafür sind altbekannt: Experten führen hartnäckige Geschlechterklischees, alte Rollenbilder und eine unzureichende Förderung an Schulen an. Gerade letztere ist wichtig, weil spätestens im Jugendalter das Interesse an technisch-naturwissenschaftlichen Tätigkeiten abnimmt. Deshalb hat Red Hat verschiedene Programme für Schüler ins Leben gerufen, bei denen es darum geht, das Interesse der Kinder für Technologie zu wecken. Gleichzeitig unterstützen wir die Initiative „Girls Day“, an diesem Aktionstag lernen Mädchen beispielsweise zusammen mit unseren Entwicklern ein paar Zeilen Code zu programmieren. Später sind dann die Arbeitgeber gefordert, neue Wege bei der Ansprache von Nachwuchskräften und besonders bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gehen. Wenn hier die Angebote an flexiblen Arbeitsplatz- und -zeitmodellen sowie einer umfassenden Kinderbetreuung fehlen, werden Eltern, allen voran Frauen, immer vor einem Dilemma stehen. 

Frauen allein werden den Fachkräftemangel aber nicht beheben können, die Lösung liegt vielmehr in einem verstärkten Diversity Management der Unternehmen. Im HR-Bereich bezieht sich Diversity auf eine offene Unternehmenskultur, die die Vielfalt und Unterschiede in der Belegschaft fördert – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Orientierung. So eine Kultur ist geprägt von einem vorurteilsfreien Arbeitsumfeld, Chancengleichheit sowie einer Wertschätzung für andere Weltbilder und Lebensstile. Reine Worthülsen reichen allerdings nicht, die Attraktivität eines Arbeitgebers hängt vielmehr davon ab, ob Einstellungen und Werte auch glaubwürdig sind und im täglichen Miteinander gelebt werden. Ganz entscheidend ist hierbei die Unternehmenskultur. Ein inklusives Arbeitsumfeld ist eines, in dem die Vielfalt geschätzt und nicht nur toleriert wird, in dem zu unterschiedlichen Meinungen ermutigt wird, in dem die Dinge, die jeden von uns einzigartig machen, akzeptiert und bestmöglich eingesetzt werden, und in dem Menschen das Gefühl haben, sich nicht verstellen zu müssen. Inclusive Meritocracy nennt sich das bei Red Hat. Dahinter versteckt sich die Überzeugung, dass gute Ideen von jedem kommen können und eine Vielfalt an Meinungen nur durch eine vielfältige Belegschaft möglich ist. Firmen, die im Recruiting auf das Prinzip Homogenität setzen, laufen dagegen Gefahr, über kurz oder lang hinter der Konkurrenz zurück zu bleiben. Denn neue Ideen kommen nicht zustande, wenn alle exakt gleich denken, sondern unterschiedliche Charaktere zusammentreffen.

Unternehmen sollten deshalb potentielle Fachkräfte nicht einfach links liegen lassen, nur weil sie nicht den gängigen Vorstellungen entsprechen. Bei der Auswahl der Mitarbeiter geht es nicht nur darum, die High Potentials – also die Besten der Besten – zu rekrutieren. Vielmehr müssen Unternehmen die Right Potentials für sich gewinnen, besser gesagt den richtigen Mitarbeiter für den jeweiligen Platz. Vor diesem Hintergrund muss Diversität zu einem „Must-Have“ werden und nicht nur ein „Add-On“ sein.
 

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