Digitale Agenda

Seit einigen Monaten arbeite ich verstärkt vom Home Office aus. In meinem Fall bedeutete dies: raus aus der Großstadt, ab aufs Land. Hier bekommt das Thema digitale Infrastruktur eine ganz andere Bedeutung, da viele Gemeinden nach wie vor im digitalen Dunkeldeutschland sitzen. Plötzlich wird die digitale Anbindung zur Standortfrage: denn ohne Internet ist es unmöglich, meinem Beruf nachzugehen. Die digitale Realität ist somit längst im Alltag angekommen. Sicherlich betrifft dies auch viele tausend Handwerker und Mittelständler, die in ganz Deutschland verteilt ihrem Job in mehr oder minder digital angebundenen Kommunen nachgehen.

Und Deutschland verliert weiter: Denn leider hinken wir in der flächendeckenden Abdeckung moderner Hochgeschwindigkeitsnetze anderen Ländern hinterher: Dies zeigt der State-of-the-Internet-Report des Cloud-Service-Anbieters Akamai regelmäßig. Im ersten Quartal 2014 rutschte Deutschland bei den durchschnittlichen Geschwindigkeiten im internationalen Vergleich von Platz 21 auf 26 ab.

Umso wichtiger ist der Beschluss des Bundeskabinetts zur „Digitalen Agenda 2014-2017“, der jetzt vorgelegt wurde und die Leitsätze für die nächsten Jahre diktiert: 1. Stärkere Erschließung des Innovationspotenzials unseres Landes für weiteres Wachstum und Beschäftigung, 2. Die Unterstützung beim Aufbau flächendeckender Hochgeschwindigkeitsnetze und die Förderung digitaler Medienkompetenz (...), 3. Die Verbesserung der Sicherheit und den Schutz der IT-Systeme und Dienste (...).

Aber wie realistisch ist eine flächendeckende Umsetzung? Die Politik muss sich letztlich daran messen lassen. Denn längst hängt das Wohl unserer Gesellschaft an einer möglichst raschen Umsetzung. Wir brauchen dringend Lösungen. Sicherlich ist das Thema nicht trivial, da viele Partikularinteressen involviert sind und oftmals ein Geschäftsmodell für gewinnorientierte Unternehmen gerade in ländlichen Gebieten nicht realisierbar ist. Aber gerade in einem solchen Fall muss der Staat in die Bresche springen und falls nötig für die entsprechenden Anschub-Investitionen sorgen. Denn längst zählt das Internet zur kritischen Infrastruktur. Und übrigens, es müssen nicht immer die kolportierten 50 Megabit pro Sekunde sein: Viele Firmen wären bereits froh, in akzeptabler Geschwindigkeit und ohne Verbindungs-Schwankungen im Netz unterwegs sein zu können. Und das jetzt, und nicht erst in Jahrzehnten!

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