Friedenspreis

In einem Blog aus dem März dieses Jahres beschäftigte ich mich mit Jaron Lanier – eine der bekanntesten und schillerndsten Figuren des Silicon Valley. Mit seinen mutigen, teilweise ungewöhnlichen Thesen sorgt er immer wieder für Aufsehen in der Netzgemeinde – und mittlerweile auch darüber hinaus.

Lanier greift Themen auf, die von gesamtgesellschaftlicher Relevanz sind, und legt immer den Finger in die Wunde, wenn bei aller Begeisterung über innovationsbringende Technologiesprünge die negativen Konsequenzen in Vergessenheit geraten. Dabei ist er kein Technologiefeind – im Gegenteil: Lanier ist unter anderem auch für Microsoft tätig. Aber er spricht auch die negativen Konsequenzen mancher technologischer Entwicklungen an und versucht, konstruktive Lösungen zu finden. Dass diese Töne zunehmend auf fruchtbaren Boden in der deutschen Debattenkultur treffen, zeigt sich immer mehr.

Am Wochenende wurde Lanier nun mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Laut Jury weise er „auf die Gefahren hin, die unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht der Gestaltung entzogen wird“. Die Tatsache, dass gerade Lanier eine der wichtigsten kulturellen Auszeichnungen in Deutschland entgegennehmen darf, ist dabei wohl mehr als ein Symbol für die wachsende kritische Auseinandersetzung mit den Konsequenzen des Internetzeitalters.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass der technologische Fortschritt und die Möglichkeiten des Internets unterm Strich großartig sind. Auch das würde er unterschreiben.

Herzlichen Glückwunsch, Jaron Lanier!

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