Kein Facebook? Geht gar nicht!

Kein Facebook? Geht gar nicht!

So jemand gilt schon eher als Paradiesvogel, der sich in der heutigen Zeit den Möglichkeiten der sozialen Medien verschließt. Gerade durch den Boom der Smartphones werden die sozialen Plattformen um ein Vielfaches intensiver genutzt. Zahlreiche Statistiken untersuchen Wachstum und Frequenz der Nutzung dieser Kanäle, unzählige Male wird der Facebook-Account von jungen Leuten gecheckt, um über alles up-to-date zu bleiben, was sich im Bekanntenkreis und in der Umwelt so abspielt. Welcher Umsatz dem Unternehmen mit der Plattform gelungen ist, braucht gar nicht erst erwähnt zu werden. Nachgeeifert wird diesem Erfolgskurs vom sozialen Medium Twitter, das in diesem Monat den Einstieg in den Aktienmarkt meistert und zukünftig als börsennotiertes Unternehmen von sich reden machen wird.

In den USA hat YouTube bei der Generation U-30 das Fernsehen bereits komplett abgelöst: auch nicht sonderlich überraschend: wer sieht sich schon freiwillig von TV-Sendern selektiertes „Bildungsfernsehen“ für die breite Masse an, wenn er genauso gut individuell wählen kann – und das aus Milliarden von Videos.

Kurz und gut – die sozialen Medien sind auf dem Vormarsch, nicht nur auf privater Ebene: auch kommerziell werden die Kommunikationsplattformen ausgeschlachtet. Wenn man nicht gerade einen ausgefuchsten Ad-Blocker besitzt, wird man mittlerweile auf Facebook und YouTube bombardiert mit mehr oder manchmal auch weniger personalisierten Angeboten.

Da ist es nur konsequent, dass auch Unternehmen in Deutschland auf sozialen Medien agieren und hier versuchen mit den Usern über die sozialen Accounts zu kommunizieren. Ob es ihnen gelingt, die Social-Media-Prinzipien auch umzusetzen, ist eine ganz andere Frage. Wie gekonnt die deutschen Smartphone-Hersteller sich in den sozialen Medien bewegen, zeigt eine Untersuchung von PR-COM. Erstaunlich, was hier so alles als Social Media getarnt daherkommt. Als privater Nutzer der Plattformen wünscht man sich doch einen guten Mix an Information und Entertainment, denn wenn man bei den Posts der Unternehmen das Gefühl hat, dass nur noch die Werbetrommel gerührt und man regelrecht zugespamt wird, kann es ganz schnell passieren, dass der „Not-Like-Button“ gedrückt wird. Wenn Unternehmen sich schon auf unseren privaten zum Vergnügen und zur Informationsbeschaffung genutzten sozial-medialen Plattformen tummeln wollen, so sollten sie auch so sozial sein, sich unseren Bedürfnissen und Interessen anzupassen. Denn darin genau liegt ja der Sinn von Social Media – nicht der Werbemonolog, sondern der Dialog und die Interaktion zwischen den Usern steht im Vordergrund. Um die Motivation der Fans anzukurbeln und genau diese Interaktivität zu erreichen, wird dann doch nicht selten auf Marketingaktionen wie Gewinnspiele zurückgegriffen. Da fällt mir ein – ich muss mich kurz in Facebook einloggen und noch schnell einen wertvollen Kommentar zu einem YouTube-Video publizieren. Wer weiß, vielleicht ist man ja doch mal der glückliche Gewinner eines nagelneuen Smartphones.