Die Spitze des Eisbergs

Die Spitze des Eisbergs

Nachdem wir uns vor einiger Zeit den deutschsprachigen Social-Media-Aktivitäten von – Endverbraucher-orientierten – Smartphone-Herstellern gewidmet haben, haben wir diesmal B2B-Anbieter unter die Lupe genommen, und zwar die führenden Softwarehersteller. Schon im Vorfeld hatten wir gemutmaßt, was das Ergebnis sein würde, und haben recht behalten: freundlich ausgedrückt verschenken auch diese Unternehmen ihr Social-Media-Potenzial.

Irgendwie betreiben alle untersuchten Hersteller Social Media, aber eben auch nur irgendwie. Wenigstens verlinken die meisten die Kanäle auf ihrer Homepage, das kann man schon fast als Fortschritt betrachten. Ansonsten sieht es eher mager aus: Inhalte werden oft 1:1 direkt aus Presseinformationen übernommen; anspruchsvolle, weil arbeitsintensive, Kanäle wie YouTube werden eher nachlässig behandelt, und ansonsten sieht alles eher lieblos denn professionell aus. Der Eindruck, der entsteht: Man gibt sich nicht viel Mühe. Der Geist von Social Media glänzt bei den meisten Anbietern mit Abwesenheit (rühmliche Ausnahme ist die DATEV, die einen hervorragenden Job macht).

Das alles ist keine neue Erkenntnis. Wir wundern uns seit vielen Jahren, warum große Unternehmen mit ausreichend Manpower und Budgets nicht in der Lage sind, ihre Kommunikation professionell zu gestalten – schlimmer noch: nicht mal das ABC der Kommunikation beherzigen. Gewiss, Social Media ist aufwändig, aber es gibt viele kleine Unternehmen, die es ganz gut auf die Reihe bekommen. Warum also nicht die Großen? Ich glaube und habe es schon oft wiederholt: Viele Unternehmen haben offenbar keinerlei Interesse an einem vollwertigen und mit weiten Befugnissen ausgestattenen Kommunikationsvorstand, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer. Der oft katastrophale Auftritt, von dilettantischen Inhalten bis zu widersprüchlichen Botschaften, ließe sich damit auf jeden Fall vermeiden. Der mäßige Social-Media-Auftritt ist nämlich nur die Spitze des Eisbergs.