Licht aus!

Licht aus!

Es bleibt dabei. Die alte Redaktions-Weisheit, dass die Wirklichkeit die besten Geschichten schreibt, gilt auch im digitalen Zeitalter.

Was ist passiert? Neulich haben wir für einen Artikel zum Thema "Internet der Dinge" (also IoT) ein paar "Gefahren" gebraucht: Was kann alles passieren im IoT, wenn man die Sicherheit nicht gebührend berücksichtigt. Allerlei: Maschinen können ausfallen, Aufzüge steckenbleiben, Autos verunfallen, Turbinen falsche Leistungsdaten übermitteln. Klar, überall wo Sensoren und Aktoren drin stecken, stecken auch Risiken drin. Aber ganz ehrlich, so richtig abgefahren waren diese Szenarien alle nicht. Kein Wow-Effekt. Und der IoT-Kühlschrank, der statt Bier Milch nachbestellt … nein, so richtig abgefahren ist anders. Wie so oft kam die eingangs angesprochene Wirklichkeit zu Hilfe, diesmal in Gestalt einer interkontinentalen Forschergruppe, über die auf heise.de berichtet wurde:

Das Internet der Dinge (IoT) sorgt mal wieder für eine skurrile Sicherheitslücke: Diesmal haben Forscher einen Wurm programmiert, der von einer Philips-Hue-Birne zur anderen springt und diese mit bösartiger Firmware bespielt.

Eine Forschergruppe aus Israel und Kanada hat einen Angriff auf smarte Philips-Glühbirnen vorgestellt […] Eine infizierte Glühlampe hackt drahtlos benachbarte Birnen und verbreitet auf diesem Weg einen Firmware-Wurm der die Lampen wild flackern lässt oder sie zerstört – potenziell könnte sich der Schadcode so über eine ganze Stadt ausbreiten und alle smarten Glühbirnen übernehmen. Je mehr Birnen sich dicht beieinander befinden, desto schneller verbreitet sich der Wurm. In ihren Versuchen gelang es den Forschern smarte Lampen sowohl im Vorbeifahren mit dem Auto als auch im Vorbeiflug mit einer Drohne zu infizieren.

Eine Drohne, die am Fenster vorbeifliegt und das Licht ausmacht. Wie abgefahren ist das denn? Und was passiert eigentlich, wenn die Drohne vorbeifliegt und man schnell das Licht ausmacht? Das Internet der Dinge hat schon auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor.

Also, was heißt da Sicherheitslücke? Das "Starter-Kit Philips Hue" inklusive Bridge im 3-er-Set mit 16 Millionen Farben, App-gesteuert – gibt es diese Woche im Sonderangebot für schlappe 139 Euro, mit anderen Worten: Geschenkt! Gleich bestellen! Sie sparen 56,96 Euro – Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch den Philips-Hue-Bewegungssensor und außerdem – und nun wird's richtig abgefahren, weil wir nun auch voll in die Lücken von Big Data hineinschliddern: "Pampers Baby Dry Windeln, Monatspackung, Größe 4 (Maxi), 8-16 kg, (1 x 174 Windeln)". Echt, steht da so. Wer denkt sich denn so was aus? Das kann wieder mal nur die Digitalisierung gewesen sein.

Und man mag sich nicht ausdenken, was die Drohnen mit den Windeln machen … wo bleibt die Forschung?