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Theus Hossmann, Chief Technology Officer bei Ontinue (Quelle: Ontinue)
4. Aug 2026

Die SOC-Evolution ist noch lange nicht am Ende

Zürich, 4. August 2026 – Hochmoderne Security Operations Centers (SOCs) sind durchzogen von Künstlicher Intelligenz und KI-Agenten, die viele Aufgaben bereits autonom übernehmen. Die Einführung dieser Technologie war allerdings kein singuläres Ereignis, sondern ist lediglich die aktuelle Evolutionsstufe. Ontinue, der führende Experte für Managed Extended Detection and Response (MXDR), zeigt die Entwicklungsstufen auf und wirft einen Blick in die Zukunft der Cybersecurity.

Das Thema Sicherheit ist im IT-Kontext so alt wie der erste Computer selbst. Über die letzten Jahrzehnte hat sich die Cybersecurity allerdings rapide entwickelt, sodass Analysten heute immer seltener manuell Vorfälle abwickeln müssen. Künstliche Intelligenz spielt in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle – und wird das auch zukünftig tun. Wie sich Security Operations Centers entwickelt haben und welche Evolutionsstufen noch kommen, erklärt Ontinue.

Traditionelles SOC: Der Ursprung

In traditionellen SOC erhalten Analysten Unterstützung durch verschiedene Technologien, die Alerts auslösen, ihnen Kontextinformationen zu Vorfällen bereitstellen und redundante Aufgaben automatisiert übernehmen. Die eigentliche Verantwortung trägt jedoch weiterhin der Mensch, sodass Analysten weiterhin akute Situationen interpretieren, Risiken bewerten und die nächsten Schritte für die Lösung von Problemen festlegen. Dieses klassische Modell funktioniert allerdings nur, solange Bedrohungen in einem Tempo ablaufen, das menschliche Entscheidungszyklen zulässt. Das ist heute kaum noch realistisch, da sowohl Angriffsvolumen als auch Geschwindigkeit massiv zugenommen haben und weiter steigen.

Assistive SOC: Die erste Evolutionsstufe

Die erste Evolutionsstufe erhöht nicht unbedingt die Autonomie, mit der Cybersecurity-Lösungen arbeiten, sondern die Effizienz des Security Operations Center. Die oft KI-basierten Tools helfen IT-Teams dabei, Analysen schneller durchzuführen, relevante Informationen zusammenzuführen und mögliche nächste Schritte vorzuschlagen. Die vollständige Kontrolle verbleibt allerdings auch in Assistive SOCs weiterhin bei den Analysten. Ziel ist es insbesondere, den steigenden Druck durch mehr Daten und komplexere Umgebungen abzufedern, ohne die Verantwortung für Entscheidungen an Software oder Künstliche Intelligenz zu übertragen.

Advisory SOC: Die zweite Evolutionsstufe

In Advisory SOCs setzen IT-Teams Lösungen ein, die nicht nur Informationen liefern, sondern konkrete Handlungsempfehlungen inklusive Kontext geben. Menschliche Analysten validieren diese Vorschläge und treffen weiterhin die finale Entscheidung. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt der Arbeit für IT-Teams von der Informationsbeschaffung hin zur Bewertung von Empfehlungen, die in der Regel eine KI bereitstellt. Vertrauen, Transparenz und Nachvollziehbarkeit werden an diesem Punkt zu zentralen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung.

Delegated SOC: Die dritte Evolutionsstufe

Sobald ein SOC Vertrauen und Messbarkeit etabliert hat, kann eine KI einzelne, klar definierte Entscheidungen innerhalb einer festgelegten Richtlinie autonom ausführen. In einem Delegated SOC arbeitet das System demnach streng überwacht und mit punktueller Autonomie, Menschen geben die Rahmenbedingungen vor. Richtlinien, Risikotoleranzen und Eskalationskriterien setzen hierbei die Grenzen der Autonomie. Der Job von Analysten verschiebt sich ein weiteres Mal, denn sie konzentrieren sich fortan zunehmend auf Ausnahmen und Situationen, die ein höheres Maß an Urteilsvermögen erfordern.

Agentic SOC: Die vierte Evolutionsstufe

Die aktuell modernste Form eines Security Operations Center ist ein Agentic SOC. In einem solchen steht nicht mehr die Automatisierung einzelner Aufgaben im Mittelpunkt, sondern die Skalierung der Entscheidungsfähigkeit. Jede Entscheidung eines menschlichen Analysten liefert Feedback für die KI, die auf genau diese Grundlage bei zukünftigen Entscheidungen zurückgreifen kann. Im Alltagsbetrieb trainieren IT-Teams somit ihre KI-Agenten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen und auch miteinander interagieren. Menschliche Expertise verlagert sich im Agentic SOC von der operativen Ausführung immer weiter zur reinen Steuerung und zur Überwachung des agentischen KI-Systems.

Autonomous SOC: Die nächste Evolutionsstufe

In einem zukünftigen Evolutionsschritt werden Routineoperationen von Anfang bis Ende durch KI-Agenten abgewickelt, während Analysten sich auf komplexe, mehrdeutige oder besonders folgenreiche Situationen konzentrieren. Menschen geben ihrem KI-System nicht einfach freie Hand, sondern bereiten es Schritt für Schritt darauf vor. Nur so lässt sich Vertrauen aufbauen und Transparenz, Governance und nachweisbare Entscheidungsqualität sicherstellen. Ziel wird es sein, Sicherheitsoperationen auf die Geschwindigkeit und Komplexität moderner Bedrohungen auszurichten und nur noch punktuell von Menschen überwachen oder prüfen zu lassen. Für diese breite Autonomie müssen KI-Agenten allerdings aktuell noch entsprechend „eingefahren“ werden.

„Es war ein langer Weg vom klassischen Security Operations Center bis zum Agentic SOC, in dem KI-Agenten und menschliche Analysten Hand in Hand arbeiten“, betont Theus Hossmann, CTO bei Ontinue. „Ein Prozess, der nötig war, denn in Zeiten vollautomatisierter kaskadierender KI-Attacken wäre es undenkbar, moderne IT-Systeme manuell zu schützen. Zukünftig werden Analysten immer seltener manuell eingreifen müssen. Um ihre KI-Agenten dazu in die Lage zu versetzen, ist allerdings zunächst ein hochprofessionelles Training nötig. In dieser Phase sind wir aktuell.“

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