Digitalisierung

Zugegeben: Ich bin einer dieser ignoranten Zeitgenossen, dem beim Wort „Psychologie“ automatisch die Achseln zucken und der den einzigen Sinn einer Couch in einem gemütlichen Fernsehabend sieht. Aber nach dem, was mir gerade passiert ist, ist mir ein Interview mit einer Psychologin wieder eingefallen, das ich mal irgendwo gelesen habe. Wenn einen etwas furchtbar nervt, es aber niemand hören will, dann einfach aufschreiben, bevor einem der Kragen platzt, so ihr Rat. Also wie gut, dass es diesen Blog gibt und raus damit.

Hab ein neues Smartphone gekauft und brauche eine neue SIM-Karte, weil die alte zu groß ist. Deshalb gestern Abend bei meinem Provider angerufen. Dass da ein Sprachautomat hingeht, ist man ja schon gewohnt. Dass man ihm alles fünfmal sagen muss, bevor er einen versteht: geschenkt. Aber dann. Nachdem ich endlich alle Hürden übersprungen habe, geht eine Ansage los und flüstert mir freundlich aber bestimmt ins Ohr: „Sehr verehrter Kunde, Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an ...“ Callus interruptus.

Tief durchatmen.

Nächster Versuch heute Vormittag. Erst mal Warteschleife. Gutes Zeichen, jetzt scheinen gerade Geschäftszeiten zu sein. Dann dasselbe Spiel wie gestern Abend: eine äußerst anregende und nicht enden wollende Unterhaltung mit dem Sprachautomaten. Dann, hurra!, ertönt ein Freizeichen. Und es meldet sich – eine Ansage: „Sehr geehrter Kunde, unsere Leitungen sind derzeit so ausgelastet, dass wir keine kurzen Wartezeiten garantieren können. Bitte rufen Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder an.“ Zack, Verbindung gekappt.

Da hört und liest man den ganzen Tag, dass Unternehmen durch die Digitalisierung den Kunden jetzt aber wirklich in den Mittelpunkt stellen und ihn auf allen Kanälen optimal bedienen können. Irgendwie, denke ich mir, müsste es mit dieser Digitalisierung doch möglich sein, das einfach umzudrehen und mir gleich zu sagen, dass gerade keine Geschäftszeiten oder die Leitungen überlastet sind.

ODER ETWA NICHT!?

Hm. Irgendwie ist mein Hals noch genauso dick wie vorher. War wohl doch nicht so gut der Tipp mit dem Aufschreiben. Ich glaub, ich leg mich mal auf die schicke neue Couch in unserem schicken neuen Büro und erzähl es den Kollegen. Ob sie’s hören wollen oder nicht.

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Nachdem zum Thema Digitale Transformation schon fast alles von fast allen gesagt wurde (siehe auch Hannas Blog dazu), reiht sich jetzt auch der Veranstalter der Hamburger IT-Strategietage mit einem gänzlich neuen Aspekt ein, der wohl zum Ziel hat, die mittlerweile gelangweilte Leserschaft wieder etwas wachzurütteln: „It’s all about speed – Strategien für die Digitale Transformation“, heißt tatsächlich das Motto des Events.

Als jemand, der sich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigt, gehe ich davon aus, dass Geschwindigkeit die letzte aller Sorgen der IT-Abteilungen ist. Es geht zunächst einmal um gigantische Hürden, die genommen werden müssen – und die meisten Unternehmen haben sie eben noch nicht genommen. Da wären: erstens, das Bewusstsein entwickeln, um eine IT-Landschaft umzukrempeln und neue Businesswege zu gehen. Wir wissen alle, wie schwierig es ist, alte Denkpfade zu verlassen und jahrzehntelange Routinen in Frage zu stellen (in den Chefetagen sowieso!); zweitens, große Budgets in die Hand nehmen; drittens, Organisationsstrukturen verändern, und zwar völlig unabhängig von Positionen und Abteilungen. Virtuelle Teams spielen plötzlich eine Rolle, bei denen jeder einzelne gegebenenfalls Verantwortung abgeben muss: auch hier wird es Widerstände geben ... Dann viertens endlich, die Umsetzung. Hier lässt sich über Speed reden: IT der zwei Geschwindigkeiten, Time-to-Market und so weiter, genauso, wie es die Hamburger IT-Strategietage möchten.

Speed ist also OK, markante Sprüche sicher auch, aber bei der Digitalen Transformation gibt es noch ganz andere Baustellen, bevor man sich über Einzelheiten auseinandersetzen kann.

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Als Mitarbeiter in einer Kommunikationsagentur machen wir in unserem Job vor allem eins: kommunizieren. Und das tun wir überwiegend digital. Geschichten aus Zeiten, in denen Pressemitteilungen per Post verschickt wurden, können in unserer Agentur nur noch wenige erzählen. Der zentrale Vorteil digitaler Kommunikation liegt auf der Hand: Effizienz. Aber manchmal müssen wir angesichts der Gepflogenheiten in der digitalen Kommunikation einfach nur den Kopf schütteln.  

Ein Beispiel: die tägliche E-Mail-Schreiberei. Mal ehrlich: Wie oft haben wir schon eine E-Mail formuliert, nur um sie dann doch wieder zu löschen? Wie oft haben wir einen Kollegen gebeten, eine erhaltene E-Mail ebenfalls zu lesen, nur um sich anschließend über den implizierten Subtext austauschen zu können (ja, ja, da haben sich die Vorlesungen zu Textanalysen und Gedichtinterpretationen nämlich doch noch gelohnt)?

Während man die tägliche Knobelei, was jetzt genau mit dem Inhalt einer E-Mail gemeint sein könnte, noch als Denksport verbuchen kann, ist der Verlust der Umgangsformen ein weit größeres Ärgernis. Denn in der neuen Kommunikationslogik werden Anreden und Abbinder häufig vernachlässigt. Klar, wenn die zwölfte Ein-Satz-E-Mail geschrieben ist, fehlt die Geduld für langes Vorgeplänkel. Von einem Mindestmaß an Umgangsformen sollte man allerdings dennoch ausgehen können – nicht ohne Grund wurde uns schon in unserer Kindheit der heiß begehrte Keks mit einem langgezogenen „Wie heißt das Zauberwort?“ verwehrt.  

Ein weiterer Nebeneffekt der Digitalisierung unserer Kommunikation begegnet uns durch den inflationären Einsatz von Emojis im täglichen E-Mail-Verkehr. Ja, manchmal hat man Grund zur Freude und wie sollten wir unsere Gefühle in einem emotionslosen Tool wie einer E-Mail sonst darstellen? Trotzdem sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass Smileys insbesondere im professionellen Kontext häufig fehl am Platz sind. Spätestens in journalistischen Texten haben sie schlicht nichts mehr zu suchen.

Digitalisierung hin oder her: Vielleicht ist es an der Zeit, doch mal wieder zum guten alten Telefonhörer zu greifen. Am besten mit Schnur.

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Das neue Jahr hat gerade angefangen und was ist das, was man so in den Medien lesen kann? Genau! Trends! Trends für das vor uns liegende Jahr 2017. Trends in jeglichen Variationen: Ernährungs-Trends, Mode-Trends, Rohstoff-Trends, HR-Trends, Marketing-Trends, Tech-Trends, Mega-Trends, Top-Trends, coole Trends für den Finanzsektor, den Publicsektor, den Healthcare-Bereich, die Automobilbranche, die Welt der Biomasse oder der Tulpenlandschaft.

Nichts, was es nicht gibt.

Das alte Jahr hat noch nicht einmal aufgehört, da kommen alle Experten aus ihren Löchern gekrochen und verkünden uns, was heuer so alles angesagt ist. Man könnte fast meinen, wer etwas auf sich hält, der zeigt, was er orakeltechnisch so drauf hat.

Apropos technisch: Gerade auch im Bereich ITK überschlagen sich die Trends für dieses Jahr – dabei gibt es hier bei den Aussagen vieler Unternehmen oft keine Unterschiede. Rar sind die Trends – oft sind es sehr spezielle – wo man das Gefühl hat, da hat jemand wirklich Ahnung und weiß, wovon er spricht und springt nicht einfach auf den fahrenden Trend-Zug mit auf.

Und jetzt dürft ihr raten: Was ist einer der Ultra-Hyper-Mega-Top-Trends in der IT im Jahr 2017? Richtig: die Digitale Transformation! Niemand kommt an dem Thema vorbei. Schon gar nicht die Unternehmen selber. Wer sich nicht mit dem Thema beschäftigt, gilt als rückwärtsgerichtet, nicht auf der Höhe der Zeit, als untrendig. Deswegen macht jetzt jeder in „DT“. Studien zu dem Thema schießen wie Pilze aus dem Transformationsdschungel: über Digitalisierungsgefühle, Digitalisierungs-Scheinriesen, Digitalisierungsdruck, Digitaler-Transformations-Mut oder digitale Transformations-Bremsen.

Ein bisschen erinnert mich das Ganze an den Hype vor einigen Jahren: Cloud Computing. Das war auch so ein Ding. Jeder sprach davon, keiner wusste, was eigentlich gemeint ist, kaum ein Unternehmen, das es aktiv nutzte. Anwendungsbeispiele konnte man sowieso an einer Hand abzählen. Geschweige denn, dass es einheitliche Begriffsdefinitionen dazu gab. Jeder legte es halt nach seinen Bedürfnissen aus, um den Trend nicht zu verpassen. Mittlerweile benutzen viele Unternehmen, die sich damals als große Cloud-Computing-Experten dargestellt hatten, den Begriff gar nicht mehr, da man sich wieder auf seine eigentlichen Kernkompetenzen konzentriert hat.

Irgendwann später unterschied man dann zwischen Private, Public und Hybrid Cloud: klarere Definitionen setzten sich durch. Wenn wir nun von Cloud Computing sprechen, meinen wir das Gleiche.

Ich denke, dass wir im Moment hier mit der Digitalen Transformation an einem vergleichbaren Punkt angekommen sind. Ein Thema, was noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Begriff, der noch nicht eindeutig definiert ist. Ein Thema, was erst noch seine wahren Experten finden muss. Und auch ein Trend, der uns die nächsten Jahre noch begleiten wird.

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Die Digitalisierung verändert unsere Welt in rasendem Tempo, manchmal innerhalb von nur acht (8!) Tagen:

Quellen:

heise online vom 14.11.16
heise online vom 22.11.16

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Als PR-Mensch bin ich, quasi von Berufswegen, gezwungen, mich mit vielen Themen auseinanderzusetzen. Mein „Lieblingsthema“ in diesen Tagen? Na was wohl? Die Digitale Transformation.

Über diese haben viele Menschen in den vergangenen Monaten wiederholt folgenden Satz gesagt: „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden.“ Es kommt aber noch schlimmer: Es wird nicht nur alles digitalisiert, sondern auch vernetzt!

Allerdings frage ich mich immer öfter, was ist denn nun eigentlich die Digitale Transformation? Wo fängt sie an? Wo hört sie auf? Was macht die Digitale Transformation mit dem Menschen? Müssen Unternehmen digitalisieren und wenn ja, wie geht das? Gibt es für die Digitale Transformation eine offiziell anerkannte Definition, die auch gleich einen Vorschlag macht, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Unternehmen losdigitalisieren können und welchen Nutzen Unternehmen aus der Digitalisierung ziehen?

Die Experton Group hat vor kurzem mit dem Status Quo der Digitalisierung in deutschen Unternehmen geschockt. Die Mehrzahl der Unternehmen befände sich noch im Anfangsstadium der Digitalen Transformation – also, wen wundert’s, in der Informations- oder Orientierungsphase – und agiere in vielen separaten Teilprojekten, häufig ohne klar definierte und übergeordnete Gesamtstrategie ... Ach was! Soll ich Euch was sagen? So was Ähnliches hatte ich mir schon gedacht. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, schieben die Experten noch eine Info hinterher: Selbst bei der Auffassung des Begriffs Digitalisierung gibt es große Unterschiede und Unsicherheiten ... Es scheint, als wäre ich nicht die Einzige, die sich unter der Digitalen Transformation nicht wirklich etwas Konkretes vorstellen kann. Tja, und was machen wir jetzt?

Unser Kunde adesso, ein cleverer IT-Dienstleister aus Dortmund, gab vor kurzem recht nützliche Tipps, wie Unternehmen die entscheidenden Bausteine für ihre Digitale Transformation finden können.

Unternehmen müssen dafür ganz unterschiedliche Digitalisierungstreiber analysieren und bewerten. Um diesen Prozess zu systematisieren und damit zu vereinfachen, empfiehlt adesso, die Digitale Transformation aus dem Blickwinkel der „Objects of Interest“ zu betrachten. Auf dieser Basis lassen sich in einem dreistufigen Verfahren die entscheidenden Bausteine für eine erfolgreiche Digitale Transformation identifizieren.

Das ist nicht ganz einfach, aber Unternehmen die das hinkriegen, „haben einen großen Vorteil bei der Umsetzung der Digitalen Transformation. Sie können exakt und schnell bestimmen, welche Schnittstellen zwischen Unternehmen und Partnern existieren und an welchen Stellen es sich lohnt, weiter in Zeit und Ressourcen zu investieren“, sagt zumindest Prof. Gruhn, Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering an der Universität Duisburg-Essen.

Das ist doch schon mal was. Zumindest wird das Thema Digitalisierung im Unternehmen damit etwas greifbarer und ich kriege eine Vorstellung davon, was möglich ist, wenn irgendwann alles digitalisiert und vernetzt ist.

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Heroes and Zeroes, Nullen und Einsen, Sounds und Beats aus dem Computer, Televoting (O. K., das ist dieses Jahr ausnahmsweise mal nicht schuld), animierte Strichmännchen – damit kann man heutzutage den Eurovision Song Contest gewinnen. Böse Zungen würden da noch hinzufügen: Und das alles, ohne einen brauchbaren Song zu haben! Aber bilden Sie sich Ihre eigene Meinung - das ist Mans Zelmerlöw mit „Heroes“:

Vor 25 Jahren sah der ganze Wettbewerb freilich noch ganz anders aus. Animationen in der Live-Situation waren ferne Zukunftsmusik, die Punkte vergaben damals noch die Jurys – und anstatt digital eingespieltem Halbplayback vom Band gab es noch das gute alte Orchester.

Der Gewinnersong von 1990, „Insieme: 1992“ von Toto Cutugno, ist dabei im Gegensatz zu all den schnell vergessenen Eintagsfliegen, die der Sangeswettbewerb seit den 1990er Jahren erzeugt hat, einer der wenigen, die man auch noch heute kennt. Und hat dabei sogar eine Message, die man in aktualisierter Form auch wieder auf die Jetztzeit beziehen kann: „Unite, unite Europe!“ Einer der letzten wahren ESC-Klassiker. Und ein prima Beweis dafür, dass ein guter Song auch ohne den übermäßigen Einsatz von IT bestehen kann.

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Die „Digitale Transformation“ wird derzeit hoch und runter diskutiert. An allen Ecken werden den Unternehmen Tipps und Tricks an die Hand gegeben, wie sie diesem Trend begegnen können. Doch wie sieht es auf der Anwenderseite aus?

Eine interessante Gegenüberstellung liefert jetzt der aktuelle „Digitalisierungsbarometer 2014“ von PricewaterhouseCoopers (PwC). Auf Basis eines Reifegradmodells wurde untersucht, wie weit der technologische Wandel in der deutschen Gesellschaft und in den Unternehmen bereits vorangeschritten ist. Dazu wurden den einzelnen Antworten Punktwerte zugeordnet und ein Grad der Digitalisierung bestimmt.

Und das Ergebnis ist klar: Die Anwender hinken den Unternehmen hinterher. So liegt der Digitalisierungsgrad in der deutschen Bevölkerung lediglich bei 40 Prozent, während die Unternehmen bereits 66 Prozent aufweisen können.

Ein interessanter Aspekt, vor allem wenn man bedenkt, dass eigentlich die sich ändernden Gewohnheiten der Bevölkerung als angeblicher Treiber der Digitalen Transformation gesehen werden.

Befragt wurden 1.000 Bürger und 220 Unternehmen. Die Studie von PwC zum kostenlosen Download findet sich hier: http://www.pwc.de/de_DE/de/digitale-transformation/assets/pwc_digitalisierungsbarometer_2014.pdf

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