Tokenisierung im Online-Handel: G+D betreibt europäische Infrastruktur für 1,4 Milliarden Payment-Token
München / Zürich, 16. September 2026 – Kartenzahlungen im Internet werden zunehmend über Token statt über Kartennummern abgewickelt. Für Kartenherausgeber verschiebt sich damit die Anforderung: Sie müssen Token über mehrere Zahlungsnetzwerke hinweg bereitstellen und über den gesamten Lebenszyklus verwalten. Giesecke+Devrient (G+D) betreibt für diese Aufgabe eine der größten netzwerkübergreifenden Token-Infrastrukturen in Europa.
Tokenisierung wird zum Standard im digitalen Zahlungsverkehr. Nach Angaben von Mastercard sind in Europa inzwischen drei von fünf E-Commerce-Transaktionen im eigenen Netzwerk tokenisiert. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2030 100 Prozent Tokenisierung im europäischen E-Commerce zu erreichen. Visa verwaltet global dreimal mehr Token als physische Karten und beziffert die Tokenisierungsrate seiner Transaktionen auf über 50 Prozent.
Die Tokenisierungsplattform Fusion Platform von G+D Netcetera, der Finanzsoftware-Tochter von Giesecke+Devrient (G+D), verwaltet mehr als 1,4 Milliarden Payment-Token für Banken und Kartenherausgeber. Sie übernimmt die Provisionierung und Lebenszyklusverwaltung von Token über mehrere Zahlungsnetzwerke hinweg. Damit betreibt G+D Netcetera eine der umfangreichsten netzwerkübergreifenden Token-Infrastrukturen für Kartenherausgeber in Europa.
Der wirtschaftliche Effekt tokenisierter Zahlungen
Tokenisierte Transaktionen erzielen nach Angaben der großen Zahlungsnetzwerke höhere Genehmigungsquoten und niedrigere Betrugsraten. Für Banken und Kartenherausgeber bedeutet das: Die Qualität der Token-Infrastruktur wirkt sich direkt auf Umsatz und Betrugsquote aus. Verzögerungen oder Ausfälle in der Provisionierung schlagen unmittelbar auf die Geschäftszahlen durch. Die G+D Netcetera Fusion Platform sichert diese Qualität durch 24/7-Service-Verfügbarkeit sowie unmittelbare Transaktionen in Sekundenbruchteilen.
Tokenisierung als Grundlage für KI-gestützten Handel
Die nächste Anforderung an die Token-Infrastruktur zeichnet sich im Handel mit KI-Agenten ab. Mastercard hat mit Agent Pay ein Framework eingeführt, das auf sogenannten Agentic Tokens und damit auf der bestehenden Tokenisierungsinfrastruktur des Netzwerks aufsetzt. Visa Intelligent Commerce verbindet Tokenisierung mit Zahlungsberechtigungen, Authentifizierung und Spend Controls für agentische Kaufvorgänge, American Express hat im April 2026 ein vergleichbares Entwicklerpaket veröffentlicht. Alle drei Ansätze nutzen tokenisierte Zahlungscredentials. Damit entscheidet die Token-Infrastruktur eines Instituts darüber, welche neuen Handelsformen es überhaupt anbieten kann.
Parallel steigen die regulatorischen Anforderungen an den Betrieb kritischer Zahlungsinfrastruktur. DORA verpflichtet Finanzinstitute seit Januar 2025 zu nachweisbarer digitaler Betriebsstabilität, einschließlich der Steuerung von IKT-Drittdienstleistern. Für PSD3 und die Payment Services Regulation legte der Rat der Europäischen Union im April 2026 die finalen Kompromisstexte vor. Für europäische Institute gewinnt damit die Frage an Gewicht, wo und unter welcher Aufsicht ihre Token-Infrastruktur betrieben wird. Die G+D Netcetera Fusion Platform operiert komplett unter europäischer Aufsicht und bietet Finanzinstituten somit regulatorische Sicherheit.
„Tokenisierung war lange eine Sicherheitsmaßnahme im Hintergrund. Inzwischen ist sie die Voraussetzung dafür, am digitalen Handel überhaupt teilzunehmen“, sagt Jukka Yliuntinen, Leiter Digital Issuance bei G+D Netcetera. „Wer Token nicht netzwerkübergreifend und in Echtzeit verwalten kann, wird neue Anwendungsfälle wie KI-gestützten Handel nicht bedienen können. Für europäische Finanzinstitute kommt hinzu, dass sie diese Infrastruktur unter europäischer Aufsicht betrieben sehen wollen. Mit unserer Plattform leisten wir einen aktiven Beitrag zur Entwicklung agentenbasierter Zahlungen über mehrere Netzwerke hinweg und ermöglichen eine einfache Einführung für die gesamte Zahlungsbranche.“
Über Giesecke+Devrient
Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms and Currency Technology.
G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. G+D ist mit 118 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 41 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com
Über G+D Netcetera
G+D Netcetera ist ein führendes europäisches Softwareunternehmen mit Schweizer Wurzeln, spezialisiert auf zukunftssichere digitale Lösungen für die Finanzindustrie. Als End-to-End-Digitalisierungspartner für Banken, Zahlungsdienstleister und Versicherer schafft das Unternehmen Wachstumschancen, indem es die Grenzen digitaler Möglichkeiten verschiebt.
G+D Netcetera wurde 1996 gegründet und beschäftigt rund 900 Expert:innen am Hauptsitz in Zürich sowie an weiteren Standorten in Europa. Seit 2020 ist das Unternehmen als Trusted-Software-Division Teil der Sicherheitstechnologiegruppe Giesecke+Devrient (G+D). Weitere Informationen: netcetera.com und LinkedIn.
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