Kunden-News

28. Sep. 2026

Red Hat: Preparing for Q-Day – Diese Maßnahmen sollten Unternehmen bereits jetzt angehen

Noch klingt der „Q-Day“, der Tag, an dem ein Quantencomputer heutige Verschlüsselung knacken kann, nach Zukunftsmusik. Doch Angreifer warten längst nicht mehr ab. Sie sammeln schon heute verschlüsselten Datenverkehr, geistiges Eigentum und Protokolldaten, um sie später mit entsprechender Technologie zu entschlüsseln. JP Jung von Red Hat stellt vier konkrete Maßnahmen vor, mit denen sich Unternehmen bereits heute auf den Q-Day vorbereiten und ihre Cloud-Infrastrukturen schützen können.

Sicherheitsforscher beobachten seit Jahren, dass Angreifer große Mengen verschlüsselten Datenverkehrs abgreifen und archivieren, um sie später mit einem leistungsfähigen Quantencomputer zu entschlüsseln. Für Unternehmen bedeutet das: Was heute als sicher verschlüsselt gilt, kann in einigen Jahren offenliegen. Auch das BSI hat auf diese Bedrohungslage bereits reagiert und für klassische Verschlüsselungsverfahren wie RSA oder ECC ein Ablaufdatum empfohlen: Ende 2030 für besonders sensible Daten, Ende 2031 für den Rest. Unternehmen müssen dennoch selbst aktiv werden, um großen Schaden am Q-Day abzuwehren. Gelingen kann das mit diesen vier Maßnahmen:

1. Den eigenen kryptografischen Fußabdruck sichtbar machen

Wer nicht weiß, wo im Unternehmen überall verschlüsselt wird, kann auch nichts absichern. Die meisten Organisationen betreiben Tausende automatisierte Verbindungen, die auf veralteten, quantenanfälligen Algorithmen basieren – oft unbemerkt tief in Anwendungen vergraben. Sicherheitsteams sollten deshalb zuerst eine vollständige Bestandsaufnahme über die gesamte Hybrid Cloud hinweg durchführen und klarstellen, welche Verschlüsselungsverfahren wo im Einsatz sind. Ein besonderer Schwerpunkt sollte dabei auf hochsensiblen Assets wie den KI-Modellgewichten und Trainingsdaten liegen.

2. Neue kryptografische Verfahren in Testumgebungen erproben

Der Umstieg auf quantensichere Algorithmen verändert Antwortzeiten, Rechenlast und Systemverhalten. Bevor produktive Systeme betroffen sind, lohnt es sich, neue kryptografische Standards in isolierten Testumgebungen unter realistischen Bedingungen laufen zu lassen. So lassen sich Performance-Einbußen frühzeitig erkennen, die sonst im Produktivbetrieb zu ernsthaften Konsequenzen führen können.

3. Verantwortung von der Anwendung auf eine Plattform verlagern

Von jedem einzelnen Entwicklerteam zu verlangen, sämtliche Anwendungen manuell auf Post-Quanten-Kryptografie umzustellen, kann schnell zu Verzögerungen und Konfigurationsfehlern führen. Sinnvoller ist es, die Verschlüsselung zentral auf Plattformebene zu verankern, etwa auf Ebene des Betriebssystems oder der Container-Infrastruktur. Als großer Vorteil können auf diese Weise Updates einmalig zentral erfolgen und automatisiert alle darüberliegenden Workloads absichern.

4. Kontrolle über Datenverortung und Ausführung behalten

Quantensicherheit ist mehr als ein Algorithmus-Update. Sie verlangt Klarheit darüber, wo Daten tatsächlich liegen und verarbeitet werden. Wer die Kontrolle über Infrastrukturentscheidungen allerdings vollständig an einzelne Anbieter abgibt, macht sich von dessen Entscheidungen abhängig. Isolierte Plattformumgebungen mit klar definierten Grenzen zwischen einzelnen Workloads stellen sicher, dass Datenpfade nachvollziehbar bleiben und Daten nicht unbemerkt in Bereiche gelangen, in denen sie kompromittiert werden könnten. In Kombination mit hardwaregestützten Lösungen wie Confidential Containers schaffen solche Umgebungen zusätzliche Sicherheit. Insbesondere für Daten, die gerade aktiv verarbeitet werden.

PRESSEKONTAKT

PR-COM GmbH
Kathleen Hahn
Sendlinger-Tor-Platz 6,
80336 München, Deutschland
kathleen.hahn@pr-com.de