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Alfred Olivares, Managing Partner, HealthCare & LifeSciences bei HTEC (Quelle: HTEC) Stefan Mrsic, Managing Partner, Healthcare & Life Sciences bei HTEC (Quelle: HTEC)
6. Mai 2026

HTEC-Studie: Nur jede dritte Organisation im Gesundheitswesen ist bereit für die Skalierung ihrer KI​

Während die Bereiche Gesundheit und Life Sciences KI mit Bedacht vorantreiben, bremsen Fragmentierung, Kompetenzlücken und Umsetzungsprobleme die Effekte

München, 6. Mai 2026 – Künstliche Intelligenz hat sich bereits fest im Gesundheitswesen und im Bereich der Life Sciences verankern können. Während die meisten Organisationen KI bereits einsetzen und das Vertrauen in das Potenzial hoch ist, beginnt für viele die eigentliche Herausforderung aber erst jetzt.

HTEC, ein globaler Entwickler kundenspezifischer Hardware- und Softwarelösungen, hat die Ergebnisse seiner globalen Studie „The State of AI in the Healthcare and Life Sciences Industry 2025-2026“ veröffentlicht. Befragt wurden dafür 253 Führungskräfte aus dem Bereich Gesundheitswesen und Life Sciences in Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die KI-Entwicklung im Gesundheitswesen zunehmend ungleich verläuft – mit starken Innovationsschüben in einzelnen Bereichen, deren Skalierung über die gesamten Versorgungsstrukturen und regulierten Prozesse hinweg jedoch weiterhin eine Herausforderung darstellt.

KI ist längst etabliert, Skalierung weiterhin das Sorgenkind

Künstliche Intelligenz steht im Gesundheitswesen und in den Life Sciences fest auf der strategischen Agenda. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden deutschen Organisationen (52,8 %) berichtet, dass KI bereits in mehrere Funktionsbereiche integriert ist und nahezu alle Führungskräfte stufen sie als Priorität ein.

Trotz dieser großen Verbreitung von KI bleibt die Skalierung über klinische, operative und F&E-Umgebungen hinweg herausfordernd. In erster Linie wird sie gebremst durch fragmentierte Systeme, Kompetenzlücken sowie die Notwendigkeit, Innovation mit Sicherheit, Compliance und Vertrauen in Einklang zu bringen.

Integration und Abstimmung auf Führungsebene als größte Hürden

Mit der Systemintegration und der Abstimmung auf Führungsebene identifiziert die Studie auch weitere zentrale Hindernisse für die Skalierung von KI. Diese Herausforderungen werden zusätzlich verstärkt durch:

  • fragmentierte klinische und unternehmensweite IT-Systeme.
  • strenge regulatorische Vorgaben und Compliance-Anforderungen.
  • stark verteilte Ökosysteme mit Anbietern, Patienten, Kostenträgern und Aufsichtsbehörden.

Während 77,3 % der deutschen Führungskräfte eine starke oder vollständige strategische Ausrichtung bestätigen, geben dennoch 43,4 % fehlende Abstimmung als Hemmnis an – ein deutlicher Hinweis auf die Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung.

In der Praxis besteht zwar Einigkeit über die Relevanz von KI, jedoch gibt es unterschiedliche Ansichten bei der Priorisierung von Anwendungsfällen, der Investitionsverteilung und der sicheren Skalierung im Betrieb.

Edge AI wird zum strategischen Schwerpunkt

Edge AI nimmt sowohl im Gesundheitswesen als auch in den Life Sciences eine zunehmend stärkere strategische Rolle ein. Nahezu alle Führungskräfte sind mit dem Konzept vertraut und ganze 95,3 % der deutschen Befragten zeigen sich mit Blick auf ihre Fähigkeit zur Implementierung entsprechender Lösungen selbstsicher.

Die meisten deutschen Teilnehmenden verfolgen dabei einen hybriden Edge-to-Cloud-Ansatz, eine Kombination aus Partnerschaften (59,5 %), Drittanbieter-Plattformen (54,7 %) und interner Entwicklung (47,6 %), um Echtzeitdaten aus medizinischen Geräten und aus der Patientenversorgung mit zentralen klinischen, Forschungs- und Analysesystemen zu verbinden.

Die Ergebnisse der Studie spiegeln damit aber auch die wachsende Bedeutung verteilter Versorgungsmodelle, vernetzter Medizingeräte und die Notwendigkeit wider, sensible Daten näher am eigentlichen Ort der Behandlung zu verarbeiten.

Kompetenzlücken bremsen Fortschritt und erhöhen Kosten

Trotz hoher Adoptionsraten berichten alle deutschen Entscheidungsträger von technischen Kompetenzlücken, die die Skalierung von KI direkt beeinträchtigen. Die kritischsten Defizite betreffen Cybersicherheit und Datenschutz, KI-/ML-Expertise sowie DevOps und Automatisierung.

Diese Engpässe führen bereits zu messbaren Auswirkungen: 49 % der deutschen Organisationen verzeichnen eine verringerte Innovationsgeschwindigkeit, 47 % längere Time-to-Market-Zyklen und 34 % höhere Kosten.

Nur ein Drittel der Organisationen ist skalierungsbereit

Obwohl das Vertrauen in Technologien wie Edge AI generell hoch ist, sehen sich nur rund ein Drittel der deutschen Gesundheitsorganisationen in der Lage, KI schnell zu skalieren.

Gleichzeitig schätzen Führungskräfte, dass ein Versäumnis, KI- und Edge-AI-Potenziale zu nutzen, im Durchschnitt einen Rückstand von 1,65 Jahren bedeuten würde. Ein deutlicher Hinweis darauf, wie eng das Zeitfenster für echte Wettbewerbsfähigkeit geworden ist.

Damit entsteht aber auch ein klarer Wendepunkt: Organisationen müssen über Experimentierphasen und isolierte Anwendungsfälle hinausgehen und in der nächsten Phase eine koordinierte, unternehmensweite Umsetzung realisieren.

Die nächste Phase der KI im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen und die Life Sciences haben bereits eine starke Dynamik in der KI-Adoption aufgebaut. Die nächste Phase wird jedoch nicht davon bestimmt, wie breit KI eingesetzt wird, sondern wie effektiv sie operationalisiert und in bestehende klinische Arbeitsabläufe integriert wird.

Organisationen, die sich erfolgreich positionieren, werden jene sein, die:

  • belastbare, wiederverwendbare Datenplattformen aufbauen.
  • Führung auf strategischer und operativer Ebene stärker verzahnen.
  • gezielt in die Befähigung der Mitarbeitenden investieren.
  • KI direkt in klinische und operative Prozesse integrieren.

„Echter Mehrwert entsteht nur, wenn Technologie durchdacht in die alltäglichen Arbeitsabläufe von Klinikern integriert wird und sich daran orientiert, wie die Versorgung in der Praxis erbracht wird“, erklärt Alfred Olivares, Managing Partner, Healthcare & Life Sciences bei HTEC. „KI muss die klinische Expertise ergänzen, um einen spürbaren Nutzen zu entfalten.“

„Das Zeitfenster für Wettbewerbsvorteile ist eng, aber noch nicht geschlossen“, verdeutlicht Stefan Mrsic, Managing Partner, Healthcare & Life Sciences bei HTEC. „Die nächste Phase wird davon geprägt sein, Innovation mit Sicherheit, Erklärbarkeit und menschlichem Urteilsvermögen zu verbinden.“

Die vollständige Studie „The State of AI in the Healthcare and Life Sciences Industry 2025-2026“ steht ab sofort hier zum Download bereit.

Über die Studie
Der Bericht wurde von HTEC in Auftrag gegeben und von Censuswide durchgeführt. Er basiert auf den Einschätzungen von 1.529 C-Level-Führungskräften aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Spanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Befragt wurden CEOs, CIOs, CTOs, CDOs, CFOs, COOs, CPOs und CSOs aus verschiedenen Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Telekommunikation, Einzelhandel und der Halbleiterindustrie.

Über HTEC

HTEC unterstützt Unternehmen weltweit mit Design- und Engineering-Services bei der Entwicklung von technisch anspruchsvollen Hardware- und Software-Lösungen. Dabei sind die Entwickler und Ingenieure von HTEC fest in die Teams der Unternehmen integriert und liefern Ende-zu-Ende-Services – von der Beratung und Strategieentwicklung über die Konzeption und Umsetzung von Lösungen bis hin zu deren langfristigen Pflege. HTEC verfolgt einen „AI First“-Ansatz, der Abläufe optimiert und beschleunigt und Unternehmen hilft, das enorme Potenzial von KI zu erschließen. Die besondere Stärke von HTEC liegt in der Konzeption und Entwicklung von Embedded-Lösungen, die individuell entwickelte Software-Funktionen auf optimal angepasster Hardware bereitstellen. Solche Lösungen sind beispielsweise medizinische Geräte, die Vitalfunktionen und Umweltbedingungen überwachen, und Systeme für autonome Fahrzeuge.

Zu den Kunden von HTEC zählen Start-ups und globale Konzerne aus Branchen wie Telekommunikation, Financial Services, MedTech, Automotive, Halbleiter sowie Enterprise Software and Platforms. HTEC hilft ihnen, komplexe geschäftliche und technologische Herausforderungen zu bewältigen, Risiken in der Produktentwicklung zu minimieren und Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. HTEC beschäftigt etwa 2.500 Mitarbeiter und betreibt weltweit mehr als 20 Kompetenzzentren. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Palo Alto sowie Niederlassungen in Großbritannien, Deutschland, Spanien und auf dem Balkan.​

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